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abrackern V [h]
‣ Belege: Kurland, Riga, Mitau, Libau, Modohn, Hasenpoth, Bauske, Doblen, Pilten, Talsen, Wenden, Reval, Wierland, Rasik, Weißenstein, Ösel, Dagö, Werro, Schaulen (die erste Hälfte des 20. Jh.)
Vr de sich abmühen, sich abplagen; et rügama, rassima
Sie rackert sich vom Morgen bis zum Abend ab
‣ Synonyme: abjackern, wurachen

Alexanderkuchen der
‣ Belege: Riga, Pernau, Kurland, Ösel, Talsen, Werro, Libau, Goldingen, Wierland (die erste Hälfte des 20. Jh.)
'kleine länglich viereckige mit Zuckerglasur versehene Butterteigschnitte mit Einlage von Fruchtmarmelade' et aleksandrikook
‣ Synonyme: Alexandertorte

QUELLEN

Haus und Herd 1901, Nr. 817
v. Redelien

Masing 1931, 38
Alexanderkuchen kleine länglich viereckige mit Zuckerglasur versehene Butterteigschnitte mit Einlage von Fruchtmarmelade.

Vegesack 1935, 184
Alexanderkuchen Torte, baltische Spezialität

Kobolt 1990, 37
Alexanderkuchen, Alexandertorte f, Plattenkuchen von 3 bis 4 Schichten, mit Gelee zusammengesetzt. Verbreiteter kulinarischer Ausdruck im Baltikum.

Arbeitsschlitten der
‣ Belege: Hapsal, Mitau, Talsen, Pernau
'flacher, schmaler Schlitten' et regi
vgl Arbeitswagen, Fahrschlitten

QUELLEN

Gutzeit 1859, 49
Arbeitsschlitten 172.1808.9. [= Rig.Anz.]

Sallmann 1880, 56
Arbeitsschlitten [ohne Erklärung]

Gutzeit 1886, 56, 258
Arbeitsschlitten Schlitten der Arbeiter
Fahrschlitten ... Entgegen dem Arbeitsschlitten, rig. Ztg. 1870.


QUELLEN (Informanten)

Lamdohn, Paschlep (Kr. Hapsul), Gut Iggen (Kr. Talsen, Mitau, Pernau)

Badstubenstelle die
‣ Varianten: Badstüberstelle
'ärmlicher, kleiner Grundbesitz auf dem Lande (gepachtet)' de Kätnerstelle; et saunikukoht, vabadikukoht; lv pirteneck
‣ Synonyme: Lostreiberstelle
siehe auch Badstube

QUELLEN


'Ärmlicher, kleiner Grundbesitz auf dem Lande. „So klein wie eine Badstube“, Mit kleiner Kate darauf, in der meist ein Tagelöhner wohnte.' - Dorpat.
'Eine Badstube befand sich auf jedem Gut u. auf jedem Bauernhof. Eine Badstüberstelle war etwa dasselbe wie eine Lostreiberstelle.' - Kerro, Kr. Pernau später Kr. Jerwen.
'Kleiner Bauernhof auf Bauernhof (gepachtet)' - Nomkiele, Kr. Jerwen.
'Inhaber einer Ssauna mit etwas Land (Kohlfeld u.s.w.) rund herum.' - Penningbz u. Reval.
'Besitz od. Pacht einer Badstube (?)' - Kiidjärve (Estl.), urspr. Riga.
'Zu einem Rittergut gehöriges Haus mit kleinen Nebengebäuden, Garten; verpachtet.' - Ubja b/ Wesenberg
'Größere Bauern hatten ein kleines Häuschen, in diesem wohnten Witwen, alte Mädchen, ältere Ehepaare od. einzelne alte Männer, die für den Bauern arbeiteten, hatten auch Heuschlag u. durften auch einzelne Schafe halten.' - Haspal [Hapsal?](Estl.)
'„Saunakoht“ = Nebenerwerbssiedlung im heutigen Sinne nach dem LAG.' - Reval.
'Etwa Häusler (Besitzer einer Kute mit wenig Land)' - Dorpat
'Banja (russ.)' - Riga. Lettland; Baldohn (33 km v. Riga)
'Kate eines Badstübers (Kätners) nebst ein wenig Gartenland. Badstüber = Saunik (estn.)' - Reval, auch Sellin
'Ein kleiner landwirtschaftlicher Besitz eines Gutsarbeiters' - Dorpat
'Badstüber wohnten die Woche über in der Badstube eines Bauern, mußten Sonnabends einheizen; hatten manchmal etwas Land, oft waren es alte oder verarmte Leute.' - Sagnitz
'Eine Deputatstelle, respektive Verpachtung, wo der Pächter die Badstube versorgen muß.' - Reval
'popsikoht' (estn.) - Gut Kachkowa, Kr. Werro (Estl.)
'Häuschen beim Gesinde (Bauernhof), wo die Sauna war und zugleich eine kleine Wohnung mit Land dazu. Oft das Altenteil.' Fillin (Estland) 1910 - 1914.
'Klein. Stck. Land für einen Lohnarbeiter' - Riga - Pernau
'Ein ganz kleiner Bauernhof' - Pernau
'Es gab auf dem Gutshof Badstuben für die Hofsleute.' - geb. Gut Namtsn Kr. Talsen (Kurland) von 1922 - 39 in Talsm (?)
'Wohl dasselbe wie Lostreiberstelle, aber ungebräuchlich, erscheint mir konstruiert.' - Dorpat u. Nordestland.
'ein sehr kleiner Hof' - Dorpat
'ein Stück Land, abgegeben vom Gut; es muß dafür bestimmte Tagarbeit geleistet werden.' - Dorpat, Reval
'der Posten eines Bademeisters, der die Sauna heizt, sauber hält u.s.w., Posten eines armen Mannes.' - Kr. Pernau.
'in manchen Gegenden wurde dieser Ausdruck auch für das Lostreiber - Anwesen gebraucht.' - Pernigel / Kr. Wolmar (Livl.)
'ein Landstück, das dem Badstüber zur Verfügung gestellt wurde.' - Riga u. Dorpat.
'winzigste Form des bäuerlichen Besitzes' Simonis / Wierland u. Randen / Kr. Dorpat.
'das Gleiche wie eine Lostreiberstelle' Gut Friedrichswalde / Kr. Wenden (Livland)
'eine Stelle in einer Badeanstalt (Saunabäder, Wannenbäder)' - Riga
'das Gleiche wie eine Lostreiberstelle. Nur wohnen die Insassen in einem kleinen Haus, in dem 1 Raum von den Wirtsleuten als Badstube (saun) benutzt wurde.' - Reval, eigentlich Fickel.
'neben der Landwirtschaft muß die Familie noch andere Arbeiten (Handwerk) machen, um leben zu können.' Werpel (Estl.) - vorher: Isaaki/Allentacken.
'Innerhalb (?) des roten Striches gelegene Hütte mit etwas Acker- u. Gartenland als Teillohn für 6-tagelang geleistete Handwerker- od. Knechtsarbeit beim Hof (=Gut) (Estn.: sáunamees)' - Kattentack i. Wierland
'die von einem Badstübler bewirtschaftete kleine Landstelle' - Wolmar - Pernau
'ganz kleine Landstelle (Häusler)' - Narwa
'Badstube als Betrieb (Sauna)' Landohn/Lettland
'ein Stück Land, das der Gesindewirt dem Bewohner des Wohnraumes in der Badstube überließ gegen bestimmte Arbeitsleistung' - Ligat, Riga, Kr. Wolmar
'Haus auf fremdem Grund'
'lett. „Pirteneck“, etwa dasselbe wie Lostreiberstelle; Badstubenstelle wird sie genannt, weil diese Hütten meist zugleich als Badstube (Pirts) dienten.' - Riga
'ein Stück Land, das von einem „Bauernwirt“ (Besitzer einer Landstelle) einem nicht besitzenden Mann für bestimmte Leistungen überlassen wurde. Z. Zt. der estn. Eigenstaatlichkeit gingen auf Grund eines „Badstübergesetzes“ diese Stellen meist in den Besitz der „Badstüber“ über.' - Reval bzw. Rickholz / Kr. Wiek.
'Grundstück, auf dem in der Nähe eines Gewässers die Badestube stand (sauna) finnisch; pirts/Lett, darer/russ.) In jedem Gesinde und Gut vorhanden.' - Kurland.
'kleine Stelle mit Budstube (Saun) und etwas Land zu einem Gut gehörig. Der Inhaber der Badstubenstelle hatte die Badstube zu betreiben u. auch sonst irgendwelche kleinen Pflichten.' - Dorpat u. Umgebung
'kleines Landstück von einigen Morgen, wie es die Handwerker hatten. Vielfach bekamen altgediente Soldaten solche Landstücke von der Krone.' - Kr. Mitau.
'arme Leute, die in einer Badstube lebten, aber auf dem Hof arbeiteten.' - Riga
'eine Landstelle in bäuerlichem (?) Besitz von ? 9 km.' - Reval u. Dorpat
'Ausdruck um 1930 nicht mehr gebräuchl.'
'eine armselige Hütte auf dem Lande mit Kartoffelfeld u. Wiese für 1 Kuh.' - Reval.
'Badestelle, Badeanlage im Freien, Badestube oder Bánja' - Riga, Hagensberg.
'wie Lostreiberstelle; Pächter wohnte häufig in der Badstube („saun“ estn.). Lostreiberstelle: Kleinstparzelle, nicht selbständig lebensfähig, Pächter zur Dienstleistung verpflichtet (auf Gütern od. Bauernhöfen)' - Walk.
'eine Kätnerstelle' - Reval 1918 - 39 vorher Südwierland (St. Simonis).
'sehr kleiner, ärmlicher landwirtschaftl. „Betrieb“, der seinen Besitzer oder Pächter oft nicht ernährt.' - Reval.
'die in Pacht vergebene Badstubenbenutzung' - Groß Jungfernhof.
'eine kleine Büdnerstelle mit etwas Gartenland u. kleiner Ackerfläche, welche die in der Bauernverordnung vorgeschriebene Mindestgröße eines Bauer-Gesindes (o. Hofes) nicht erreichte. Die Inhaber verdangen sich als Tagelöhner.' - von 1904 - 18 in Süd-Livland (Ligat).
'ein „Pópsnik“: der Badstuber besaß nur ein Haus - die Badstube, und nur Gartenland. Er betrieb keine Landwirtschaft u. arbeitete auswärts.' - Estland, Waldeck u. Pargenthal.
'ein Ort, wo ein Badehaus steht' - Riga.
'oder Popsstelle (aus dem Estnischen). Der Popsnik ist ein Mann, der auf fremdem Grund ein Häuschen baut, etwas Gartenland bebauen darf u. dafür Arbeit leistet; gewisse Tage fest abgemacht; das Häuschen auf gewisse Menge von Jahren, dann muß er es eventuell abreißen.' - Estland.
'der Besitz einer Badstube oder Anstellung dort. („Ich habe eine Stelle in einer Badstube“)' - Mitau.
'estn.: „saun“, sehr ärmliche Bauernstelle' - Dorpat bzw. Wesenberg.
'auf dem Lande die Badestube außerhalb des Hauses' - Talsen - Kurland.
'der Platen, an dem die Badstube (pirte) stand; meistenteils umgeben vom Birkenhain, da die Ruten zum Schlagen nach dem Bade benutzt wurden.' - Libau. Lettland, Kurland.
'von einem Badstüber (in der Badstube wohnenden Lostreiber) bearbeitetes Stück Land.' - Herbergen / Kurland, zuletzt in Riga.
'kleinstes ländliches Anwesen, so klein wie eine Sauna (Bad)' - Fellin, Reval.
In den Badstuben von Gesinden wohnten oft arme Leute gegen Arbeitsleistung; estnisch: saunik; oft war etwas Land dabei.' - Hallist / Kr. Pernau.
'eine Häuslerstelle' - Gut Rickholtz / Kr. Wiek.
'Badstüberstelle = dasselbe wie Lostreiberstelle; (weil oft eine alte Badstube (Sauna) als Wohnung diente' - Reval
'eine ganz kleine Pachtstelle, wie sie auf Bauernhöfen üblich war.' - Karlsberg über Abja / Kr. Pernau.
Badstüberstelle ' dasselbe wie Lostreiberstelle, Stelle eines Bauern ohne festes Dienstverhältnis, der sich auf ihm nicht gehörendem Bauern - oder Gutsland angesiedelt hat.' - Reval.
'eine kleine Eigentumsstelle, was man heite Nebenerwerbssiedlung nennt.' - Kreis Talsen u. Dorpat.
'Häuslerstelle' - Reval
'ein dem Bauern gehörendes kleines Anwesen (entsprechend dem Heuerling)' - Pernau (1900-1939)
'eine Häuslerstelle mit Badestube' - Reval.
kleinste Häuslerstelle' - Reval.
'eine Kate mit etwas Land' - Riga u. Kr. Pernau.
'Es war eine sehr primitive Unterkunft bei einem Bauerngesinde für landwirtschaftl. Hilfskräfte.' - Gut Sank bei Pernau.
'Hof und Land eines Badstübers (landwirtsch. Proletariat)' - Dorpat.
'nach heutigen Begriffen: Nebenerwerbsstelle; in keinem Fall eine Ackernahrung; meist in Verbindung mit dem Wohnen in der Hofsaune.' Kibbijarv / Kr. Dorpat.
'kleiner Bauernhof auf dem Bauernland' - Hördel.
'ein sehr kleiner Bauernhof, etwa die halbe Größe eines Normalbauern; Badstübler arbeiteten gewöhnlichein paar Tage auswärts.“ - Nini / Kr. Harjen.
'eine Kätnerstelle' - Riga.
'ländliches Badehäuschen (Sauna, Pirts) mit etwas Wiesenland und Brunnen oder offener Wasserstelle.
'ärmliche Bauernstelle in Pacht gegen Tagelohn zum Gute' Reval
'Sauna-koht, so viel Land, daß man sich gerade ein Schwein füttern könnte.' Dorpat, Estl.
'ein kleines Grundstück mit kl. Haus (Popsnik, Saunamees) . Estland, Narwa.

Balg der/das
'unartiges Kind' de Kind; et jõmpsikas
unzüchtigen Bälgen aufzupassen war, im alten Riga, Sache der Waldboten

QUELLEN

Gutzeit 1886, 101
Balg Unzüchtigen Bälgen aufzupassen war, im alten Riga, Sache der Waldboten. vgl. aufpassen.

Masing 1926b, 419
1) Balg, das; Pl. Bälger.
Balg - Kind


QUELLEN (Informanten)

Balg 'unartiges Kind' Gut Rawen (Kurland) 1910
Riga um 1939; Libau; Dorpat; Fellin; Talsen; Goldingen; Reval um 1930; Lübde/Livl.; Pernau 1900-1939; Kurland; Wierland bis 1918; Mitau; Arensburg; Hasenpoth; Modohn 1906-1939
Igast; Dorpat; Riga; Windau; Reval 1925; Pernau 1920; Arensburg 1900; Ösel; Hapsal 1930; Mitau 1900; Bauske; Libau; Virginelen 1920; Dagö; Walk; Werro; Pilten 1935; Goldingen 1930; Fellin 1930; Pernigel 1920; Windau
Mitau 1914; Reval um 1900
der Balg, die Bälger (Pl.) 'ungezogenes Kind' Reval um 1900
das Balg 'unartiges Kind' Riga um 1930

Bänkchen das
de Hocker, Schemel, Fußbank; et jalapink, järi
‣ Synonyme: Fußschemel, Schemelchen

QUELLEN

Martin 1931/32, 109
Bänkchen Nord-Baltikum: Wesenberg Fußbank, Schemel; Arensberg (Osel) Schemel, Fußbank; Hapsal Schemel, Fußbank; Reval Schemel (Dubl. Schemel); Nömme Schemel; Dorpat Fußbank; Narwa Fußbank, Schemel; Walk Schemel; Werro Fußbank, Schemel; [Dubl. Fußbank, Schemel); - Süd-Baltikum: Dubbeln Schemel; Dünaburg Schemel; Hirschenhof Schemel; Lemsal Fußbank, Schemel; Riga Schemel, Fußbank (Dubl. Fußbank, Schemel.........; Winterfeld Fußbank, Schemel; Wenden Schemel; Wolmar Schemel; Kurland: Kurland (allgem.) Schemel, Schemelchen; Alt-Autz Schemel; Frauenburg Schemel; Ohseln (Goldingen) Schemel; Kimahlen Fußbank; Goldingen Schemel (Dubl. Schemel); Planetzen Schemel; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Schemel; Hasenpoth Fußschemel; Libau Schemel (Dubl. Schemel, Bänkchen); Kutzau (Krs. Libau Schemel; Mitau Fußbank, Schemel (Dubl. Schemel); Talsen Schemel(Dubl. Schemel, Fußbank); Annahütte (Krs. Windau) die Fußbank; Tuckum Schemel; Windau Schemel.


QUELLEN (Informanten)

Bänkchen 'Hocker'

beganeffen V [h]
Vt

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland; Peterson, Mathilde: Talsen
betrügen

Beschen

QUELLEN

Martin 1933, 67
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Besen der

QUELLEN

Masing 1924-1926, 409
Besen (Prostituierte)
1) Besen (studentisch. Im Konventsprotokoll der „Fraternitas Rigensis“ vom 6. März 1835 heisst es zur Vorgeschichte einer studentischen „Reisserei“: „Sie seien bei einem Besen zusammengetroffen ... K. ärgert sich über Besen, dass er bei seinem Besen ist ..." Neben dem Simplex viele Komposita: Kolb a.a.O. „Nach dem Takt der schönen Ecossaisen Tanzen dort zwei dicke Strassenbesen.“ Asmuss a.a.Ö. „Fick_, Jagdbesen.“ Vgl. Klenz S.34 „Saubesen“. Jetzt nicht mehr gebräuchlich.)
Besen (weibliche Dienstboten)
2) Besen (Studentisch; heute nicht mehr üblich. Bertram a.a.O. Seite 107. Klenz S. 23. Häufiger in anderen Bedeutungen.)

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Bettgestell das

‣ Synonyme: Bett1

QUELLEN

Martin 1929/30, 56
Nord-Baltikum: Wesenberg Bettstelle, Bettgestell; Arensburg (Ösel) Das Bett, Das Bettgestell; Hapsal Bettstelle; Reval Bett, Bettgestell (Dubl. Bettstelle, Bettgestell; Nömme (b. Reval) Bettstelle; Dorpat Bettstelle, Bettgestell; (Dubl. Bett, Bettrahmen; Narwa Bettstelle; Walk Bettrahmen; Werro Bettgestell; (Dubl. Bettgestell, Bettstelle; - Süd-Baltikum: Dubbeln Bettgestell; Dünaburg Bett, Bettstelle; Hirschenhof Bett; Lemsal Bettstelle; Riga Bett, Bettgestell; (Dubl. Holzbett, Bettstelle; Bett; Bettgestell, Bettlade, Bettstelle, Bettstelle, Bettgestell) Winterfeld (Krs. Riga) Bettlade; Wenden Bettgestell; Wolmar Bettstelle; - Kurland: Kurland (allgem.) Bett, Bettgestell; Alt-Autz Bettgestell; Frauenburg Bett, Bettstelle; Ohseln (Goldingen Bett; Kimahlen Bettstelle; Goldingen Bettgestell (Dubl. Bettstelle; Hasenpoth Bettrahmen; Libau Bett (Dubl. Bettstelle); Kutzau (Krs. Libau) Bett; Mitau Bettgestell; Talsen Bettstelle (Dubl. Bett); Annahütte (Krs. Windau) die Bettstelle; Tuckum Bett; Windau Bettstelle.

Bettlade die

‣ Synonyme: Bett1

QUELLEN

Martin 1929/30, 56
Nord-Baltikum: Wesenberg Bettstelle, Bettgestell; Arensburg (Ösel) Das Bett, Das Bettgestell; Hapsal Bettstelle; Reval Bett, Bettgestell (Dubl. Bettstelle, Bettgestell; Nömme (b. Reval) Bettstelle; Dorpat Bettstelle, Bettgestell; (Dubl. Bett, Bettrahmen; Narwa Bettstelle; Walk Bettrahmen; Werro Bettgestell; (Dubl. Bettgestell, Bettstelle; - Süd-Baltikum: Dubbeln Bettgestell; Dünaburg Bett, Bettstelle; Hirschenhof Bett; Lemsal Bettstelle; Riga Bett, Bettgestell; (Dubl. Holzbett, Bettstelle; Bett; Bettgestell, Bettlade, Bettstelle, Bettstelle, Bettgestell) Winterfeld (Krs. Riga) Bettlade; Wenden Bettgestell; Wolmar Bettstelle; - Kurland: Kurland (allgem.) Bett, Bettgestell; Alt-Autz Bettgestell; Frauenburg Bett, Bettstelle; Ohseln (Goldingen Bett; Kimahlen Bettstelle; Goldingen Bettgestell (Dubl. Bettstelle; Hasenpoth Bettrahmen; Libau Bett (Dubl. Bettstelle); Kutzau (Krs. Libau) Bett; Mitau Bettgestell; Talsen Bettstelle (Dubl. Bett); Annahütte (Krs. Windau) die Bettstelle; Tuckum Bett; Windau Bettstelle.

Bettrahmen der

‣ Synonyme: Bett1, Bettgestell, Bettlade, Bettstelle

QUELLEN

Martin 1929/30, 56
Nord-Baltikum: Wesenberg Bettstelle, Bettgestell; Arensburg (Ösel) Das Bett, Das Bettgestell; Hapsal Bettstelle; Reval Bett, Bettgestell (Dubl. Bettstelle, Bettgestell; Nömme (b. Reval) Bettstelle; Dorpat Bettstelle, Bettgestell; (Dubl. Bett, Bettrahmen; Narwa Bettstelle; Walk Bettrahmen; Werro Bettgestell; (Dubl. Bettgestell, Bettstelle; - Süd-Baltikum: Dubbeln Bettgestell; Dünaburg Bett, Bettstelle; Hirschenhof Bett; Lemsal Bettstelle; Riga Bett, Bettgestell; (Dubl. Holzbett, Bettstelle; Bett; Bettgestell, Bettlade, Bettstelle, Bettstelle, Bettgestell) Winterfeld (Krs. Riga) Bettlade; Wenden Bettgestell; Wolmar Bettstelle; - Kurland: Kurland (allgem.) Bett, Bettgestell; Alt-Autz Bettgestell; Frauenburg Bett, Bettstelle; Ohseln (Goldingen Bett; Kimahlen Bettstelle; Goldingen Bettgestell (Dubl. Bettstelle; Hasenpoth Bettrahmen; Libau Bett (Dubl. Bettstelle); Kutzau (Krs. Libau) Bett; Mitau Bettgestell; Talsen Bettstelle (Dubl. Bett); Annahütte (Krs. Windau) die Bettstelle; Tuckum Bett; Windau Bettstelle.

Bettstelle die

‣ Synonyme: Bett1, Bettgestell, Bettlade, Bettrahmen, Bettstell

QUELLEN

Hupel 1795a, 23
Bettstelle, die, hört man durchgängig st. Bettgestelle; zuweilen bezeichnet sie auch den Platz wo ein Bett stehen kann.

Gutzeit 1859, 129
Bettstelle 1) Bettgestell; 2) Platz, wo ein Bett stehen kann, Schlafstelle, Bettstätte.

Gutzeit 1886, 141
Bettstelle Paul Grimm sagt in 418. I. 127: Eine der sog. Winkelwohnungen, d.h. solcher Wohnungen, wo nicht das ganze Zimmer, sondern jeder der 4 Winkel vermietet wird, oder vielmehr so viele Bettstellen, als nur hineingehen, verwertet werden. Zuweilen werden diese Bettstellen durch spanische Wände von einander getrennt. Eine Bettstelle ist an einen Herrn oder eine Dame, die den Tag über aus dem Hause, zu vermiethen vorstädt. Kalkstraße Nr. 18, 4 Tr. h. rig. Ztg. 1884. 259; ein kleines Zimmer, sowie auch Bettstellen sind an junge Leute zu vermiethen, städt. gr. Sandstrasse 11, 361. 1884. 261.

Masing 1926b, 59
Bettstelle Bettgestell (mnd. stelle 'Gestell')

Martin 1929/30, 56
Nord-Baltikum: Wesenberg Bettstelle, Bettgestell; Arensburg (Ösel) Das Bett, Das Bettgestell; Hapsal Bettstelle; Reval Bett, Bettgestell (Dubl. Bettstelle, Bettgestell; Nömme (b. Reval) Bettstelle; Dorpat Bettstelle, Bettgestell; (Dubl. Bett, Bettrahmen; Narwa Bettstelle; Walk Bettrahmen; Werro Bettgestell; (Dubl. Bettgestell, Bettstelle; - Süd-Baltikum: Dubbeln Bettgestell; Dünaburg Bett, Bettstelle; Hirschenhof Bett; Lemsal Bettstelle; Riga Bett, Bettgestell; (Dubl. Holzbett, Bettstelle; Bett; Bettgestell, Bettlade, Bettstelle, Bettstelle, Bettgestell) Winterfeld (Krs. Riga) Bettlade; Wenden Bettgestell; Wolmar Bettstelle; - Kurland: Kurland (allgem.) Bett, Bettgestell; Alt-Autz Bettgestell; Frauenburg Bett, Bettstelle; Ohseln (Goldingen Bett; Kimahlen Bettstelle; Goldingen Bettgestell (Dubl. Bettstelle; Hasenpoth Bettrahmen; Libau Bett (Dubl. Bettstelle); Kutzau (Krs. Libau) Bett; Mitau Bettgestell; Talsen Bettstelle (Dubl. Bett); Annahütte (Krs. Windau) die Bettstelle; Tuckum Bett; Windau Bettstelle.

Birse die
‣ Varianten: Birze
{lett.}

QUELLEN

HWbGA 1936, 202
Bökenwäldchen, Drischland (lett.)

Gutzeit 1886, 147
Birse Ob viel Byrsen u. Rhödungen nach (nah) dem Hoffe, 192. V. 284, livl. Rechtsgew. aus der poln. Zeit; wo das Laub in den Birsen verfreuret, da ist der Grund schwach, 328. 101; das Holz, welches in Birsen und auf fettem Lande wächst, das ist brokkerig, ebda 9. Nahe liegt, wie auch Jegór v. Sievers (429. 95. J. 1878) gethan, mit lett. birse Birkengehege, Birkenwäldchen zusammenzubringen. Die letzt angef. Stelle aus 328 lässt sich aber mit Birkenwäldchen nicht einigen; man denkt eher an Morast u. lett. purwis Sumpf.

Transehe-Roseneck 1890, 27

Bosse 1933, VI
Buschlande, Birse, Horst, Holm, Drischland, Lomse, Rodung, Wetßume - nur periodisch, meist in Form von Schwendäckern genutzte Ländereien.

Kiparsky 1936, 80f.
Birse [birzǝ] f. meist pl. 'Buschland, das nur periodisch, meist in Form von Schwendäckern genutzt wurde' ‹ lett. birze 'Birkenhain, -gehege'. Die ältesten Belege (J. 1335: birsen Samml. Bauer und J. 1341: terra cum birza Gutzeit N86 147; N94 6) stammen aus Riga; im 14.-17. Jh. bildet das Wort einen Bestandteil der Pertinenzformel der Güterurkunden, wird also zu einem terminus technicus. Von den ca. 150 Belegstellen des Wortes birse entfallen aber nur 5 auf Dorpat (30. VI. 1546; 7. VIII. 1566; 29. I. 1548; 20. I. 1550; 2. VII. 1550; Samml. Bruininck) und 2 auf Fellin (12. V. 1549; 25. I. 1558; Samml. Bruininck), alle andere stammen aus K. und LL. - Aus dem 17. Jh. stammen noch 4 Belege aus Reval (Brieflade II, 1, S. 239, 285, 299, 613). Vgl. oben S. 28.

Grosberg 1942, 9, 238, 318
Birkenhain
kleine, in das Kulturland eingesprengte Baumbestände, die für die livländische Landschaft so charakteristischen Birsen (9)


QUELLEN (Informanten)
Freytag-Löringhoff, Udo Baron: Gut. Rawen (Kurland); Schlau, Wilhelm: Livland, Mitau
Birse - Wäldchen. (lett.)


Birse - lett. Birke. 1. Riga; Baldohn; 2. Libau - Riga 'Birkenhain'; 3. Gut Namtsu/Kr. Talsen von 1922-39 in Talsen 'Birkenwäldchen'; 4. Riga 'Birkenwäldchen'; 5. die Birse (lett.) Riga 'kleiner Birkenwald (junge Bäume)'; 6. Popragger / Kr. Talsen, Gem. Erwuhlen 'Säbreite bei Handsaat'; 7. Lesten (1918-27) Kliggenhof u. Riga (1917-39) 'die in Stroh markierte Saatbreite': 8. Riga 'Birkenwäldchen' (die Birse, lett. Birse 'kleiner Birkenhain; 9. Riga - Pernau die Birse 'Birkenwald, aber auch Mischwald mit Birken'; 10. Fihteets. Kurland; zuletzt Lettgalen; 11. Riga / Lettl. 'kleiner Laubwald'; 12. Riga 'Birkenwäldchen'; 13. Goldingen - Libau (Kurland) 'Birkenwäldchen'; 14. Kliggenhof / Kr. Tuelhum (Kurland) 'junges, kleines Birkenwäldchen'; 15. Kurland 'kleines Wäldchen (a.d. Lettisch) i. Kurland sehr gebräuchlich!; 16. Riga 'Birkenwäldchen'; 17. Tergeln b/Windau; 18. Riga 'auf lett.: ein kleines Wäldchen'; 19. Libau/Lettl. 'Hain, Birkenbirse'; 20. Kiidjärve (Estl.) urspr. Riga; 21. Pastorat Schloß Scheijen 'kl. Birkengehölz'; 22. Mitau, früher Paplacken 'kleines Wäldchen': 21. Riga 'Hain, Wäldchen, nur Birkenhaine so genannt'; 22. Hoppenhof /Kr. Walk 'Birkenwäldchen'; 23. Goldingen / Windau 'Birkenhain'; 24. von 1904-1918 in Südwierland (Liegat) 'Birkenwäldchen'; 25. Neuenburg - Pastorat, Kurland. 'Birkenwäldchen des Gesindes'; 26. Groß Jungfernhof 'Birkengestrüpp'; 27. Riga 'Birkenwäldchen'; 28. Mitau 'Birke'; 29. zuerst Seßwegen, dann Kl. Ro..p/Kr. Wenden 'kleiner Wald'; 30 Riga 'Birkenwäldchen'; 31. Goldingen 'ein kleiner Hain'; 32. Dorpat, später Riga 'kleiner Baumbestand, Birkenwäldchen'; 33. Gut Iggen /Kr. Talsen 'kleines Birkenwäldchen'; 34. Riga 'Lett.: der Hain'; 35. Riga / Hagensberg 'Birkenhain'; 36. Goldingen 'Gehölz, lett.'; 37. Riga 'Birkenhein'; 38. Talsen 'Buschwald, Birkenwäldchen'; 39. Mitau; 40. Südlivland 'Hain (lett.), auch Streifen, die sich die Frauen vor der Saat machen ließen, um eine „Spurbreite - Anhaltspunkt“ zu haben'; 41. Riga 'Birkenwäldchen'; 42. Riga '-"-'; 43. Riga '-"-'; 44. Kr. Mitau -"-; 45. Goldingen u. Riga -"-; 46. Dorpat 'Birke'; 48. Libau 'Birkenhain'; 49. Druween /Kr. Wenden; 50. Kurland - Livl. 'in weiterem Sinne auch: kleineres Waldstück aus Mischwald'; 51. Riga 'Saatstreifen'; 52. Ligat, Riga, Kr. Wolmar 'Birkenwäldchen'; 53. Kandau 'Laubwäldchen'; 54. Bellenhof by Riga bis 1920, dann Riga 'Birkenwäldchen'; 55. Narwa -"-; 56. Landohn 'Wäldchen'; 57. Feldhof über Passmacken 'Birkenwäldchen'; 58. Gut Friedrichswalde /Kr. Wenden 'Birkenhain (unveränd. aus d. Lett.'); 59. Riga; 60. Riga u. Dorpat 'Birkenhain'; 62. Riga (lett. berza) = die Birke) 'kleine Birkenpflanzung'; 63. Pernigel / Kr. Wolmar 'Wäldchen, Hain'; 64 Riga 'kl. Wäldchen'; 65. Dorpat, Reval 'kl. Birkenwald'; 66 Antzem by Wenden, Werro -"-; 67. Riga, geb. 1902 'kleines, meist aus Birken bestehendes Wäkdchen'; 68. Blumbergshof 'Birkenwald'; 69. Neu - Rahden (Birse, lett.) 'ein kleines Feldgehölz'; 70. Riga und Süd-Kurland 'Hain, Wäldchen'; 71. Riga 'Birkenwäldchen'; 72. Riga und Brotzen / Kurland by Frauenburg -"-; 73. Riga u. Kustenhof in Livl. -"- (lett.); 74. Libau -"-; 75. Riga -"-; 76. Riga, Dorpat 'lett. für: Birke'; 77. Libau 'klleines Wäldchen'; 78. Ilsen, Kr. Walk 'kleiner Laubwald'; 79. Hasenpott, Riga, Wenden 'Hain, meist Birkenhain'; 80. Kurland 'Birkenrute'; 81. Bixten /Kr. Tuckum 'kleiner Laubwald'; 82. Kr. Talsen u. Dorpat 'Birkenwäldchen; 83. Riga -"-; 84. Kabillen /Kr. Talsen -"-; 85. Goldingen -"-; 86. Riga 'auch „Sille“, Flüßchen, Bach?'; 87. Wolmar, Livl. (lett.) (Jahrgang 1886) 'Birkenwäldchen, (Feldgehölz)'; 88. Wenden 'Birkenwäldchen (kein Lehnwort, sondern Fremdwort aus d. Lettischen'; 89. Strasdenhof by Riga 'Birkenhain'; 90. Herbergen /Kurland, Riga -"-; 91. Libau, Lettlamd, Kurland -"-; 92. Neuhausen, Kr. Hasenpott -"-; 93. Riga 'Birkenwäldchen; 94. Pussen, Kr. Windau -"-; 95. Prohden, Kr. Illerst (?), Kurland 'Wäldchen'; 96. Libau 'Birkenwäldchen'; 97. Tuckum -"-; 98. Riga 'kl. Wäldchen'; 99. Riga, Pernau 'Birkenwäldchen'; 100. Riga -"-.

blaken V [h]
Vi 'mit starkem Rauch brennen' de qualmen
Allen diesen Lampen war es aber eigen, daß sie manchmal 'blakten', und daß dann nach einiger Zeit ein sich steigernder Petroleumgeruch das Zimmer erfüllte, während Flöckchen wie schwarzer Schnee lautlos aus der Höhe herniederrieselten.

QUELLEN

Gutzeit 1886, 149
mit starkem Rauch brennen, qualmen (von Lampen)in einigen Familien gewöhnlich, in anderen dafür: dampfen; im 20. Jh. oft belegt ‹nd.›

Martin 1933, 104f.
Nord-Baltikum: Wesenberg rauchen, blaken, qualmen; Arenburg (Ösel) rauchen, räuchern, blaken; Hapsal blaken, rauchen; Reval rauchen, blāken, dampfen (Dubl. rauchen, blaken); Nömme qualmen; Dorpat blaken, qualmen, rauchen; Narwa räuchern, rauchen; Walk blaken, qualmen; Werro rauchen, qualmen (selten: Dubl. blaken, rauchen, qualmen); Süd-Baltikum: Dubbeln räuchern, blaken; Dünaburg rauchen, räuchern; Hirschenhof rauchen; Lemsal qualmen; Riga räuchern (Dubl. flammt, blākt, dampft; blaken, rauchen, qualmen; räuchern; blaken, räuchern; rauchen; rauchen, blaken, qualmen, räuchern); Winterfeld blaken, rauchen, schwelen; Wenden blaken; Wolmar rauchen, blaken; Kurland: Alt-Autz blaken; Frauenburg blaken, rauchen, qualmen; Ohseln (Goldingen) blaken; Kimahlen - Goldingen blaken, rauchen, qualmen (Dubl. blaken, räuchern); Planetzen rauchen, qualmen; Neuhausen (Kr. Hasenpoth) qualmen; Hasenpoth räuchert; Libau räuchern (Dubl. räuchern, blaken); Kutzau (Kr. Libau) blaken; Mitau blaken, qualmen, rauchen (Dubl. blaken); Talsen qualmen (Dubl. raucht, räuchert, blaken); Annahütte (Kr. Windau) räuchern; Tuckum blaken; Windau blaken.

Hueck-Dehio 1953, 36

Vegesack 1963, 188

Nottbeck 1987, 21
blaken (mhd.) - rußen / E.K.L.R.
Petroleumlampen blaken, wenn der Docht zu hoch geschraubt worden ist.

Kobolt 1990, 67
schw. V. qualmen von Lampen und Kerzen mnd. blaken 'flammen, brennen'; lbg. blaken 'qualmend brennen, rußen'; pr. blaken 'qualmend brennen'; nhd. blaken niederd. für: 'schwelen, rußen'.


QUELLEN (Informanten)
Lange, Harald: Riga, Südlivland
räuchern, rußig brennen. Die Lampe blakt entsetzlich.

Blossfeldt, E.: Arensburg, Ösel; Torro-Kock, Hanna: Riga
räuchern (von der Petroleum-, Öllampe)

Blaubeere die

QUELLEN

Fischer 1778, 222
Blaubeere Heidelbeere Vaccinium myrtillus

???, 11
Blaubeere Vaccinium uliginosum, Rausch-, Trunkelbeere. Blaubereifte Beere mit farblosem Saft, größer als die Schwarzbeere, süß-säuerlicher, etwas fader Geschmack.

???, 181
Blaubeere Vaccinium uliginosum, der Trunkelbeerstrauch, liefl. weiße Blaubeere.

Gutzeit 1859, 136
Blaubeere Nach Grimm Heidelbere. Wir unterscheiden beide, ebenso wie die Pflanzenkunde es thut.

Sallmann 1880, 116
Blaubeere Vaccinium uliginosum

Klinge 1882, 358
Sumpf-Heidelbeere, bei uns Blaubeere, Vaccinium uliginosum

Gutzeit 1886, 151
Blaubeere Vaccinium uliginosum, Blaubeeren, die bei Porsch wachsen, sollen Schwindel verursachen, und heißen Trunkelbeeren, Stender. Der Name auch auf Ösel.

Eckhardt 1896
Blaubeere hd. Trunkelbeere = baltische Blaubeere

Kupffer 1911, 315, 308
Blaubeere Trunkel- oder Blaubeere.

Seemann von Jesersky 1913, 106
Blaubeere Vaccinium uliginosum, Moos-Heidelbeere, Rauschbeere

Martin 1926/27, 312
Die baltischen Antworten ergeben folgendes Bild: Nord-Baltikum: Schwarzbeere, Blaubeere in Wesenberg: Schwarzbeern in Arensburg (Oesel); Schwarzbeere in Hapsal, Reval, Nömme (b. Reval), Dorpat (auch Blaubeere), Narwa, Walk (auch Blaubeere), Werro; Süd-Baltikum: Schwarzbeere in Dubbeln (Kr. Riga), Dünaburg und Petersberg (seine Abart mit weißem Fleiß (und) Blaubeere); Blaubeere in Hirschenhof; Heidel-, Blau- Schwarzbeere in Winterfeld (Kr. Riga); Heidelbeere in Lemsal; Schwarzbeere in Riga, Wenden, Wolmar; Kurland: Schwarzbeere (Vacc. myrtillus), Blaubeere (Vaccinium uliginosum) in Unterkurland; Blau-, Schwarzbeere in Alt-Autz, Frauenburg; Schwarzbeere in Ohseln (Kr. Goldingen); Blaubeere in Kimahlen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere in Goldingen; Heidelbeere in Planetzen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere, Blaubeere in Goldingen (Dubl.), Neuhausen (Krs. Hasenpoth); Blaubeere in Hasenpoth; Schwarz- und Blaubeere in Libau; Schwarzbeere, Glasing in Kutzau (Kr. Libau); Schwarzbeere [Besinge (Misdroy)] in Mitau; Blaubeere, Schwarzbeere (zwei verschiedene) in Talsen; Schwarzbeere in Annahutte, Tuckum, Windau.

Ariste 1938, 253
Blaubeere [blåu bērə] 'Vaccinium uliginosum ‹est. sinikas id. 'c'est-à-dire 'baies bleues'. - Gutzeit 1886, 151. Comme Blaubeere se présente aussi en balte de lettonie, il faut penser à une influence simultanée du letton zilane (‹zils 'bleu'). Blaubeere signifiant Vaccinium myrtillus a une diffusion plus vaste et n'est pas particulier à l'aire considérée ici (B. Martin, Teuthonista, III, 313).

id Blech redenBlech
‣ Belege: Dorpat, Riga, Talsen
'unüberlegt sprechen'

Borstfeger der

QUELLEN

???, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Borstwisch

QUELLEN

???, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Brettdroschke die
‣ Varianten: Bretterdroschke
'ungefedertes, langes, gepolstertes Brett, auf dem man im Quersitz saß'
vgl Brettwagen

QUELLEN

Sallmann 1880, 56

Gutzeit 1886, 178
Brettdroschke eine lange auf dem Lande gebräuchliche Droschke, deren Sitz ein längeres, mit einem Kissen bedecktes Brett bildet, auf dem die Männer oft rittlings sitzen.

Vegesack 1935, 56, 205

Baranow 1941, 95
Bretterdroschke = estn. Kriips.

Hueck-Dehio 1953, 48f.
... die alte Brettdroschke, die Wolf .. kutschierte. Er saß .. rittlings über dem polsterbelegten Brett. .. Hinter Wolf auf der Brett-Droschke, rittlings wie er, saß ein sehr schlankes Mädchen.

Hueck-Dehio 1955, 16
Brettdroschke = niedriger Jagdwagen mit einem federnden Brett als Sitz.

Vegesack 1963, 20


QUELLEN (Informanten)
Kruedener, Hella, Baronin: Kreis Wolmar; Hörschelmann, O. von: Livland
Brettdroschke Gefährt für Wald und Feldwege geeignet, für 3-4 Personen; ein langes Brett, vorne und hinten breiter mit aufgeschnalltem Polster, auf 2 Achsen ruhend.


Brettdroschke ungefedertes, langes, gepolstertes Brett, auf dem man im Quersitz saß.
Narwa, Kan(u?)dau, Allendorf (Kr. Wolmar), Paschlep (Kr. Hapsul), Riga, Dorpat, Reval, Südlivland (Wenden), Druween (Kr. Wenden), Gut Iggen (Kr. Talsen), Stadt Walk, Soosaar (Fellin), Kerjell (Kr. Werro), Pernau, Blumbergshof, Werro, Wolmar, Dago, Bixten (Kr. Teckem), Arensburg, Punen (Kr. Windau), Härdel, Gut Kackowa (Kr. Werro), Kattentack, Friedrichswalde (Kr. Wenden), Nömkull (Kr. Jerwen)

Burke die
'zylinderförmiges Glasgefäß zum Einmachen'

QUELLEN

Hupel 1795a, 39

Gutzeit 1859, 161
auch Burka

Hoheisel 1860, 26
auch Burka

Sallmann 1880, 17
Glas für Eingemachtes (schwed. burk - Dose Hä?flein?)

Gutzeit 1886, 197

Seemann von Jesersky 1913, 109

Masing 1926b, 75
Bŭrke (Kurland) 'ungebildeter Mensch, Prolet, Bauer' (Diminutiv zu mnd. būr; Meier Helmbrecht, V. 764 ey waz sakent ir gebūrekīn; vgl. Frischbier I, S. 120 Būrkeherr 'Bauerherr, Bauer'

Kiparsky 1936, 77

Nottbeck 1987, 24

Kobolt 1990, 77


QUELLEN (Informanten)
Lutzau, Harald von: Kabillen, Kreis Talsen
Burke = Kust 'schlechter Kerl'

Bürste die
‣ Varianten: Bärtsche

QUELLEN

Gutzeit 1859, 162
Das Har steht ihm wie eine Bürste; das junge Gras steht wie eine Bürste: dicht und steif.

Sallmann 1880, 30
Besen

Gutzeit 1886, 199
Besen, 390c. 30 und 117: „In Deutschland in diesem Sinne nur noch in „Bürstenbinder“ allgemein'. Das ist wol irrig. In Livland hat Bürste nie die Bed. von Besen.

Seemann von Jesersky 1913, 104
Bärtsche, Bürste

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Coupé
‣ Varianten: Coupe
'geschlossene Droschke mit Glasfenstern' de Wagen

QUELLEN

Pantenius 1880, 2
Bahn-Abteil

Sallmann 1880, 26, 56
Coupé (frz. Einfluß)

Gutzeit 1886, 166
Ein Coupé ... rig. Ztg. 1865, 52 [Bracke]

Wistinghausen 1954, 29
(Eisenbahn-)Abteil

Nottbeck 1987, 26
Coupé (fra.) - Eisenbahnabteil. - Leichter geschl. Wagen E.K.L.R.
Das Coupé war besetzt. - Das Brautpaar fuhr im Coupé zur Kirche.

Kobolt 1990, 80
Abteil
Coupe nhd. veraltet Coupe, noch östr. für: Wagenabteil.


QUELLEN (Informanten)

Narwa, Lamdohv, Allendorf (Kr. Wolmar), Paschlep (Kr. Hapsul), Dorpat, Libau, Reval, Druween (Kr. Wenden, Gut Iggen (Kr. Talsen), Mitau, Talsen, Stadt Walk, Goldingen, Soosaar (Fellin), Neuerburg, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Goldingen/Windau, Stoppenhof (Kr. Walk), Kerjell (Kr. Werro), Pernau, Bauske, Werro, Narwa, Gut Richholz (Kr. Wiek), Karlsberg (Kr. Pernau), Wolmar (bw). Kabillen (Kr. Talsen), Dago, Bixten (Kr. Teckern), Pernau, Prohden (Kr. ...), Fellin, Punen (Kr. Winden), Härdel, Gut Kaakowa (Kr. Tuckum), Saara (Kr. Pernau), Kattentack, Feldhof (b. Sassmaken), Werpel, Pernigel (Kr. Wolmar), Ubia - (b. Wesenberg), Hapsal, Sagnitz (Kr. Walk), Wärnkull (Kr. Jerven),

dampfen

QUELLEN

Gutzeit 1864, 176
1) auf der Eisenban od. im Dampfbot. Wir dampften nach Moskau. Ebenso abdampfen: abfahren. Bei Grimm nur auf Dampfböten. 2) vom blühenden Roggen, stäuben, Gew. Die Roggenblüte hat gedampft, St.

Gutzeit 1886, 149
blaken ... in einigen Familien gew., in anderen dafür: dampfen.

Martin 1933, 104f.
Nord-Baltikum: Wesenberg rauchen, blaken, qualmen; Arenburg (Ösel) rauchen, räuchern, blaken; Hapsal blaken, rauchen; Reval rauchen, blāken, dampfen (Dubl. rauchen, blaken); Nömme qualmen; Dorpat blaken, qualmen, rauchen; Narwa räuchern, rauchen; Walk blaken, qualmen; Werro rauchen, qualmen (selten: Dubl. blaken, rauchen, qualmen); Süd-Baltikum: Dubbeln räuchern, blaken; Dünaburg rauchen, räuchern; Hirschenhof rauchen; Lemsal qualmen; Riga räuchern (Dubl. flammt, blākt, dampft; blaken, rauchen, qualmen; räuchern; blaken, räuchern; rauchen; rauchen, blaken, qualmen, räuchern); Winterfeld blaken, rauchen, schwelen; Wenden blaken; Wolmar rauchen, blaken; Kurland: Alt-Autz blaken; Frauenburg blaken, rauchen, qualmen; Ohseln (Goldingen) blaken; Kimahlen - Goldingen blaken, rauchen, qualmen (Dubl. blaken, räuchern); Planetzen rauchen, qualmen; Neuhausen (Kr. Hasenpoth) qualmen; Hasenpoth räuchert; Libau räuchern (Dubl. räuchern, blaken); Kutzau (Kr. Libau) blaken; Mitau blaken, qualmen, rauchen (Dubl. blaken); Talsen qualmen (Dubl. raucht, räuchert, blaken); Annahütte (Kr. Windau) räuchern; Tuckum blaken; Windau blaken.

dellern V [h]
Vi

QUELLEN (Informanten)

Peterson, Mathilde: Talsen
einen Stein so werfen, daß er mehrmals auf der Wasserfläche aufspringt.

Dielenbürste die

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Kobolt 1990, 84
Fußbodenbürste, Haarbesen. s. Diele.

Dogcart
‣ Belege: Riga, Reval, Dorpat, Mitau, Bauske, Pernau, Talsen
'Droschkenart; zweirädriger Karren für 1 Pferd'

Dörnse
‣ Varianten: Dörniss

QUELLEN

Gutzeit 1864, 194
Dörniss, Dornse, Dorniss, Dörntze, Dornze, Dörnse, Dörnsse, Dortze, die, heizbare Stube. Die bei Grimm angef. Formen Durnitz, Dürnitz Türnitz sind mir nicht begegnet. ─ Die Kreyge'sche Urk. v. 1390 hat: in der Dortzen, wahrscheinlich: Versammlungsstube; das Buch d. Älterleute (235. 138): inn meiner Dornsse; Hennings Chronik v. 1590: Dörntze; ein Schriftstück v. 1502: Dornse; die Kirchenreform. Kurlands v. 1570: Dörnisse. In Taube's Spottgedicht steht: auf der Dorniss die Bencken drücken, was E. Pabst in 192. III. „faulenzen“ erklärt. Ebenda steht: form Schornsteine. E. Pabst erklärt „vor dem dem Schornsteine = auf der Diele, auf der Dorniss, jetzt (?) in der Dornzen.“
Die Ableitung aus d. russ. Gornitza widerstrebt. Das Wort türnitz kommt schon im 11ten Jahrh. vor, als noch kein Einfluss der russ. Sprache auf Deutschland stattfinden konnte; es wäre auch auffallend, dass ein russ. Wort sich durch ganz Norddeutschland und Dänemark verbreiten konnte in so verschiednen Gestalten, nie aber mit anlautendem g. Es ist ferner nicht zu vergessen, dass das russ. Reich der Waräger im Norden sich auf finnischen Stämmen gründete, und dass die vom Süden nordwärts dringenden slav. Völker Heizeinrichtung und geheizte Stuben eher von den dort wohnenden Nordländern kennen lernten, als umgekehrt. Erinnert endlich Gornitza an Gorn, Herd, u. goretj brennen, so erinnert Dornse, Dürnitz u.s.w. an Darre, dörren und dürren. Das brem. Wörterb. sagt: Dörnse für Dörn-ste, gew. ausgesprochen Donse, eigentlich darenstede d.i. Darrenstätte. Das ist unwahrscheinlich.

Sallmann 1880, 30
Dörnse, heizbare Stube, hd. Dürnitz, mnd. dornitze, dor(n)tze, dornse, donse, muthmaßlich von slav. dvernice, ruß. gornitza.

Gutzeit 1886, 216f.
Dornse [Dörnse], die. In der dornsen eder in den kleten. In Grimms Wtb. scheint kein ähnlich alter Beleg für Dornse sich zu finden, obgleich doch das gleichbed. Dürnitz (turnitza) schon in einem ahd. Glossar des 11. Jahrh. bezeugt ist. - Grimms Wtb. sagt: man vermutet, Dürnitz sei aus dem russ. gornitza gebildet, das gleiche Bedeutung hat. Diese Vermutung ist ganz wahrscheinlich. Denn auf welche Weise und weshalb sollte russisches g in allen deutschen Gegenden, bis nach Frisland und Dänemark hinein, immer und überall sich in d (t) verwandelt haben? Eine slawische Herkunft des Wortes Dürnitz aber verrät sich durch die Endung nitz; die Gestaltung mit d deutet wiederum darauf, dass es aus slawischen Wörtern Deutschlands sich herausgebildet hat, und dass Dürnitz als Entstellung u. Vermundrechtung des slaw. dvernica, dvarnáica u. ä. anzusehen ist - vorausgesetzt, dass diese slaw. Wörter Deutschlands auch echtslawisch sind. Denn süd- und ostslawisch sind sie nicht.
Verraten sich die Gestaltungen d. Wortes Dürnitz durch ihr nitz od. nitze als slaw. Ursprungs, so felen dagegen diese Endungen den Wörtern Dornse, Donse, Donsche, Dorse, Dor(n)tze u.a. so vollkommen, dass zu glauben wäre, ein deutscher Stamm (dörren, dürren) liege ihnen zu Grunde oder sei wenigstens mit ihnen zusammengebracht und dadurch d. Fremdwort verständlicht. Zu bemerken ist außerdem, dass dasselbe Wort sich auch im lat. fornax, fernus, furnus findet, welche man von fovere ableitet und man daher mit gleichem Grunde auch Dortze, Dorsne mit dörren, dürren zusammenfüren könnte und franz. fourneau, Ofen. Die deutsch-slawischen Wörter zeigen somit als Anlaut dv, das russische g, die deutschen d, die lateinischen f. Eine Urverwandtschaft aller dieser gleichbedeutenden Wörter in ihrem Stamm ist daher nicht ausgeschlossen. - Wie Dornse und Dürnitz, Dörnitz dem Slawischen entlehnt zu sein scheint, so wird auch das Wort Stube wiedergefunden im slaw. изба kirchenslaw. истьба altruss. истоба (bei d. Südletten ustaba. bei den Nordletten istaba). Das slaw. Wort, meint man, sei zu den german. u. roman. Völkern gedrungen, zu deutschem Stupa, Stuba, Stube, franz. étuve, ital. stufa, span. estufa, engl. stove, isl. stofa geworden. Als ursprüngliche Bed. des slaw. истьба vermutet man Feuerherd (vgl. russ. горнъ, lat. fornus, fornax) - in einem Zelte oder einer Jurte. Das altruss. истоба bedeutet bereits Badstube und später erst Wohnstube mit Ofen. vgl. E. Kunik, Al-Petri, S. 112-113. - Man kann indessen noch weiter greifen u. einesteils erinnern an griech. στέγη Haus, Zimmer, andernteils an mlat. aestu(arium) Warmstube, welches mit aest- an slaw. ист(оба), mit stu an deutsches Stu-be streift. Vergleichen wir noch weiter deutsches heizen u. Hitze mit lat. aestuare u. aestus und berücksichtigen wir, dass heizen im Russischen топить bezeichnet, so erscheint selbst топ-, neben топка (Heizung u. Raum, in dem das Holz brennt), wie ein Mittelding zwischen истоба u. Stube, stupa, stofa u.s.w. - Endlich ist noch zu beachten das deutsche Kemenate, heizbarer Wohnraum, welches aus mittellat. caminata (Zimmer mit Kamin) herstammen soll. Wäre nun Dornse-Dürnitz und Stube slaw. Ursprungs, ist Kemenate lateinischen oder italienischen, so könnte vermutet werden, dass die alten Deutschen Kenntniss und Gebrauch geheizter Stuben von fremden Völkern entlehnt haben, was indess kaum gleublich ist, obwol die deutsche Sprache keine entsprechenden Ausdrücke hat. Mit Kemenate fällt russ. комната Zimmer zusammen.
Bei uns scheinen nur die Gestaltungen Dornse, Dorze, Dortze, Dörnse, Dörntze u. Dörnsse, Dörnisse vorzukommen; Dürnitz u.s.w. sind mir nicht begegnet. Der älteste Beleg für Riga, in der Gestalt Dortze, ist aus d. J. 1390. Im Schwarzhäupterhause Revals wird 1407 des „Vorhauses“ und bald darauf der „Dontze“ gedacht, vgl. 484. 12 u. 23. Dornze war d. Versammlungsraum im unteren Stockwerke des Gebäudes; die „neue Dornze“ entstand in dem 1531 hinzugekauften Gebäude. vgl. 484. 12. 23. 64. Vergehen im „Vorhause“ (Vorraum) wurden gelinder bestraft als d. im Sale. Anderwärts wird Dörnse gegenübergestellt der Löwe oder Löbe. So heißt es in Urk. Nr. 1520 aus Goldingen (vgl. 399): in der Dörnsen und in der Löwen. Hierauf hat E. Pabst in 379. I. 11. Anm. Anm. 14 aufmerksam gemacht.

Masing 1926b, 57
Dörnse, „heizbare Stube“ (Sallmann [s.o.]; mnd. dornitze, dornse; Grimme S. 155 dönsch; Schumann S. 20; Döns „Wohnstube“; Klaus Groth, „Quickborn“ I S. 281 Dörnsch; Grube S. 14 "Dönsk)".

DRWB II, 1073f.
[mehrere Belege, nicht Gutzeit]

???, 177f.
„Dönse“ und Verwandtes


QUELLEN

etwa Darre?
1. geb. Gut Namtsn [??] /Kr. Talsen, von 1922-39 in Talsen; 2. Riga → in Livl. unbekannt; im Mecklenb. „die Stube des Bauernhauses“; 3. Reval → Dörre; 4. Riga → Darre ?; 5. Gut Sank by Pernau → die Milchstube im Bauernhaus; 6. Reval → heizbarer Wohnraum; 7. Hallist, Kr. Pernau; 8. Libau - Lettland - Kurland → Trockenboden für Getreide; 9. Riga, Pernau → Riege

Dradsching

QUELLEN (Informanten)

Freiberg, Herta: Mitau, Riga; Grotthuss, Marie Baronin: Iggen, Kreis Talsen
Griebe. ‹ lett. WL 3,48.
Dradschen (Grotthus u.a.)

id eine Tschunne machenTschunne

QUELLEN (Informanten)

Grotthuss, Marie Baronin: Iggen, Kreis Talsen
ein unzufriedenes Gesicht machen, eine Schnute machen, maulen (WL 5, 28)
auch: Tschunne (Kurl.), Tschumbe u. Tschuntsche.
Im lett. Sprachbereich 21 mal belegt, im estn. nur 4 mal.
ein Tschunning machen - Schmollmund


Schmute ? machen (Riga)

eintunken
de eintauchen

QUELLEN (Informanten)


Reval um 1920; Libau, Riga um 1930; Werro um 1915; Fellin, Dorpat, Talsen, Landwieck vor 1939; Goldingen; Bauske; Lübde / Livl.; Wesenberg; Fennern; Kurland; Wierland bis 1918; Mitau; Tuckum; Pernigel um 1900; Windau um 1900; Modohn 1906-1939; Hasenpoth 1938/39; Arensburg um 1935; Mesothen; Walk um 1930; Pernau; Sassmacken; Südlivland.
Riga 1900 (bis 1939); Gut Rawen (Kurl.) 1930; Reval 1910; Windau, Ligat 1910; Pernigel, Fellin, Dorpat 1910; Pilten, Goldingen; Wenden 1935; Fennern, Ösel 1910; Mitau 1910; Pernau 1930; Virginelen 1920; Talsen 1910; Wolmar Kr. Pernau 1900; Walk; Hapsal 1935; Volmar 1920; Igast 1910.

Eiskeller der

QUELLEN

Sallmann 1880, 119
Eiskeller auch solche Räume zur Aufbewahrung von Eis, die, mit Erde oder Rasen überdeckt, zum größeren Theil über der Erde liegen.

Gutzeit 1886, 242
Eiskeller. Vier auf Eiskellern verwahren, 182, st. in.

Vegesack 1963, 49

Kobolt 1990, 97
Eiskeller m Eiskeller
nhd. Eiskeller


QUELLEN (Informanten)

1. Fellin 2. Kliggenhof / Kr. Tuckum 3. Wesenberg 4. Goldingen / Windau. Kurland 5. Riga 6. Gut Iggen / Kr. Talsen 7. Mitau '(ohne Eis!)' 8. Reval 9. Riga 10. Dorpat u. Umgebung 11. Wenden 12. Bellenhof bei Riga bis 1930, dann Riega; Riga, Litauen 13. Alt-Wrangelshof bei Dorpat 14. Riga 15. Riga 16. Kibbijärv / Kr. Dorpat 17. Narva, Estland 18. Riga, geb. 1902 19. Neu-Rahden 20. Riga u. Kurtenhof in Livl. '(außerhalb des Hauses in der Erde)' 21. Reval 22. Pernau (1900-39) 23. Gut Rickholtz, Kr. Wiek 24. Neu-Rahden 25. Riga, Dorpat, Reval-Land 26. Herbergen / Kurland, Riga 27. Riga 'riesige Eisblöcke im Innern gestapelt' 28. Baltischport, Petersburg, Fellin

Falland
‣ Varianten: Fahland, Fahlland, Pfahlland, Vahland, Valand

QUELLEN

Lindner 1762, 233
Pfahlland, (wie es vermuthlich zu schreiben ist, weil man erst, wo keine Ställe waren, das Vieh zwischen Pfählen eingeschlossen) ist der Viehstall, in Deutschland auch Schoppen.

Fischer 1778, 15
ihr Viehgarten oder Vahland (Viehland, Viehhof), wie man bey uns die Viehställe zu nennen pflegt.

Bergmann 1785, 80
Fahland 'Viehof'

Hupel 1795a, 59
Fahlland, das, bezeichnet die sämtlichen beysammen stehenden Viehställe nebst dem von ihnen eingeschlossenen Hofraum. (Vielleicht haben die Pfähle, welche den letzteren an unbebauten Seiten einschließen, den Namen veranlaßt, aber dann müßte man Pfahlland sagen. Lange schreibt Faland und nennt auch einen einzelnen Viehstall so.
ebd. S. 273 (Nadberg ?) „Einige schreiben Valand oder Vahland, und sagen Valandsställe st. Viehställe.“

Hupel 1795b, 234
Valand oder Vahland schreiben Einige st. Fahland, dessen Erklärung man im Idiotikon findet.

Hupel 1795b, 234
Valand oder Vahland schreiben Einige st. Fahland, dessen Erklärung man im Idiotikon findet.

Gutzeit 1864, 270f.
Falland, meist das, zuweilen der, u. beide Geschlechter sowol jetzt, wie in d. ältesten Belegen —: Der „Viehstall auf Guts- u. Bauerhöfen, u. zwar das Stallgebäude nebst dem von diesem eingeschlossenen Hofraum (Burg od. Viehburg). Hupel erklärt: die sämmtlichen beisammenstehenden Viehställe nebst dem von ihnen eingeschlossenen Hofraum; Gadebusch (325): die Viehställe; Lindner (320), Bergmann u. Lange: Viehstall. Brotze gibt in seinen Denkmälern VIII. 145. Grundriss u. Beschreibung eines Halbhäkner-Fallandes.
Das Wort ist in Livland gäng u. gäbe; in Estland st. dessen Viehhof u. Viehgarten. Es fehlt in unserm ersten Schriftsteller über Landwirthschaft, Gilbert, u. begegnet zuerst in Neidenburg (329 u. 330). In 329. 38: das Fahland; in 330. 8 u. 9: der Vahland. Die älteste Gestalt d. Wortes ist demnach Fah - u. Vahland, — wie auch noch gegenwärtig durchweg gesprochen wird. Brotze a. a. O. sagt, die Herleitung des Worts sei ebenso ungewiss wie die Schreibung; man finde Fah-, Fahl-, Pfahl- u. Vahland. Gadebusch (325) schreibt Faland u. schwankt zwischen Fasel- u. Pfalland, neigt aber zu letztem; alle übrigen, von Lindner an, glauben in Falland eine Entstellung von Pfal-Land zu erkennen, weil man zuerst da, wo keine Ställe waren, das Vieh zwischen Pfälen eingeschlossen hielt (Lindner), od. weil Pfäle den besagten Hofraum an unbebauten Seiten einschließen (Hupel). Diese Ableitung erscheint gezwungen u. wahrscheinlicher ist der Zusammenhang 1) mit dem angels. u. engl. fald od. falda, = Pferche, Hürde, also Faldland, Falland = Pferch- oder Hürdeland; mit dem engl. fold, Pferch, Hürde, Schafstall, Herde, Falland also = Herde - od. Vieh-stall-Land. Zu vergleichen ist hierzu die jetzt fast erloschene hochd. Bedeutung des Wortes Falte (vgl. Grimm. 1299. 5.): abgelegner, eingehegter Raum, — welche sich schon, wie bemerkt, im ags. fald, Rinderstall, Schafstall vorfindet, vgl. Dufrêsne (Ducange) unter Fald: Stall und Zäunung. 2) mit dem nd. faal in den Wörtern Messfaal, Misthaufe, der Ort, wo der Mist aus den Ställen zusammengeworfen wird, und plaggen-faal, Haufe auf einander gelegter u. schichtenweise mit Mist vermengter Plaggen od. Erdschollen, zur Düngung des Ackers. Die Zusammensetzung mit Land kann nicht auffallen, da wir auch das Fallandgrube Viehgarten (Hofraum u. Stallgebäude) besitzen; sie deutet nur darauf hin, dass die ursprüngliche Bed. nicht das Stallgebäude, sondern den eingehegten Raum in sich schloss.
Das Falland ist der Standplatz der Ochsen. Kühe, Schafe, Ziegen u. Schweine. Hier findet die Mästung der Ochsen mit heißer Brage statt; hier wird der größte Theil des Düngers gewonnen. Schon 330 lehrt, die Humpeln von den gereinigten Heuschlägen in den Vahland zu stürzen, S. 9, um Dünger zu gewinnen, vgl. Fallandgrube. Es heißt auch daselbst auf S. 8: hat ein Hauswirt 15 Pflüge, soll er 10 zum Acker u. 5 jährlich zum Vahland od. neuen Mist legen, u. ebda.: soviel Arbeiter soviel Fuder Streuung in dem(den) Vahland. — Ein gewällertes Fahland (Gebäude), das unverputzt ist, 176. 1838. 42.

Pantenius 1880, 26
das Pfahlland - Viehstall

Gutzeit 1886, 254
Falland. Fischer (170. 118):, die Viehgärten oder Vahlande (Viehlande oder Viehhöfe), wie man die Viehställe in Livland nennt. — Vermutlich von nd. fal od. faal: Misthaufen oder Ort, wo der Dünger aus den Ställen zusammengeworfen wird, 479. Bei uns übertragen auf die Ställe, welche sich um diesen Ort befinden, die Viehställe. Frischbier (476) hat Fahlland in der Bed. von Land, auf dem nichts wächst.

Rig. Almanach 1886, 74
Der Weg zum Fahland führt quer durch die Allee, durch welche man zum Herrenhause gelangt.

Gutzeit 1887b, 342
Pfalland. Pfahland, wie es, sagt Lindner (480. 233), vermutlich zu schreiben ist, weil man erst, wo keine Ställe waren, das Vieh zwischen Pfählen eingeschlossen, ist der Viehstall, in Deutschland auch Schoppen. - s. Falland.

Gutzeit 1889c, 1
Valand, das, s. Fa-, Fah-, u. Pfalland.

Seemann von Jesersky 1913, 116
Fahland, von Pfählen umgebener Raum für das Vieh

Grosberg 1942, 10, 14, 315
der Pfahlland 'Viehhof, ein von den Ställen und einem Zaun mit der Einfahrt umgebener Raum mit der Düngerstätte in der Mitte.“
Der Rittmeister baute ferner den massiven Pfahlland. (14)


QUELLEN (Informanten)
Kriston, O: Kreis Mitau, Bauske
Fahland 'Kuh- und Schafstall'
Um 1890 gab es in der Gegend von Bauska die Bezeichnung Fahland für Kuh- und Schafstall im Gegensatz zum Pferdestall. Alle m. Bemühungen, die Entstehung dieser Bezeichnung zu erfahren, waren umsonst. Auch in Ostpreißen sei dieses Wort bekannt.


Fahlland, Vahland 'Viehstall' 1. Tergeln by Windau, 2. Goldingen.


Fahlland 'Viehstall' (Kabillen, Kr. Talsen)


Fahlland - umbauter Viehhof.

Koskull, C. von: Windau
Falandt - Viehstall (wahrscheinlich veralteter Ausdruck)

Hollimann, Oskar: Riga
Pfalland - Kuhstall (aus Redensarten unserer Großmutter)


das Valand (?) 'der viereckige Hof (mit dem Dungerhaufen)' (Wenden)


das Pfahlland 'Rinderstall mit Auslauf', 'Pferdestall' (Oesel um 1905, Walk um 1930, Reval, Mitau, Riga)


Pfahlland 'der viereckige Hof (mit dem Dungerhaufen)' 1. Libai - Riga; 2. Lesten (1918-27), Kliggenhof u. Riga (1927-39) 'Viehstall' (Nur von alten Menschen gesprächsweise gehört); 3. Pernigel /Kr. Wolmar 'in Kurland diese Bezeichn.; damit werde aber auch der Viehstall selbst bezeichnet'; 4. Riga, Hagensberg; 5. Neuenburg-Pastorat, Kurland 'Ausdruck nur noch wenig gebraucht. In der Mitte des Pfahllandes war die Düngegrube. Seitlich an den Gebäuden / Ställen führten breite Bretterstege; 6. Kurland, Litauen; 7. Libau; 8. Riga, geb. 1902, 9. Riga 'Viehof'; 10. Neu-Rahden 'Viehstall'; 11. Prohden/Kr.Illerst (?), Kurland 'Viehstall';


der Fahlund (Stall für Kühe) - Stall (Mitau 1914)

Faselstall der

QUELLEN

Gutzeit 1864, 272
Faselstall, was Faselhaus. Schon Hup. [Id. S. 60]


QUELLEN (Informanten)

Faselstall 'der Hühnerstall' (oft so genannt): 1. Neuenburg-Pastorat Kurland; 2. Riga, Hagensberg 'Federvieh' (Hühner etc.); 3. Riga 'Hühnerstall', 'Geflügelstall'; 5. Riga [dass.]; 6. Hasenpott, Riga, Wenden [dass.]; 7. Kr. Talsen u. Dorpat [dass.]; 8. Riga 'Hühnerstall'.

Federwagen der
'kleiner Wagen mit Federn unter dem Wagenkasten'

QUELLEN

Gutzeit 1864, 274
Federwagen 1) Wagen auf Federn.
2) englische Federwagen von 2 Lot bis 400 Pfund wägend, rig. Ztg. 1862.

Sallmann 1880, 56
Federwagen.


QUELLEN (Informanten)
Lange, Harald: Riga, Südlivland
gefederter Wagen. Der Stenz (Geck, Schwiet) fährt im Federwagen.


Einspänner, 'Droschkenart', 'kleiner Wagen mit Federn unter dem Wagenkasten'
Wolmar - Pernau, Fellin, Riga, Oesel, Goldingen, Neuerburg, Gohringen/Windau, Hallist (Kr. Pernau), Talsen, Kliggenhof (Kr. Tuckum), Freiderichswalde (Kr. Wenden), Sagnitz (Kr. Walk)

Fegebürste die

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Feglisbürste

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Femerstange die
‣ Varianten: Fehmerstange, Fiemerstange

QUELLEN

Bergmann 1785, 22
Femerstange, zwo hölzerne Stangen vor einem einspännigen Wagen oder Schlitten, darinn nur ein Pferd vorgespannet wird [vielleicht Seitenstangen].

Gutzeit 1864, 276, 281
Femerstange, Femer, d. h. eine der zwei hölzernen Zugstangen vor einem einspännigen Wagen od. Schlitten, wie schon Bg. erklärt, der nur dies W. anführt. Gadebusch (325) dagegen hat Femer- u. Fiemerstangen. Das Band, woran die F. an der Schlittensole eingekehrt ist, St.
Fimerstange, Femerstange. Zuerst in Gadebusch (325): Femer- od. Fimerstangen.Dann in 172. 1775. Wagen mit Fimerstangen zu fahren, ebda. 1791. Wir können an keine Uebernahme aus dem Schwedischen (Fimer, Fimmer- u. Fimmelstång) denken, da es einfaches Fimer u. Femer nicht kennt, u. letzteres schon in einem rig. Schriftst. v. 1563 vorkommt.

Gutzeit 1886, 264
Femerstange. In 349. XXII. 1. J. 1650: Vömerstangen.

Eckhardt 1896, 31
Fehmerstange - Art Deichsel. [nur Baltikum]

Gutzeit 1898, 11
Fimerstange, im Schwedischen fimmerstång und fimmelstång. vgl. Schlittenbaum.

Seemann von Jesersky 1913, 117
Fiemerstange, schw. Fimmerstang, Leitstange eines Wagens.

Mitzka 1923, 18
Femerstange - Deichselgabel.

Sass 1963, 123
Femerstange. Aber seinen Schlitten, den müßt' ich unbedingt sehen: die Sitzbank mit rotem Plüsch bezogen, wie es sich gehört; Pelzdecke zum Knöpfen, Fußsack; und die langen Fehmerstangen, die sich so elegant ausnehmen; fast wie beim russischen „lichatsch“. Und hinten das Brettchen zum Stehen, auch das ist dran.
„Allens, wie sein mißte“, sagt er plötzlich in unverfälschtem Dinakantsch [schlechtes, von einfachen Letten gesprochenes Deutsch], „kundze erinnert?“

Flügge-Kroenberg 1971, 8
Femerstange. Der typisch niederdeutsche Ausdruck für die Gabeldeichsel, war auch im Baltikum als einziger Ausdruck für diesen Teil des Wagens gebräuchlich.
Ob auch die Bezeichnung „Lage“ für die Decke eines Raumes im Niederdeutschen wurzelt, ließ sich nicht genau feststellen.

Nottbeck 1987, 30
Fiemerstange (est) - Gabeldeichsel / E.K.L.
Zwischen den Fiemer- oder Femerstangen wurde das Pferd angeschirrt.

Kobolt 1990, 102
Femerstange f, Riga: Fimer, Stangen, vermittelst welcher das Pferd den Wagen zieht, Teil der Gabeldeichsel.
schwed. fimmerstang (nach Seemann-Jeserski); estn. vehmer; liv. viemer; finn. vehmar; vermutlich ostseefinnischer Herkunft.


QUELLEN (Informanten)

Fehmerstangen 'Deichselstangen' (an der Vorderachse befestigt)
Libau, Südlivland (Wenden), Dorpat, Mitau, Riga, Gut Iggen (Kr. Talsen), Talsen, Stadt Walk, Goldingen, Reval, Neverburg, Weldeck (Kr. Wreck), Goldingen/Windau, Oesel, Libau, Kerjell (Kr. (Kr. Werro), Bauska, Blumbergshof, Werro, Narwa, Gut Richholz (Kr. Wiek), Saara (Kr. Pernau), Fellin, Kattentade, Friederichswalde (Kr. Wenden), Ubia (b. Wesenberg), Sagnitz (Kr. Walk), Nömkull (Kr. Jerven)

Flabbe die

DAZU:
eins in die Flabbe gießen (id) 'ins Gesicht schlagen'

QUELLEN

Bergmann 1785, 21
Flabbe, Maul.

Hupel 1795a, 64
Flabbe, die, st. Maul, pöb.

Gutzeit 1864, 283
Flabbe, die. Mund mit dicken, wulstigen Lippen. Nach Hup.: Maul. Nie das bei Grimm angef. Flappe.

Sallmann 1880, 31
Flabbe Mund, Maul

Pantenius 1880, 167
eins in die Flabbe giessen - ins Gesicht schlagen.

Seemann von Jesersky 1913, 117
Flabbe, schw. flabb, Maul, Gesicht.

Masing 1926b, 45
Flabbe 'Gesicht (wegwerfend)' (mnd. vlabbe 'breithangendes Maul'; Schumann, S. 11 Flabs 'großer Mund'; Frischbier I, S. 193).
ebd. 24: vulg.

Engelhardt 1949, 54
die Flabbe - Fratze
„Nun, - dann hätte ich ihm gleich eine Ladung Dunst in die Flabbe gejagt“.
(der Sprecher hat zu einer Besichtigung seine Schrotflinte mirgenommen und wird nach dem Grunde gefragt.)

Kobolt 1990, 103
Flabbe f Maul, verzogener Mund
mnd. vlabbe breithangendes Maul; westf. Fläbbe Maul, Unterlippe; Br.Wb. Flabbe; hann. Flappe; lbg. Flabbe, Flappe breiter Mund mit herunterhängender Unterlippe; pomm. Flabbe breiter Mund; Elb. Flabbe Hängemaul; pr. Flabb(e) breites, hängendes Maul; nhd. Flappe niederd. für: herunterhängende Lippe, schiefer Mund.
In Pernau häufig, sonst im baltischen Deutsch offenbar unbekannt.


QUELLEN (Informanten)
Erdmann, Selma: Talsen

flammen

QUELLEN

Martin 1933, 104f.
Nord-Baltikum: Wesenberg rauchen, blaken, qualmen; Arenburg (Ösel) rauchen, räuchern, blaken; Hapsal blaken, rauchen; Reval rauchen, blāken, dampfen (Dubl. rauchen, blaken); Nömme qualmen; Dorpat blaken, qualmen, rauchen; Narwa räuchern, rauchen; Walk blaken, qualmen; Werro rauchen, qualmen (selten: Dubl. blaken, rauchen, qualmen); Süd-Baltikum: Dubbeln räuchern, blaken; Dünaburg rauchen, räuchern; Hirschenhof rauchen; Lemsal qualmen; Riga räuchern (Dubl. flammt, blākt, dampft; blaken, rauchen, qualmen; räuchern; blaken, räuchern; rauchen; rauchen, blaken, qualmen, räuchern); Winterfeld blaken, rauchen, schwelen; Wenden blaken; Wolmar rauchen, blaken; Kurland: Alt-Autz blaken; Frauenburg blaken, rauchen, qualmen; Ohseln (Goldingen) blaken; Kimahlen - Goldingen blaken, rauchen, qualmen (Dubl. blaken, räuchern); Planetzen rauchen, qualmen; Neuhausen (Kr. Hasenpoth) qualmen; Hasenpoth räuchert; Libau räuchern (Dubl. räuchern, blaken); Kutzau (Kr. Libau) blaken; Mitau blaken, qualmen, rauchen (Dubl. blaken); Talsen qualmen (Dubl. raucht, räuchert, blaken); Annahütte (Kr. Windau) räuchern; Tuckum blaken; Windau blaken.

Fuhrmann der

QUELLEN

Gutzeit 1874, 125
Fuhrmann s. Kutsche II 125

Sallmann 1880, 55
Fuhrmann in Deutschland gegenwärtig nur noch den Frachtfuhrmann bezeichnend, heißt hier der Droschkenkutscher und sein Gefährt: sich auf den Fuhrmann setzen - eine Droschke besteigen.

Eckhardt 1896, 31
Droschke. Bd. Neubildung

Boehm 1904, 71, Sp. 102
Fuhrmann so allg. statt Droschkenkutscher, sogar statt Droschke, z.B. ich stieg in den Fuhrmann.
Im Gegensatz hierzu gab es Trinkbräuche der Belobigung und des Fuhrmanns, durch welche die verdienstliche Tat eines Fuchses beim Älteren ihre Anerkennung fand, ferner die "feurige Bombe" und das pro salute, durch welche ältere Burschen geehrt wurden. Sie alle waren von entsprechenden Liedern begleitet.

Seemann von Jesersky 1913, 119
Fuhrmann, Passagierdroschke. Wir setzten uns alle in einen Fuhrmann.

Mitzka 1923, 16
Fuhrmann - Droschke

Munier-Wroblewski 1927-1931, 139
"... kam von dort mit einem Fuhrmann“

Baranow 1941, 74
"... fuhr er „in dem Fuhrmann", wie man damals sagte“

Stegmann von Pritzwald 1951, 179
Immerhin bleibt ein Rest, der trotz des Siebungsprozesses bis in die Hochstufe der baltendeutschen „Schriftsprache“ gelangt ist (etwa „Pasteln“, „Gnide“ oder „in den Fuhrmann steigen“).

Sass 1963, 88
Man steigt in den Fuhrmann, fährt zum Tuckumer Bahnhof, seltener zum Dampfer, und rollt alsbald über die Eisenbahnbrücke dem Strande zu.

Sass 1963, 121
Fahrten im Morgengrauen erstehen, mit Philistern und Studenten in mehreren Fuhrmännern.

Sass 1963, 126
Damals hieß er mit Vornamen WANJA. Aber man rief gewöhnlich „iswóschtschik!“ Später nannte er sich JANIS, und man rief: „Fuuhrmann!“ Man rief es häufig, und er fuhr nicht schlecht dabei, in keiner Hinsicht, aller motorisierten Konkurrenz zum Trotz.

Nottbeck 1987, 31
Bezeichnung für Mietdroschke / E.K.L.R. Er stieg in den Fuhrmann und fuhr ins Theater.

Kobolt 1990, 108
(Droschken)kutscher; Kutsche, Droschke, z.B.: Wir stiegen in einen Fuhrmann. mnd. vôrmann Fuhrmann; lbg. Furmann, Formann.


QUELLEN (Informanten)
Lange, Harald: Riga, Südlivland
Fuhrmänner, Fuhrleute. Wenn es um den Fuhrmann ging, der Passagiere fuhr und an gewissen Strassenecken auf die Passagiere wartete, sagte man im Plural Fuhrmänner. Wenn es sich um den Rospuskenfuhrmann handelte, sagte man die „Fuhrleute“ (streikten z.B.)

Kerkovius, Martha: Riga; Kruedener, Hella, Baronin: Kreis Wolmar; Taube, Theodor: Riga, Westkurland; Weiss, Lis-Marie: Reval
Man stieg bei uns „in den Fuhrmann“! Man fuhr „im Fuhrmann“.


Droschkenkutscher, in der Stadt
Wolmar-Pernau, Narwa, Lamdohu, Ka(u)ndau Allendorf (Kr. Wolmar), Fellin, Riga, Libau, Reval, Südlivland (Wenden), Druween (Kr. Wenden), Dorpat, Mitau, Oesel, Goldingen, Talsen, Soosaar (Fellin), Neuerburg, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Goldingen/Windau, Kerjell (Kr. Werro), Gulben, Blumbergshof, Werro, Hallist (Kr. Pernau), Gut Richholz (Kr. Wiek), Wenden, Karlsberg (Kr. Pernau), Wolmar, Kabillen (Kr. Talsen), Dago, Prohden (Kr. Illuxt), Tuckum, Neuhausen (Kr. Hasenpott), Härdel, Bauske, Walk, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Pernigel (Kr. Wolmar), Ubia (b. Wesenberg), Wärnkull (Kr. Jerven)


Droschke, bes. in der Stadt
Reval, Dorpat, Tellin, Riga, Libau, Südlivland (Wenden), Oesel, Mitau, Talsen, Goldingen, Neuerburg, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Hoppenhof (Kr. Walk), Wenden, Karlsberg (Kr. Pernau), Dagö, Härdel, Saara (Kr. Pernau), Tergeln (Kr. Windau), Kettentack, Pernau, Ubia (b. Wesenberg), Sagnitz (Kr. Walk)

Gelbbrot das

vgl Stritzel, siehe auch Brot

QUELLEN

Gutzeit 1877, 330
Gelbbrod, das, gespr. Gelb'-Brod u. Gell-Brod, eine mit Safran gefärbte feine Brotgattung, — keineswegs wie Hupel unter Gelbkringel angibt: aus Butterteig verfertigt! — teils von länglicher, teils von Kringelgestalt, mit Rosinen, Korinthen u. Succade versehen, u. Mandeln an der Oberseite. Auf Geburtstagen, Taufen, Hochzeiten u. Beerdigungen, insbesondere auch zu Chocolade gegeben. Zum Kasse wurde Gelbbrod gereicht, d. h. in Stücken oder zerschnittenes Gelbbrod oder Gelbkringel, vgl. Gelbkringel. In 174. 1851. 213: 436 Franzbrodte und 52 Gelbbrodte, d. h. das eben beschriebene Gebäck in länglicher Gestalt.

Sallmann 1880, 56

Masing 1931, 40
Brot aus Weizenmehlteig mit Zusatz von Butter, Zucker, Safran, Rosinen in Laib- und Kringelform; in Riga war es Sitte [und ist es noch hier und da], daß zu Beerdigungen Trauergäste u. Leichenwagenkutscher mit Gelbbrot und Portwein bewirtet wurden.

Graf 1958, 9
Für Roggenbrot sagt man Schwarzbrot oder Grobbrot, Weizenbrot heißt stets Weißbrot, das auch für Brötchen, Schrippen gebraucht wird. Ein Rund- oder Milchbrötchen ist ein Kuckel, den auch der Ostpreuße kennt; das Grundwort ist polnisch kukla „längliches Brot“, aus lateinisch cuculla. Beliebt ist das Gelbbrot, das sonstwo Safranbrot genannt wird; ein gelber Kringel durfte auf keinem Geburtstagstisch fehlen. Feinbrot bedeutete in Estland süßsaures Brot aus gebeuteltem Roggenmehl, in Riga feines Kaffeebrot; in Berlin versteht man unter Feinbrot das helle, besser ausgemahlene Roggenbrot. Eine Schnitte Brot, eine Stulle, heißt Scheibe. Der süddeutsche Krapfen ist unter dem Namen Kröpelkuchen bekannt, mnd. kropel, hessisch Kräppel (Grimm, Dt. Wörterbuch 5, 2064), der, die, das Kreppel (Sprachbrockhaus). Das mnd. stritzel „längliches Gebäck aus feinem Weizenmehl“ hat sich im Baltikum und in Preußen als Stritzel erhalten, in Wien sagt man Strützel. Der Timpweck ist ein spezifisch revalsches Gebäck, nämlich ein viereckiges Brötchen aus Wasserkringelteig, dessen spitze Ecken, mnd. timpen „Zipfel“, den Namen verursacht haben. In Westfalen und Stralsund kennt man einen Timpenstuten, und der Timpendreier ist ein alter Beiname des Bäckers. Die Bezeichnung Weck ist sonst im baltischen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlich; in rigaschen Bäckerschragen sind Weck und Wegge bereits im 14. Jh. neben der Semmel belegbar. Eine Verbindungsstraße in Reval hieß bis zuletzt der Weckengang.

Sass 1963, 40, 98
Stimmengewirr, unterbrochen von hellem Lachen, durchdringt das ganze Haus. Es duftet nach Kümmelkuchen und Gelbbrot, nach welkendem Jasmin, Kaffee, Papyrosrauch. Für die älteren Gäste ist im Wohnzimmer gedeckt, nachdem hilfreich zupackende Hände es binnen kurzem in seinen behaglichen Normalzustand rückgewandelt haben.
Weißt du noch: alles - oder doch beinah alles - wurde zu Hause hergestellt: Marzipan und Trüffel, Schmantbonbons und Pomaden, Gelbbrot und Mohnstrietzel und was sonst zu Weihnachten gehörte. Was wäre es schon für eine Kunst gewesen, in die Bude zu gehn und fertig zu kaufen!

Kentmann 1978, 141
Gelbbrot ein selbstgebackenes Gelbbrot

Nottbeck 1987, 33
Gelbbrot - Rosinenbrot mit Safran / E.K.L.R.
Zu Weihnachten und Ostern gab es Gelbbrot.

Kobolt 1990, 112
Gelbbrot n Festtagsgebäck: Milchweißbrot mit Safran, Kardamom, Rosinen, Mandeln, Puderzucker.
Der Auslaut der ersten Komponente und der Anlaut der zweiten werden zusammengezogen.


QUELLEN (Informanten)

Gelbbrot '(balt.) Festgebäck' (Bauske, Riga, Reval, Wierland, Pernau, Dorpat, Werro, Oesel, Kurland, Fennern, Talsen, Fellin, Doblen, Libau, Goldingen, Hasenpoth; Gut Spirgen/Kurland um 1930)

Weiss, Lis-Marie: Reval
süßes Hefegebäck mit Safran

Gesindehaus das

QUELLEN (Informanten)


Gesindehaus 1. Südlivland; 2. Riga, Litauen; 3. Feldhof über Passmarken. ('wo die Hausangestellten wohnen')
4. Werro 'Wohnhaud des Bauern'; 5. Riga, geb. 1902; 6. Blumbergshof; 7. Kr. Talsen u. Dorpat 'Wohnhaus'; 9. Reval 'bewohnt von den Landarbeitern';
Gesindewohnhaus 9. Hallist / Kr. Pernau (ohne Erklärung);
Gesindehaus 10. Riga, Dorpat, Reval-Land.

Gesindewirt der
‣ Varianten: Gesindeswirt

vgl Gesindewirtin

QUELLEN

BKG 1832, 127
Gesindewirt 'bäuerlicher Hofbesitzer'

Gutzeit 1889b, 352
Gesindeswirt, Hakenmann, 347. I. 2. 144 u. 376.
Gesindewirt, Besitzer eines Bauer-Gesindesoder Bauergehöfes, Hupel; mancher Kirchenbettler lebt glücklicher als ein armer Gesindewirth, 182. I. 582.

Hahn 1911, 58
Gesindewirt [ausführlich]


QUELLEN (Informanten)

Gesindewirt, Gesindewirtin 'Haushaltsvorstand'
1. Dorpat; 2. Sagnitz; 3. Ubja by Wesenberg; 4. Riga; 5. Kr. Werro u. Dorpat; 6. Kurland; 7. Dorpat 'Eigentümer eines Gesindes; 8.Pölwe / Kr. Werro; 9. (ohne Angabe des Heimatorts; 10. Waldeck u. Pargenthal; 11. Reval (1918-39) vorher Südlivland (St. Simonis)
[12.-23?]
Gesindewirt, Gesindewirtin 'Besitzer eines Gesindes (Bauernhofes)'
24. Kr. Pernau; 25. Dorpat u. Nordestland; 26. Riga u. Kr. Pernau; 27. Narwa, Estl.; 28. Riga, geb. 1902; 29. Riga u. Süd-Kurland; 30. Rogosinsky by Werro, Livland, später Estl.; 31. Kerjell / Kr. Werro; 32. Riga u. Kurtenhof in Livland; 33. Libau; 34. Reval; 35. Pernau (1900-39); 36. Kabillen / Kr. Talsen.
Gesindewirt 'Bauer'
Kurland um 1930; Kr, Bauske bis 1939; Livland um 1900.

Glasing der

‣ Synonyme: Blaubeere, Heidelbeere, Schwarzbeere

QUELLEN

Martin 1926/27, 312
Die baltischen Antworten ergeben folgendes Bild: Nord-Baltikum: Schwarzbeere, Blaubeere in Wesenberg: Schwarzbeern in Arensburg (Oesel); Schwarzbeere in Hapsal, Reval, Nömme (b. Reval), Dorpat (auch Blaubeere), Narwa, Walk (auch Blaubeere), Werro; Süd-Baltikum: Schwarzbeere in Dubbeln (Kr. Riga), Dünaburg und Petersberg (seine Abart mit weißem Fleiß (und) Blaubeere); Blaubeere in Hirschenhof; Heidel-, Blau- Schwarzbeere in Winterfeld (Kr. Riga); Heidelbeere in Lemsal; Schwarzbeere in Riga, Wenden, Wolmar; Kurland: Schwarzbeere (Vacc. myrtillus), Blaubeere (Vaccinium uliginosum) in Unterkurland; Blau-, Schwarzbeere in Alt-Autz, Frauenburg; Schwarzbeere in Ohseln (Kr. Goldingen); Blaubeere in Kimahlen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere in Goldingen; Heidelbeere in Planetzen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere, Blaubeere in Goldingen (Dubl.), Neuhausen (Krs. Hasenpoth); Blaubeere in Hasenpoth; Schwarz- und Blaubeere in Libau; Schwarzbeere, Glasing in Kutzau (Kr. Libau); Schwarzbeere [Besinge (Misdroy)] in Mitau; Blaubeere, Schwarzbeere (zwei verschiedene) in Talsen; Schwarzbeere in Annahutte, Tuckum, Windau.

glitschen

QUELLEN

Masing 1926b, 50
glitschen 'gleiten' (Grimme, § 273; Schumann, S. 74 Glitsch 'Eisbahn'; Frischbier I, S. 237).
S. 31: zum -sch-

Flügge-Kroenberg 1971, 30
glitschen - soviel wie gleiten (auf dem Eise, z. B.)


QUELLEN (Informanten)
Tilgre, Thea.: Reval, Kreis Fierenhof, Kreis Werro
glitschen 'gleiten, rutschen'


glitschen 'übers Eis gleiten' Riga um 1930; Windau um 1900; Wierland um 1930; Reval um 1930; Bauske 1930; Werro 1910; Fellin 1930; Pernau 1925; Libau 1925; Hördel / Estl. um 1930; Dorpat um 1935; Lübde/Livl. um 1935; Doblen um 1935; Weissenstein um 1930; Wesenberg um 1930; Fennern um 1935; Talsen um 1930; Ahrensburg um 1930; Krs. Bauske um 1930; Reval um 1920; Dorpat bis 1939; Walk bis 1939; Werro bis 1930; Riga bis 1939; Tuckum 1903; Wenden bis 1912; Pernau um 1920; Libau um 1930; Mitau um 1930; Kurland bis 1939; Estland um 1920; Ligat um 1930; Lettland; Reval um 1900; Kurland um 1930.

glupen

‣ Synonyme: glupschen

QUELLEN

Bergmann 1785, 26
gluhpen, von der Seite sehen. Glupisch, tückisch, gluhplings, schleichends.

Hupel 1795a, 79
gluhpen d.i. von der Seite sehen, aus Furcht oder Bosheit seitwärts schielen. Daher gluhpisch st. tückisch, boshaft, schielend.

Sallmann 1880, 32
glupen von unten, von der Seite sehen; Glupaugen Augen mit tückischem Blick; glupsch tückisch.

Worms 1902, 88
Das Fräulein rückte an ihrem Haarnetz ... und glupte von unten herauf.

Seemann von Jesersky 1913, 122
glupen, o.w. glotzen, heimtückisch blicken, stieren.

Masing 1926b, 50
glupen 'von unten (starr, tückisch) blicken' (mnd. glupen; Grimme 152, Plattd. Maa 152; Frischbier I 239.)

Stegmann von Pritzwald 1952, 413
glupen 'starren'

Kobolt 1990, 115
glupen schw. V. lauern
mnd. glupen lauern; Br.Wb. glupen von unten aufsehen; lbg. glupen tückisch, lauernd blicken; pomm. glupen mit tückischen Augen sehen; pr. glupen heimtückisch seitwärts sehen; Gött. glupen tückisch blicken; schl. glupen lauern.


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga
glupen 'verstohlen, von unten sehen'


glupen, glupschen 'dämlich, mißtrauisch blicken, schielen, glotzen, lauern. Riga bis 1939.


glupen 'schief ansehen' Riga 1885, bis 1914; Talsen / Kurland um 1925; Goldingen/Kurland um 1910; Dorpat 1930, bis 1919; Fellin 1930; Riga um 1930; Merjama/Wieck um 1930; Reval 1920, um 1930; Wierland um 1920; Libau um 1935; Walk um 1935; Pernau um 1910, 1920; Windau um 1900; Livland bis 1939; Mitau bis 1939; Ösel um 1930; Wenden bis 1912; Estland um 1910; Werro bis 1919; Lettland um 1930; Kurland bis 1919.
glupen 'einfältig starren, glotzen' Hörvel/Estland um 1925; Dorpat 1920; Werro 1920; Riga 1930; Reval 1900; Wiek/Estl. 1930; Weissenstein um 1935; Pernau um 1900; Mitau/Kurl. um 1890; Wierland um 1910; Pernigel (Livl.) um 1910; Andern /Pernau um 1930.
glupen 'starr ansehen, glotzen' Reval um 1900.
glupen 'mißmutig ansehen' Ösel 1905.
glupen 'schielen' Dorpat um 1910; Riga um 1939; Libau um 1930; Krs. Bauske um 1930.
glupen 'glotzen, stier blicken' Riga um 1950; Kurland um 1930; Reval um 1930; Livland bis 1939; Estland um 1900; Walk um 1920; Pernau bis 1939.
glupen 'glotzen, nicht schief ansehen' Mitau Kurland.
glupen 'gedankenlos hinstarren' Kurland 1930.
glupen 'von unten nach oben schielen' Riga um 1900.

glupschen
‣ Varianten: glubschen

QUELLEN (Informanten)


glupschen 'starr und ausdruckslos dreinschauen' Riga 1913-39.
glubschen 'starr ansehen, glotzen' Walk, Livl. um 1930, Riga um 1920, Segewald (Livl) um 1920, Dorpat um 1920, Dünaburg um 1900, Libau um 1900, Riga um 1900, Reval um 1925, Modolm um 1935
glupschen 'glotzen' Reval.
glubschen 'schief ansehen' Mitau
glupschen 'schief ansehen' Riga um 1930, Seßweege, Kr. Rooß um 1930, Mitau bis 1959, Livland bis 1939, Riga um 1900, bis 1939, Dorpat bis 1929, um 1930, Walk um 1930, Werro um 1915, um 1950, Reval um 1900, um 1930, Krs. Bauske bis 1939, Pernau um 1910, Fellin bis 1938, Libau um 1930, Windau um 1910, Wenden vor 1918, Kurland um 1900, Ligat um 1930, Lubde (Livl. 1925, Zabeln (Kurl.) 1935, Wierland um 1920, Arensburg 1930, Talsen um 1920, Fennern um 1930, Mitau um 1925, Nissis/Harjen um 1930, Sassmacken um 1920, Dangeln/Wolmer 1920.
glupschen 'schielen' Riga um 1930, Fennern um 1930, Mitau um 1925.
glupschen 'stieren, glotzen' Dorpat bis 1918, Mitau um 1930, Riga um 1930, Livland um 1920.

gnaddern
‣ Varianten: knaddern
‣ Belege: Riga, Libau (die erste Hälfte des 20. Jh.)
'unzufrieden sein'
‣ Synonyme: quengeln

QUELLEN

Gutzeit 1874, 58
knaddern, gnaddern, übler Laune sein; kränkeln.

Sallmann 1880, 44

Seemann von Jesersky 1913, 122
gnaddern, o.w. ... mürrisch sein


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga
gnaddern 'weinen' WL 4,38 3mal im lett. Spr. belegt.

Tiede, Erica: Riga
gnaddern 'jämmerlich, weinerlich sein (besonders Kinder)'.


gnaddern 'widerspenstig reden (leise)' Riga um 1930; Libau um 1915.
gnaddern 'unverständliches Zeug reden' Riga um 1930;
gnaddern 'ohne Grund weinen' Riga um 1910; Segewald um 1920; Dorpat um 1925; Dünaburg um 1930; Mitau um 1920; Libau um 1914; Fennern um 1914.
gnaddern 'quengeln, leise vor sich hin weinen' Mitau 1914.
gnaddern 'vor sich hin schimpfen' Dorpat bis 1914; Goldingen um 1930; Fellin bis 1938; Mitau 1900; Livland um 1910; Pernau um 1930.
gnaddern (Zeitwort von gnatzig) Mitau.
gnaddern 'meckern, zeigen, dass man unzufrieden ist' Mitau, um 1930, Riga um 1900.
gnaddern 'alles bemängeln' Riga 1913-39.
gnaddern 'sein Unbehagen dauernd zum Ausdruck bringen' Kurland um 1930.
gnaddern 'unzufrieden sein' Riga um 1920; Oesel um 1930; Werpel (Estland) um 1910; Neuraden /Kr. Bauske um 1920; Windau (Kurl.) um 1900; Talsen um 1890; Libau um 1900; Fellin um 1930.
gnaddern 'grinsen' Hapsal.
gnaddern 'nörgeln, quengeln' Riga um 1930; Pernau um 1910; Petersburg um 1920; Dünaburg um 1930; Kurland um 1920; Sassmacken um 1930; Reval um 1910; Goldingen um 1910; Doblen um 1900; Pernau um 1920; Nissis/Kr. Harjen um 1900; Libau um 1930; Werro um 1920; Hasenpoth um 1930; Dorpat um 1935; Lesten um 1930.
gnaddern 'schlecht gelaunt sein' Riga um 1920; Dorpat um 1900; Sunzel (Riga) um 1930; Sassmacken um 1930; Modolm um 1900; Pernau um 1930; Rariz um 1935; Fellin um 1920; Pargenthal um 1930; Petersburg um 1930; Kattentack (Wierland) um 1900; Kurland um 1920; Krs Pilten um 1930; Goldingen um 1930; Dorpat bis 1929; Riga bis 1939; Libau um 1930; Mitau um 1930; Werro bis 1919; Walk um 1900; Lettland un 1930; WEnden um 1930; Pernau bis 1939; Windau bis 1939.
gnaddern 'klöhnen, erzählen' Arensburg auf Ösel um 1910.
gnaddern 'in schlechter Stimmung weinen und klagen' Riga bis 1939.
gnaddern 'maulen, weinerlich sein' Riga um 1930.
gnaddern 'nörgeln' Riga 1936.
gnaddern 'quengeln, jammern' Riga bis 1914; Livland bis 1939; Mitau bis 1939; Dorpat um 1930; Walk um 1930; Werro um 1930; Reval bis 1939; Estland um 1920; Krs. Bauske bis 1939; Pernau um 1920; Ligat bis 1919; Tuckum.

gnaddrig Adj
‣ Varianten: gnadderich, knadrig, knadrisch
{mnd. gnarren 'knurren'}
de mürrisch, verdrießlich
‣ Synonyme: gnatschig, gnatzig, gniddrig, gnietschig
siehe auch gnaddern

QUELLEN

Gutzeit 1874, 58
knaddrig, gnaddrig, übler Laune; kränkelnd.

Masing 1926b, 54
gnaddrig 'übel gelaunt, griesgrämig' (wohl zu mnd. gnarren 'knurren'; Frischbier I, S. 240).

Stegmann von Pritzwald 1952, 413
gnadderig 'griesgrämig'

Flügge-Kroenberg 1971, 30
gnaderig 'mürrisch'

Nottbeck 1987, 34
gnaddrig - schlecht gelaunt, unwirsch / K.L.R.
Die Lektüre der Zeitung ließ ihn immer gnaddrig werden.

Kobolt 1990, 115
gnadd(e)rig Adj., Adv. schlecht gelaunt, kratzbürstig
mnd. gnittert übel gelaunt; pomm. gnettrig voll Verdruß; lbg. und sonst plattd. gnadderig, gnaddrig, gnatterig mürrisch, nörglig. ärgerlich, reizbar, übel gelaunt; schl. gnadderig, gnatterig schlecht gelaunt.


QUELLEN (Informanten)

gniddrig - gniddern= lacken; gniddrig sonst knauserig (auch gnaddrig = knauserig); gnietsch u. gnietschig.
WL 3,18. ca 30x im lett. Spr., 6x im estn. belegt.

Kerkovius, Martha: Riga
'weinerlich'
gnadrig 'weinerlich' Dorpat um 1930; Riga um 1930; Dünaburg um 1900; Talsen um 1900; Reval um 1936; Rositten um 1935; Tuckum um 1930; Segewold um 1920; Kurland um 1930; Pernau um 1910; Sunzel/Riga um 1900; Libau um 1925; Doblen um 1910; Werro um 1930; Modolm um 1910; Andern/Pernau um 1930; Arensburg/Ösel um 1920; Weißenstein um 1930; Dangeln/Wolmer um 1930; Mesothen um 1910; Sassmacken um 1930; Wesenberg um 1925; Pernigel/Wollmer um 1930; Fellin um 1925; Bauske um 1935; Mitau um 1900; Nissin/Harjen um 1910; Walck um 1930; Rariz um 1930; Goldingen um 1925; Fennen um 1930; Lübde um 1910.


gnadderig 'mißgelaunt, weinerlich' Reval
gnadrig 'weinerlich' Mitau, um 1930, Kurland um 1930, Walk. Livl. um 1930
gnadrig 'weinerlich, ständig seine Unzufriedenheit äußernd' Riga 1913-1939
gnadrig 'weinerlich, quengelig' Riga um 1930
gnaddrig 'weinerlich' Riga bis 1939

Schilling, Edith von: Riga; Schmidt, Dagmar: Riga
gnadderig 'nörgelnd, unzufrieden' vgl. gnaddrig.

Rahden, Isa Baronin von: Mitau
knaddrig 'verdrießlich', vgl. gnaddrig. 1x auch knadrisch (s.d.)
knadrisch 'verdrießlich', vgl. gnaddrig. 1x im lett. Spr. belegt.
knadrisch 'knauserig', WL 4,42. 1x im estn. Spr. belegt.
gnadrig 'knurrig' Wesenberg um 1930
gnadrig 'unzufrieden' Libau um 1900
gnadrig 'brummig, potternd' Wieck um 1935
gnadrig 'mürrisch' Goldingen um 1910, Dorpat um 1930, Reval um 1930, um 1900, Riga um 1935, Libau um 1925

Goggelmoggel der/das
‣ Varianten: Koggelmoggel

‣ Synonyme: Hoppelpoppel

QUELLEN

Seemann von Jesersky 1913, 122
Goggelmoggel Eidotter und Zucker schaumig gerührt z.B. für Eiergrog.

Vegesack 1935, 511
Goggelmoggel

Munier-Wroblewski 1958, 46
Goggelmoggel balt. Spezialität.

Kentmann 1978, 238
Goggelmoggel - Ei, mit Zucker zu Schaum gerührt.

Nottbeck 1987, 34
Goggelmoggel - mit Zucker schaumig geschl. Eigelb E.K.L.R.
Nach dem Frühstück machten wir uns Goggelmoggel.

Kobolt 1990, 116/115
Goggelmoggel m oder n mit Zucker zu Schaum gerührtes Eigelb, Zuckerei
im Rigaer Russisch gogelj-mogelj mit Zucker (und Rum) geklopfes Eigelb gegen Heiserkeit. Baltizismus.


QUELLEN (Informanten)

das Goggelmoggel - mit Zucker gestopftes Ei. Riga um 1930.
das Goggelmoggel mit Zucker zu steifem Schaum geschlagenes Eigelb (Reval)
das Goggelmoggel - Eigelb mit Zucker geschlagen. Riga bis 1913-1939.
das Goggelmoggel - stark mit Zucker geklopftes Ei. Kurland um 1930.
der Goggelmoggel - geschlagenes Eigelb mit Zucker. Riga um 1900.
der Goggelmoggel mit Zucker zu Schaum geschlagenes Eigelb . Talsen (Kurland) um 1930; Petersburg um 1930; Dorpat um 1930; Riga um 1930; Kurland um 1930; Modolm um 1930; Reval um 1920; Dangeln (Wolmar) um 1930; Hagensberg um 1930; Windau (Kurl.) um 1930; Fellin um 1930; Mitau um 1930; Libau um 1930; Kr. Walk um 1930; Jungfernhof (Kr. Riga) um 1930; Schaulen um 1930; Ösel um 1930; Wiek um 1930; Goldingen um 1910; Rujen (Estl.) um 1920; Werpel um 1910.
der Goggelmoggel mit Zucker zu Schaum geschlagenes Eigelb (Dotter); Speise für kranke Kinder, auch mit Kognac. (Kakao, Cognac, Rum ...) Mit Öl als Heilmittel. Walk (Livland) um 1930; Dorpat um 1930; Riga um 1930; Reval um 1920; Rositten um 1930; Tuckum (Lettland) um 1930; Dünaburg um 1930; Ösel um 1930; Segewold um 1930; Werro um 1910; Wesenberg um 1900; Uchten (Wesenberg) um 1910; Andern bei Pernau um 1900; Arensburg um 1910; Weisenstein um 1900; Mesothen (Bauska) um 1910; Mitau um 1910; Sassmacken um 1910, Wenden (Livl.) 1900.
Parnigel (Kr. Wolmar) um 1900; Wieland um 1930; Neuhausen Kr. Hasenpoth um 1900; Neuraden Kr. Bauske um 1900; Kachkowa Kr. Werro um 1900; Nissis (Kr. Harjen) um 1910; Pernau um 1930; Mitau um 1890; Kr. Walk um 1900; Tuckum um 1930; Hallist(Kr. Pernau) um 1930; Libau um 1930; Fennern um 1930; Kirischka Kr. Hasenpoth um 1900; Kattentack (Wierland) um 1900; Wiek um 1910; Zabeln um 1900, Schloß Lubde (?) (Livl.) 1900; Lesten um 1930; Rasik um 1900; Sunzel um 1910; Hörvel um 1930; Werpel um 1900.
Kurland um 1900, Dorpat bis 1915, Riga um 1915, Walk bis 1939, Krs Talsen bis 1939, Reval um 1900, Estland bis 1939, Krs Windau bis 1939, Livland um 1930.

Kerkovius, Martha: Riga
Goggelmoggel mit Zucker geschlagenes Eigelb

Weiss, Lis-Marie: Reval

grinzen
‣ Varianten: grinsen

vgl angrinzen, ausgrienen, ausgrinzen, eingrinzen

QUELLEN

Masing 1926b, 50
grinzen 'lachen' (mnd. grinsen).

Kobolt 1990, 119
grinzen, grinsen schw. V. den Mund zu einem breiten, lautlosen Lachen verziehen
mnd. grensen grinsen, den Mund verziehen; lbg. grennecken schmunzeln; nhd. grinsen.


QUELLEN (Informanten)

grinzen 'grinsen' Reval, Dorpat, Riga (bis 1939), Talsen, Hördel, Pernigel (um 1900), Rasik (um 1910), Weissenstein, Wesenberg (1930).
grinzen 'lachen, grinsen' Dorpat, Riga, Tuckum, Pernau, Dagö, Reval, Walk, Windau, Narwa, Krähnholen, Igast, Libau.

Grützwurst die
‣ Varianten: Krützwurst

QUELLEN

Petri 1802, 90
Krützwurst, eine mit Blut, Fett und Grütze gefüllte Wurst. Besondere Arten davon sind Palten und Kek. S. oben.

Sallmann 1880, 121
Grützwurst Wurst, die mit Grütze und Rosinen gefüllt ist.

Masing 1926b, 66
Grützwurst 'Gemende von Blut, Fett, Grütze und Gewürz, in Därme gestopft und vor dem Auftragen gebraten' (Schumann, S. 14 Grüttwust).

Pantenius 1959, 49
Grützwurst - balt. Spezialität

Kobolt 1990, 120
Grützwurst f Wurst aus Grütze, Blut, Speckwürfeln; gekocht und sodann auf der Pfanne gebraten.
lbg. Grüttewost, Grüttwost mit Grütze und anderen Zutaten gefüllte Wurst.


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga
Grützwurst - Wurst aus Gerstengrütze m. Blut u. Speck wurde gebraten gegessen.


Grützwurst - baltische Wurstart. Livland bis 1939; Riga um 1930/1913-1939; Insel Ösel bis 1939/um 1920; Dorpat bis 1929/um 1935; Reval um 1930; Goldingen um 1920/1930; Kurland um 1930; Werro um 1930/35; Pernau um 1910; Audern (Pernau um 1920; Estland um 1930; Libau um 1930; Mitau um 1930; Kr. Bauske um 1930; Walk bis 1939/um 1910; Windau um 1910; Wenden bis 1918; Lettland um 1910; Ligat bis 1939; Wesenberg um 1930; Modohn um 1935; Arensburg 1930; Weissenstein um 1910; Mesothen um 1930; Sassmacken um 1930; Pernigel um 1930; Talsen um 1930; Hasenpoth um 1935; Fellin um 1920; Bauske um 1930; Schaulen um 1935; Doblen um 1920; Hördel um 1920

Haarbesen

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Hafertumm der
‣ Varianten: Habertumm

siehe auch Tumm

QUELLEN

Hupel 1795a, 86
Habertumm, der, st. Habergrützsuppe.

???, 103
Habertumm, der, „st. Habergrützsuppe“ (HUPEL). vgl. Tumm.

Gutzeit 1889b, 466
Habertumm, der, habergrützabsud, Habersäm, habersuppe. Bei Bergmann und Hupel erklärt Habergrützsuppe Eine gewönliche Speise, bestehend in einem durch ein Sieb gelassenen Absud von Hafergrütze, gewönlich mit Zuthat von Pflaumen, Rosinen und Knackerchen. — Die Betonung fällt auf Tumm.

Haus und Herd 1901, 319
Hafertumm (aus Hafergrütze)

Kobolt 1990, 121
Hafertumm m Haferschleim, s. Tumm


QUELLEN (Informanten)

das Hafertumm 'Haferschleim' Riga.
der Hafertum 'Haferschleim' Riga, Walk (um 1930), Fellin, Mitau (um 1910) Südlivland (1896-1939), Libau.
der Hafertumm 'Haferschleim' Riga (um 1910), Mitau, Dorpat (um 1910), Landwieck (vor 1939), Goldingen (um 1910), Talsen (um 1930).
der Hafertumm 'Haferschleim' Riga (um 1925), Lemsal (um 1935), Dorpat (um 1925), Insel Ösel (um 1935), Pernau (um 1915), Reval (um 1925), Libau (um 1935), Bauske (um 1930), Hapsel/Estl. (um 1920).
Hafertumm 'Haferbrei' Dorpat (um 1920)

Handbesen

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Handbürste die

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Handfeger der

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Handkammer die

QUELLEN

Hoheisel 1860, 31
Stichwort Schafferei ... in Kurland „Handkammer“

Pantenius 1872, 42
Handkammer - Speisekammer

Gutzeit 1889b, 484
Handkammer, die, Wirtschafts-Ablegekammer. Speicher und Vorrathszimmer, welche letztere in Livland auch Handkammern genannt werden, 193. II. 2. 1869. Gew.

Eckardt 1904, 60
Handkammer - in Livland sagt man dafür meist „Schafferei“.

Seemann von Jesersky 1913, 124
Handkammer - Vorratskammer bei der Küche, s. Schafferei.

Nottbeck 1987, 36
Handkammer - Speisekammer / K.R.
In der Handkammer findest du genug zum Essen.

Kobolt 1990, 123
Handkammer - Abstellraum, Vorratskammer.


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga
Handkammer - Speisekammer
Handkammer - Speisekammer WL 8,37. Im lett. Sprachbereich.
1. Goldingen u Riga; 2. Talsen, Kurland; 3. Riga; 4. Tuckum.

Handkleete die
'kleineres Nebengebäude zum Ablegen einzelner Gegenstände bzw. Vorräte für die Küche' de Getreidespeicher, Vorratsspeicher
Oft sah man ihn [den Gutsherrn] in der Morgendämmerung, wenn seine Hausfrau noch schlief, leise den Schlüssel aus ihrem Behältnis nehmen und sich verstohlen nach der dem Hause nahen Handkleete begeben, um in eigener Person Schaffleisch, Grütze und Kartoffeln für die Arbeiter herauszunehmen.
vgl Kleete, Kornkleete

QUELLEN

Hupel 1795a, 89
Handkleete, s. Kleete.

Krüger 1832, 131
Handkleete Kleete ... jedes Vorraths- und zur Aufbewahrung bestimmte Nebengebäude.
Handkleete, ein kleineres diese Art, zum Ablegen einzelner Artikel.

Gutzeit 1889b, 484
Handklete, die. Klete bed. ein Vorrats- und zur Aufbewahrung bestimmtes Nebengebäude; Handklete, ein kleineres dieser Art, zum Ablegen einzelner Gegenstände, 319. 181; nach Hupel: Vorratskammer, in welcher allerlei Bedürfnisse, Hülsenfrüchte u. dgl. aufbewahrt werden. Handklete, 172. 1776. 125; eine Korn- und Handklete, 172. 1780. 52; des Schenkwirts Handzimmer ist zugleich Keller und Handklete, 176. 1830. 88.

Grosberg 1942, 17, 89
die Handkleete, s. Kleete

Hahn 1964, 155, 360
Oft sah man ihn [den Gutsherrn] in der Morgendämmerung, wenn seine Hausfrau noch schlief, leise den Schlüssel aus ihrem Behältnis nehmen und sich verstohlen nach der dem Hause nahen Handkleete begeben, um in eigener Person Schaffleisch, Grütze und Kartoffeln für die Arbeiter herauszunehmen.
Anmerkung hierzu vom Herausgeber der Denkwürdigkeiten, Otto von Taube: „Kleete, baltischer Ausdruck für Getreidespeicher und Vorratsspeicher“.


QUELLEN (Informanten)

Handkleete: 1. Kandau, Lettl., 2. Neu-Rahden 'für die Bauerin'; 3. Kr. Talsen u. Dorpat 'für Vorräte für die Küche'; 4. Kurland-Litauen 'kl. Speicherhaus'.

Handquast

QUELLEN

Lindner 1762, 13, 233
Handquast - was hier Handquast heisset, ist ein Abstöber. vgl. Rich. S. 189.
Quast bedeutet hier überhaupt ein Besen, draussen haben Maurer Quäste.

Gutzeit 1889b, 485
Handquast, in 320. Was hier Handquast heißt, sagt Lindner, ist ein Abstöber.

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Heidelbeere
1. de Heidelbeere, Schwarzbeere; et mustikas; lv mellene
2. de Moor-Heidelbeere, Blaubeere; et sinikas; lv zilene

QUELLEN

Martin 1926/27, 312
Die baltischen Antworten ergeben folgendes Bild: Nord-Baltikum: Schwarzbeere, Blaubeere in Wesenberg: Schwarzbeern in Arensburg (Oesel); Schwarzbeere in Hapsal, Reval, Nömme (b. Reval), Dorpat (auch Blaubeere), Narwa, Walk (auch Blaubeere), Werro; Süd-Baltikum: Schwarzbeere in Dubbeln (Kr. Riga), Dünaburg und Petersberg (seine Abart mit weißem Fleiß (und) Blaubeere); Blaubeere in Hirschenhof; Heidel-, Blau- Schwarzbeere in Winterfeld (Kr. Riga); Heidelbeere in Lemsal; Schwarzbeere in Riga, Wenden, Wolmar; Kurland: Schwarzbeere (Vacc. myrtillus), Blaubeere (Vaccinium uliginosum) in Unterkurland; Blau-, Schwarzbeere in Alt-Autz, Frauenburg; Schwarzbeere in Ohseln (Kr. Goldingen); Blaubeere in Kimahlen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere in Goldingen; Heidelbeere in Planetzen (Kr. Goldingen); Schwarzbeere, Blaubeere in Goldingen (Dubl.), Neuhausen (Krs. Hasenpoth); Blaubeere in Hasenpoth; Schwarz- und Blaubeere in Libau; Schwarzbeere, Glasing in Kutzau (Kr. Libau); Schwarzbeere [Besinge (Misdroy)] in Mitau; Blaubeere, Schwarzbeere (zwei verschiedene) in Talsen; Schwarzbeere in Annahutte, Tuckum, Windau.

Herberge die
1. et teenijatemaja
2. et häärber

QUELLEN

Hupel 1795a, 93
Herberge, die, bezeichnet zuweilen das Wohnhaus auf einem Herrnhofe; doch noch öfter ein zur Wohnung für den Amtmann oder für das Hofsgesinde bestimmtes Nebengebäude.

Sallmann 1880, 122
Herberge Seitengebäude eines Herrenhauses, eig. Gesindewohnung.

Gutzeit 1889a, 8
Herberge. Im J. 1648 hatte der rig. Rath in der Vorstadt eine russische H. errichtet, in der die russischen Kaufleute wonen und ihre Handelsgeschäfte machen mussten. Der Herberge stand ein Herbergsvater vor. vgl 347. II. 2. 264. vgl. Lehrer-, Leuteherberge u. Amtsstube.

Gutzeit 1889b, 513f.
Herberge. Ausgesprochen: Herr—berrge. 1) Ehemals Wohnung, u. zwar:
a) des Bischofs, der Ordensgebietiger u. A. öfters in 369a. Jeder ging in seine Herberge, ebda.; sind wir (der Bischof) in unserer Herberge in Hermann Schreibers Hause nicht sicher gewesen, 348. VIII. 3; damit ist mein gn. Herr nach seiner H. abgeschieden, 351. XVIII. 7; im Hause, da der Bischof damals zur H. lag, 194. Nyenst. 90; nachdem der Hochmeister mit seinen Ritterbrüdernin seine H. kam, 194. Brandis 131.
b) der Stadt Riga, Wohnraum für Fremde. Der Stadt herberghein der marschalkes straten, im Denkelbok unter 1471, vgl. 196. XI. 1. 179.
c) überhaupt. Sie (die Fremden) sollen bei Bürgern zur H. liegen, 349. XX. 1. 62. J. 1592. — Und noch jetzt. Daher: Herberge geben einem, Hupel in 444. J. 1818, einen beherbergen.
Gegenwärtig: 2) der Zünfte. Sogenannte Willkommenschilder von Silber, wie solche die Gesellen beim Meisterwerden der Herberge zu verehren pflegen, 172. 18l4. 40. — Jede Zunft hat das Recht, ein besonderes Haus oder Lokal(Amtsstube, Herberge) zur Abhaltung ihrer Versammlungen u. s. w. zu haben, 234.8. Daher: Fuhrmanns-Ligger-Messer-Herberge, Gesellenherberge u. a. vgl.Grimms Wtb. 7) und Herbergsvater.
3) Nebenhaus, und zwar a) ein Hilfs- oder Nebengebäude auf einem Gutshofe für den Amtmann oder für das Hofsgesinde, Hupel. Herberge heißt in Kurland, bemerkt 319. 130, das zweite Wohngebäude in den Höfen. Man findet wol auch mehr als eine Herberge, die große, die kleine u. s. w. genannt. Ihre Bestimmung ist für Lehrer, Schule, Wirtschaftsbeamte, auch zu Schlafquartieren für Gäste. Baumgärtel (445. 16) erklärt: ein auf jedem (Guts)Hofe befindliches Nebengebäude, in welchem der Amtmann, die Hofmutter, Gutshandwerker und überhaupt diejenigen Hofsleute wohnen, die weder in die Knechtswohnung, noch in das herrschaftliche Haus gehören, b) überhaupt. Herberge von vier Zimmern und anderen Gemächlichkeiten, 172. 1785. 453. Hupel bemerkt, dass man mit Herberge zuweilen das Wohnhaus auf einem Herrnhofe bezeichnet. (In diesem Sinne wol jetzt ganz ungebräuchlich!); öfter aber ein zur Wohnung für den Amtmann oder für das Hofsgesinde bestimmtes Nebengebäude.

Pantenius 1907, 22

Grosberg 1942, 38
Herberge - Wohnhaus
Gegensatz zu einer baufälligen Riege, also „festes Haus“; S. 316.

Ränk 1971, 21ff.
[ausführlich]

Nottbeck 1987, 36
Herberge Knechtshaus auf Gütern f. Saisonarbeiter E.K.L.
Die Herberge musste renoviert werden.


QUELLEN (Informanten)
Weinert, Paul: Riga
die Herberge. Auf den Gesinden wurde die Herberge auch als Altsitz für den Austragsbauer benutzt.


Herberge 'Gutshaus, wenn es kein Schloss war'
1. Dorpat
2. Ubja by Wesenberg 'Wohnhaus für Arbeiter'
3. Libau-Riga 'ein kleines Wohnhaus als Altensitz gedacht'
4. Riga 'Knechtehaus'
5. Popragger Kr. Tulsen, Gemeinde Erw..hlen? 'Unterkunft für Arbeiter'
6. Riga 'Wohnhaus für die Dienstboten'
7. Tergeln bei Windau ohne Erklärung
8. Mitau, früher Paplacken 'ein meist großes Haus für Angestellte, wie Schreiber, Wagger'
9. Neuenburg-Pastorat. Kurland 'Wohnhaus der Knechte (meist Deputatknechte)'
10. Riga 'Wohnung der Knechte'
11. Riga, Hagensberg 'einfaches Wohnhaus'
12. Gut Iggen/Kr. Talsen 'Wohnung für Knechte'
13. Mitau 'Knechtswohnungen'
14. Dorpat und Umgebung 'für ledige männliche Gutsbedienstete u. Handwerker'
15. ---[ausgeschnitten]
16. Kandau/Lettl. 'Pächterwohnung'
17. Riga 'Landarbeiterhaus'
18. Riga, geb. 1902
19. Neu-Rahden 'Arbeiterwohnhaus'
20. Riga und Süd-Kurland 'Haus mit Kleinwohnungen (Stube und Küche) für Knechte'.
21. Libau 'Wohnhaus'
22. Kurland 'für Dienstleute'
23. Wolmar/Livland 'das Wohnhaus auf den Bauernhöfen'
24. Reval 'bewohnt von den Landarbeitern'
25. Gut Rickholtz, Kr. Wiek 'Ledigenhaus'
26. Riga 'Knechtswohnungen'
27. Talsen / Kurland 'das kleine Wohnhaus im Hof'
28. Heuhausen, Kr. Hasenpott 'Wohnhaus für Pächter od. Landarbeiter'
29. Estland 'bei einem großen, reichen Bauernhaus, auch im Estnischen: „Herberg“; auch kleineres Gutshaus wurde so genannt'
30. Kurland - Libau 'Knechtswohnung'

Herrenhaus das

QUELLEN (Informanten)


Herrenhaus 'das Gutshaus'
1. Kr. Werro u. Dorpat
2. Dorpat
3. Goldingen/Windai, Kurland. Forstei Sissen ?
4. (ohne Angabe des Heimatorts)
5. Riga
6. Riga/Hagensberg
7. Talsen
8. Südlivland
9. Riga
10. Riga
11. Dorpat und Umgebung 'normalerweise: das Gutshaus, sofern sehr groß u. pompös: Schloß, bewohnt vom Besitzer, seiner Familie u. Dienstboten.'
Herrenhaus 'das Gutshaus, Schloß'
12. Feldhof über Passmarken 'Verwalterhaus'
13. Reval
14. Dorpat
15. Riga '(das Schloß oder Herrenhaus auf einem Gutshof)'
16. Kibbijarv / Kr. Dorpat
17. Dorpat 'wo der Besitzer wohnte bei sehr großen Gütern auch'
18. Nini/Kr. Hayen '„Schloß“ genannt', 'Gutshaus'
19. Dorpat
20. Dorpat
21. Ilsen/Kr. Walk
22. Windau
23. Reval 'Gebäude auf einem Großgrundbesitz'
24. Gut Sommerpahlen oder Hoflage Jerwen, Kr. Werro u. Dorpat
25. Riga
26. Pussen / Kr. Windau 'oft großes i. kleines Haus'

Heutute die
‣ Varianten: Heu-Tute
'zusammengedrehtes Heubündel; kleiner Heuhaufen'
siehe auch Heuhaufen

QUELLEN

Hupel 1795a, 94
Heu-Tute, die (halb Esthn.) st. Heugrieste. pöb.

Gutzeit 1889b, 523
Heutute, die, Heugriste. Halbestn.


QUELLEN (Informanten)

Heutute 'Heuhaufen' 1. Riga; Baldohn; 2. Gut Namtsn/Kr. Talsen von 1922-39 in Talsen 'hochaufgebauter Heuhaufen'; 3. die Heutute Riga 'Heuschober'; 4. Popragge/Kr. Talsen, gem. Erwuhlen/Lettland 'Heuschober'?; 5. Kurland 'Heukuhle (Heuhaufen)'; 6. Kerro, Kr. Pernau, später Kr. Jerwen 'kleiner Heuhaufen, in dem das Heu bis zur völligen Austrocknung stand'; 7. Riga 'Heuhaufen zum Trocknen'; 8. Landohn 'hoher Heuhaufen'; 9. Dorpat 'Heuhaufen auf Reisig; 10. Dorpat, Reval 'Heuhaufen'; 11. Dorpat 'Heu, auf einem Gerüst zum Trocknen aufgestellt'; 12. Libau 'Heuhaufen'; 13. Reval 'das aufeinandergelegte Heu, wenn es schon trocken ist'; 14. Fellin/Reval 'kegelförm. aufgeschichtetes Heu'; 15. Libau, Lettland, Kurland 'Heukegel'.

Hoflage die
de Vorwerk

QUELLEN

Friebe 1794, 123
Hoflagen (Arten von Meiereien der Holländereien) auf entfernteren Feldern.

Hupel 1795a, 96
Hoflage, die, ist ein im Gebiete des Gutsherrn zur Vermehrung seiner Felder oder aus anderen Beweggründen angelegter kleiner Hof mit den dazu gehörenden Ländereien und Wirthschaftsgebäuden; ein Vorwerk. Einige nennen sie den Viehhof, weil daselbst gemeiniglich auch Vieh gehalten wird. Zuweilen entsteht aus einer solchen Hoflage ein ganz besonderes abgetheiltes Gut. - Lange nennt die Hoflage einen Achterhof.

Provinzialrecht I, 13
§78: Sehr viele, besonders der größeren Landgüter haben übrigens außer dem eigentlichen Hofe noch einen oder mehrere Beihöfe, Hoflagen oder Hoflager genannt, auf denen gewöhnlich Zuchtvieh gehalten wird, daher sie auch wohl Viehhöfe zu heißen pflegen.

Possart 1846, 181
Hoflage, die, nennt man einen im Gebiete des Gutsherrn aus verschiedenen Gründen angelegten kleinen Hof; zuweilen entsteht aus einer solchen Hoflage ein ganz besonders abgetheiltes Gut. -

Sallmann 1880, 54, 67
Beigut
Hoflage Nebenhof, eine in größerer Entfernung vom Hofe gelegene, zu einem Rittergut gehörige „Landstelle“.

Pantenius 1880, 149

Gutzeit 1889b, 536
Hoflage, selten Hofes- oder Hofslage, von Hupel im Idiotikon bezeichnet: als „eine im Gebiete des Gutsherren zur Vermehrung seiner Felder oder aus andern Beweggründen angelegter kleiner Hof mit den dazu gehörigen Ländereien u. Wirtschaftsgebäuden, ein Vorwerk. Einige nennen sie Viehhof, weil daselbst gemeiniglich auch Vieh gehalten wird, Lange einen Achterhof, andere einen Bei- oder Nebenhof. Zuweilen entsteht aus einer solchen Hoflage ein ganz besonderes abqetheiltes Gut.“ — In 182. 1. 59 erklärt Hupel. - Hofläger nennt man kleine Höfe, die im Gebiet außer dem alten u. eigentlichen (Guts)Hof angelegt werden, indem man ein Dorf sprengt, die darin wohnenden Bauern in erledigte Gesinder versetzt, die Dorfsfelder aber zu einem Hof einrichtet; oder man erwält dazu entlegene Buschländer, einen Wald, wüste Bauerländer u. s. w. Daher bemerkt Hupel ebda. S. 240: einen Wirth absetzen, an einen andern Ort versetzen, wenn man nemlich aus seinem Lande eine Hoflage macht, sein Gesinde sprengt. — Buddenbrock in 193. II. 658 erklärt: Beihof, gewöhnlich zur Absonderung des jungen und alten Rindviehs bestimmt. — Bergmann erklärt Hoflage mit Vorwerk. — Die Polen und Littauer haben dafür Vollwerk. In Deutschland vielleicht Meierhof, métairie.
Die Vz. lautet jetzt Hoflagen, früher auch Hofläger und Hoflager.
Eine Hofflage (der Bauern), 13; eine Hofflage, 185. 20; von der Hofflage, 328. 80; die Hofläger, 172. 1789. 460; Hoflager, im Fall sie nicht die vorgeschriebene Ackerfläche haben, 183; eine Hoflage wird einem zugeschlagen, 347. II. 2. 100, zugetheilt; sehr viele, besonders die größeren Landgüter haben außer dem eigentlichen Hofe noch einen oder mehrere Beihöfe, Hoflagen od. Hoflager genannt, auf denen gewöhnlich Zuchtvieh gehalten wird, daher sie wol auch Viehöfe zu heißen pflegen, 154. I. 158.

Transehe-Roseneck 1890, 65
[Anm. 3]: Unter Hoflage (Vorwerk, Beihof, Viehhof) versteht man ein landwirtschaftliches Etablissement, welches vom Gutsherrn und zwar gewöhnlich vom Haupthofe aus bewirtschaftet wird. Die Wirtschaftsmethode ist meist dasselbe wie auf dem Haupthofe, den Hofesfeldern, zu denen die Hoflage - gewissermassen im weiteren Sinne - zu rechnen ist. - Die Hoflage kann entweder auf Hofesland oder auf Bauerland angelegt sein.
[dazu weiteres zu rechtl. Zugehörigkeit im 17. Jh.!!!]

Gutzeit 1892b, 26
Hoflage, in Kurland in einer abweichenden Bedeutung. Der Erbauer hat für die Erbauung seiner „Hoflage“, wie das Hauptgut in Kurland genannt wird, rig. Tagebl. 1889. 12.

Pantenius 1907, 86

Seemann von Jesersky 1913, 127
Hoflage landwirtschaftliches Vorwerk.

Worms 1923, 55
Die Felder schickten ihre Lerchen, sanfte Winde trugen sie über Scheunendächer und Hoflage.
[NB! Die Erzählung spielt auf einem kurischen Landpastorat im Abautal.]

DRWB V, 1274
Vorwerk eines Gutes, Nebenhof. (Gutzeit I 536). Die Hoflage liegt wüste 1618 Leesman (?) Ösel ...? 61.

Grosberg 1942, 8, 28, 313
... der 'Hof' ist der Mittelpunkt eines ausgedehnten Besitzes, der aus der vom Hof bearbeiteten Feldmark nebst Hoflagen und dem 'Gebiete' dem Bauernlande besteht.
... Wirte, deren Gesinde vom Rittermeister 'gelegt' worden, das heißt in Hoflagen verwandelt worden sind.
Das ganze Hofsfeld und die Hoflagen sind umritten worden.

Taube 1944, 42, 281
... fuhr man dann an der 'Hoflage' Mühlenhof vorbei, die zu Jerwakant gehörte...
[Anm.]: In Deutschland sagt man: Vorwerk,
[NB! Das o in Hoflage wurde m.W. kurz und offen gesprochen: Hŏflage. (A. Schönfeldt sen.)]

Habicht 1956, 223

Schaper 1961, 193
Hoflage - Beigut, Vorwerk
Atsalam (?) war, was man im östlichen Deutschland ein Vorwerk nannte, in Estland hieß es eine Hoflage: das Beigut eines Hauptguts, das weiter nördlich vom Atsalam lag.

Nottbeck 1987, 37
Hoflage - Beigut, Vorwerk / E.L.
Die Hoflage wurde von ihm bewirtschaftet.


QUELLEN (Informanten)

'das ganze Gelände eines Gutes, mit Herrenhaus, Stallungen, Arbeiterhäusern, Vorratshäuser, den sog. „Kleten“ u.s.w. . geb. Gut Namtsn Kr. Talsen/Kurland von 1922-39 in Talsen.
'ein Vorwerk' - Walk
'das Gesinde (alleinstehender Bauernof)' Popragger, Kr. Tulsen, Gemeinde Erwahlen
'Vorwerk eines großen Gutes' Werro und Dorpat
Vorwerk des Gutes' Ubja by Wesenberg
Vorwerk oder Nebengut' - Penningby u. Reval
'kleines Vorwerk oder Beigut' - Riga
'Ein Pachthof am Rande des Gutslandes' - Riga
'Beigut' - Dorpat, Pernau, Fillin (Estl.) 1910-14; Gut Kachkowa / Kr. Werro (Estl.); Reval, auch Sellin; Seßwagen u. Kl. Rorp / Kr. Wenden; Wenden (Süd-Livland), Riga, Fellin, Wolmar
'Beigut, Nebengut' Südlivland; Soosaar by Fellin; Rittergut Paschlep by Sallajoggi /Kr. Hapsal
'Beigut, Nebengut eines Rittergutes' Reval (1918-39), vorher Südwierland (St. Simonis)
ausgesprochen: Hofflage 'Beigut von geringerer Größe, meist zur Aufzucht von Jungvieh benutzt' - Ligat, Riga, Kr. Wolmar
'ein Beigut, das zu einem großen Gut gehört, wo der Besitzer nicht wohnte; auch verpachtet evt.' Wesenberg
'ein Beigut = Vorwerk' - Dorpat.
'Vorwerk oder Beigut' Pölwe / Kr. Werro
'ein Beigut eines größeren Gutes, das vom Hauptgut entfernt lag, das heißt ein kleines Vorwerk' - Hapsal / Estl.
'ein Beigut, das wirtschaftlich vom Hauptgut aus bewirtschaftet wurde. Auch ein (anderes) Rittergut konnte als Hoflage bewirtschaftet werden' - Estland, Waldeck u. Pargeneuthal: Merjama /Kr. Wieck.
'ein Nebengut' - Riga und Pernau, Dorpat, Ager
'ein Nebengut? (Exklave?)' - Asel od. Arsel - Reval
'zu einem Gut gehöriger Hof' - Dorpat
'Ein Nebenhof eines größeren Landgutes' - Dorpat
'In Deutschland heißt das wohl „Vorwerk“' - Saara Kr. Pernau
'Wohl ein zerstreut liegendes Grundstück eines großen Gutes: Streustück' - Dorpat
'Pachtstück? Altenteil?' - Riga, Baldohn (33 km von Riga)
'Hofstelle mit Wohn- und Wirtschaftsgebäude' - Reval
'eine Landstelle, die vom Gutshof aus bewirtschaftet wird' - Reval
'Abseits gelegenes Beigut (einherrig mit dem Hauptgut)' Nomkiele, Kr. Jewen
'Ein Beigut eines Rittergutes. Wurde meistens vom Rittergut aus bewirtschaftet, hatte aber oft auch eigenen Viehbestand' - Kerro, Kr. Pernau, später Kr. Jerwen
'Vorwerk oder Beihof eines Rittergutes' - Dorpat
'das Gutshaus u. alle dazu gehörigen Gebäude' Mitau, früher Paplacken
'eine abseits vom Gut gelegene Ackerwirtschaft, auch Beigut genannt' - Hoppenhof / Kr. Walk.
'eine Zweigstelle der Haupt-Gutswirtschaft, die von dieser abgesondert gelegen war und mehr od. weniger selbständig bewirtschaftet wurde' - von 1904-18 in Süd-Livland (Ligat)
'die Hoflage ist die Gesamtheit der Gebäude eines Gutes od. Bauernhofes' - Neuensburg-Pastorat, Kurland
'eine zum Gutsbezirk gehörige, größere selbständig bewirtschaftete Landstelle' - Groß Jungfernhof
'Alle Gebäude, Hofplätze, Gärten, Park u.s.w., die einen Hof bildeten, einerlei, wie groß, ob Hauptgut od. Beihof. (Es bezog sich aber nie auf ein Bauerngesinde, Buschwächterei, Forstei etc.) - Goldingen/Kurland.
'Teil eines Rittergutes, selbständige Wirtschaft, von einem Verwalter (od. auch Pächter) bewirtschaftet. - Walk (Mittellivl.)
'Gehäusekomplex auf einem landwirtschaftl. Hof, Bauernhof od. Pachthof' - Talsen
'dieser Ausdruck um 1930 nicht megr gebräuchlich' - Riga
'ein Beigut, von den Feldern des Gutes räumlich getrennt, aber zum Gut gehörendes Stück Land, acherbaulich genutzt u. mit Wirtschaftsgebäuden versehen' - Goldingen
'ein vom Hauptgut abgesonderter Beihof, Vorwerk' Reval u. Dorpat
'ein Beigut; ein Gesinde, ein Bauenhof' - Riga
'ein Gut mit allen dazugehörigen Gebäuden für Angestellte eines Gutes' - Riga
'der ganze Komplex der Wirtschaftsgebäude' Kr. Mitau
'ein vom Gutsherrn verpachtetes Stück Land' - Dorpat.
'Beigut zu einem größeren Gut bezw. Rittergut, auf dem häufig das Jungvieh u. Schafe gehalten wurden. Die Hoflage hatte nicht immer Rittergutscharakter' - Dorpat u. Umgebung
'entspricht etwa einem Vorwerk' - Druween Kr. Wenden.
'Nebenhof eines großen Gutes mit allen Wirtschaftsgebäuden, lag oft viele km vom Haupthof ab' - Kurland, Livland.
'ein Beigut od. Vorwerk, das vom Hauptgut aus bewirtschaftet wurde u. kein volles Inventar besaß (Meist nur Vieh, oft stand dort das Jungvieh). - Reval bzw. Rickholz /Kr. Wick.
'meist verpachtetes Hofland mit eigenem Wirtschaftsbetrieb; oft stand dort das Jungvieh des Hauptgutes' - Dorpat, Krüdnershof.
'ein kleines Nebengut, das oft auch „Meierhof“ genannt wurde, weil darauf meist Vieh gehalten wurde u. dort ein Meier stationiert war' - Riga
'größerer landwirtschaftl. Betrieb' - Kandan (oder: Kandau? -Lettl.)
'ein Halbgut (Vorwerk)' - Landohn
'kleines Beigut, Nebengut' - Narwa
'ein innerhalb des roten Striches gelegenes Nebengut, meist an das Hauptgut angrenzend, (jedoch nicht Bedingung).' - Kattentack in Wierland
'kleines Nebengut' - Reval, Alt-Wrangelshof by Dorpat
'der Beihof oder der Gebäudekomplex eines Gutes' - Feldhof über Passmacken, Kurland
'kleineres Beigut' - Werpel, vorher: Isaak / Allentacken.
'Teil eines großen Gutes, größer als die Landstelle' - Reval, eigentl. Fickel.
'ein außer dem landwirtschaftl. Hauptbetrieb zum Rittergut gehöriger landwirtschaftl. Nebenbetrieb, aber mit Großlandwirtschaftscharakter' - Gut Friedrichswalde / Kr. Wenden;
'ein Nebengut' - Simonis/Wierland; Randen Kr. Dorpat
'Vorwerk' - Dorpat
'Hof bei einer Landwirtschaft' - Riga; Litauen
'ein zu einem Gut gehörender, selbständiger landwirtschaftlicher Betrieb mit eigenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, der meist verpachtet wurde' - Riga
'Beigut, in Deutschl. „Vorwerk“ genannt. Größere Güter hatten „Hoflagen“ - Riga und Dorpat
'ein Beigut, ein landwirtschaftl. Vorwerk' - Perigel/Kr. Wolmar
'zum Gut gehörendes Beigut in einiger Entfernung' - Dorpat, Reval
'Beigut, Vorwerk' Dorpat, Nordestland
'Art „Beigut“, klein. unselbst. Gut, zum Rittergut gehörig, gewöhnl. Hofesland, z.T. vom Gut aus bewirtschaftet, z.B. für Jungviehzucht od. für Fohlen, wurde auch verpachtet. Größer als „Bauerngesinde“' - Riga.
'ein extra bewirtschafteter Teil eines Rittergutes - Estland, Narwa
'Land, zum Gut gehörig' - Dorpat, Estl.
'ein vom großen Gut weiter entfernt liegendes kleines Beigut' Werro, vorher Autzem by Wenden
'ein Beigut vom Gute, meist in Pacht gegeben' - Reval
'Vorwerk od. kleines Beigut' - Arensburg auf Oesel
'ein Hof, der vom Gutshof aus bewirtschaftet wurde' Riga, geb. 1902
'der Beihof des Hauptguts' - Blumbergshof.
'der Wirtschaftshof des Gutes, umschlossen von Gebäuden' - Neu-Rahden, Lettl.
'Vorwerk od. Beigut mit gleichem Namen, wie das Hauptgut' - Riga u. Südkurland
'ein kleiner Bauernhof, der zu einem Gut gehört; darauf wohnt eine angestellte Bauernfamilie, die Hofpferde zur Bearbeitung der Hoflage hatte; zu einem Rittergut gehörten mehrere Hoflagen. Der Bauer war dort ziemlich selbständig, hatte eigenes Vieh, der Rittergutsbesitzer kontrollierte hin und wieder den Bauern. - Rogosinsky by Werro Livland später Estland.
'ein selbständig verwalteter Teil eines Rittergutes (früher Meierhof)' - Riga
'ein Beigut, Teil eines Gutes, abseits gelegen, mit selbständigem Wirtschaftszentrum' Nini / Kr. Harsen.
'Vorwerk eines Gutes' - Hördel/Estl.
'Beigut eines Rittergutes mit eigenem Wirtschaftszentrum, ist meist kleiner, kann aber auch die Größe eines Rittergutes haben.' Kerjell/Kr. Werro
'Nebengut mit eigenem Wirtschaftshof' - Libau
'Vorwerk, Beigut, meist mit der Aufzucht von Jungvieh u. Fohlen. Dezentralisierung der Gutswirtschaft mit Arbeitsteilung' Kibbijarv/Kr. Dorpat
'kleiner Landbesitz' - Estland
'kleines Nebengut' _ Arensburg/Ösel
'das Nebengut von Rittergütern' Riga, Dorpat
'Nebenhof' - Riga
'ein Beihof des Haupthofes, der aber gesondert bewirtschaftet wurde; Ställe, Scheunen, Wohnungen für Arbeiter waren dort vorhanden' - Gut Sank bei Pernau.
'ein Beigut, auch Vorwerk genannt' - Riga
'ein Beihof (mit eigenem Wirtschaftshof, wurde aber vom Hauptgut bewirtschaftet' - Ilsen/Kr. Walk
'ein kleines Gut' - Reval
'Beigut' - Hasenpott, Riga, Wenden, Reval
'ein kleiner Hof, der zu einem Gut gehört, auch Vorwerk' - Reval
'ein dem Gut gehörendes Anwesen, das verpachtet wurde od. vom Gut aus bewirtschaftet' - Pernau (1900-1939)
'Beigut od. Nebengut, oft ein großer Bauernhof, abhängig vom Gut' - Riga
'ein Vorwerk, in Kurland „Beihof“ genannt' - Bixten/Kr. Tuckum
'Beigut ohne Wohnhaus' - Reval
'Beigut od. kl. Pachtgut' - Riga-Stadt
'dem Gut gehörendes, meist mitbewirtschaftetes Vorwerk' - Kr. Talsen u. Dorpat
'Beigut, Vorwerk' - Wolmar/Livland
'Nebengut, Beigut; oft wurde damit ein Betrieb bezeichnet, auf dem nur Vieh, meist Jungvieh stand u. der vom Hauptgut aus bewirtschaftet wurde' - Karlsberg über Abja/Kr. Pernau
'ein Nebengut' - Reval
'Beigut, Vorwerk' - Gut Rickholtz/Kr. Wiek
'eine Art Beigut' - Wenden
'Vorwerk' - Riga
'eine Bezeichnung in der Kolonie Hirschenhof' - Riga
'Beihof' - Gut Sommerpahlen od. Hoflage Jerwan / Kr. Werro, Dorpat
'ein Nebengut; viele Rittergüter hatten Hoflagen auf vom Hof abgelegenen Stellen errichtet, um wirtschaftlicher arbeiten zu können' - Hallist / Kr. Pernau
'Hof' Fellin, Reval
'ein Gutshof' Goldingen, Kurland
'Beigut, Nebengut, Beihof' - Herbergen/Kurland, Riga
'der Hofplatz' - Neu-Rahden/Kr. Bauske.
'ein Beihof von einem großen Gut, ohne Herrschaftshaus' - Strasdenhof bei Riga
'Beihof eines Rittergutes' - Tuckum, Mitau, Riga
'Nebengut - entspricht etwa dem Begriff eines Vorwerkes' - Dorpat bzw. Wesenberg
'Nebengut oder Beigut' - Dorpat
'ein Guts-Vorwerk' - Alt-Ottenhof/Kr. Wolmar, Livland
'Gutshof, der ganze Komplex der Wirtschaftsgebäude einschl. Herren- u. sonst. Wohnhäusern des Gutshofes' - Pussen/Kr. Windau, Kurland
'ein Haus in Hoflage? Im Hinterhof' - Mitau
'ein Beigut, das meist eine Ziegelei betrieb oder sonst einem Extrazweig einer größeren Gutswirtschaft' - zuletzt Baltischport, Petersburg, Fellin
'Beihof' - Riga
'ein Beigut ohne eigenen Verwalter' - Dorpat
''ein abgelegenes Landstück, das zum Gutsbetrieb eingegliedert, oft für Schafzucht u.ä. eingerichtet' - Estland
'Vorwerk, Beigut' - Dorpat, Riga.


Hoflage - Nebenhof, zum Gute gehörig; auch: Hoflage. WL 9,4. Häufig belegt, vor allem in Liv- und Estland.

Hofmuttersmann der
‣ Varianten: Hofmuttermann
'Milchpächter auf einem Gut'

QUELLEN

Pantenius 1880, 139
Hofmuttersmann der Schweizer.

Gutzeit 1889b, 537
Hofmutter- und Hofmuttersmann, Mannder Hofmutter. An die Stelle der „Hofmütter„und des sog. „Hofmuttersmannes„tritt in Kurland allmälig der ausländische„Viehpfleger“, rig. Ztg. 1872. 14.


QUELLEN (Informanten)
Urban, Emmy: Riga, Kurland (zw. Tuckum und Talsen)
Hofmuttersmann Schweizer. WL 5,9, vgl. Hoffmuttersmann

Weinert, Paul: Riga
Hoffmuttersmann Schweizer. WL 5,9.


Hofmuttersmann 1. Riga: 'der Ehemann der Hofmutter'
2. Tuckum, dann Mitau, Riga 'Betreuer des Hofes'

Hofsland
‣ Varianten: Hofesland

QUELLEN (Informanten)


Hofsland 'zum Gut gehörendes Landstück' - Nomkiele Kr. Jewen
Hofesland 'Deputatland' - Dorpat
Hofsland 'Gutsland, Land, das dem Rittergut gehört; im Gegensatz zu Bauernland' - Sagnitz
Hofsland 'Land in eigener Bewirtschaftung des Gutes ' - Ubja by Wesenberg
Hofesland 'zum Gut gehörig' - Riga, Baldohn
Hofesland 'Gutsland' - Saara Kr. Pernau
Hofsland 'das zum Gut gehörige Land, Acker etc.' - Gut Namtsn/Kr. Talsen, 1922-39 in Talsen
Hofesland 'ist Land in ausschließlicher Verfügung des Gutsbesitzers gegenüber den zum Gut zählenden Erbpachtbauernland. Beide Teile wurden getrennt durch den „roten Strich“ auf der Landkarte' - Riga
Hofesland 'Gutsland' - Kurland
Hofesland 'das Land, das zum Gut gehörte' - Libau
Hofesland 'es war das Land, das bei der Parzellierung der Gutländereien dem Gutsbesitzer verblieb im Gegensatz zum Land, das der Bauer bekam' - Riga, Reval
Hofesland 'Gutsland' - Reval, auch Sellin
Hofesland 'zum Gesinde gehörigdes Land (?)' - Kiidjärve (Estl.) urspr. Riga
Hofesland 'Land, das zum Gut gehörte, im Unterschied zum Bauernland' - Dorpat
Hofesland 'dem Rittergut gehörendes u. von ihm bewirtschaftetes Land' - Kerro/Kr. Pernau, später Kr. Jerwen
Hofesland 'das vom Gut bewirtschaftete Land, im Gegensatz zum Gesindeland' - Mitau, früher Paplacken
Hofesland 'das zum Gut gehörige Land' - Hoppenhof/Kr. Walk
Hofesland 'das zum Gut gehörige Land' - Pölwe/Kr. Werro
Hofesland 'das Gutsgelände, das nach der Bauernverordnung den Gutsbesitzern noch übrigblieb' - Von 1904-18 in Südwierland (Ligat)
Hofesland 'das zum Gut gehörige Land' - Hoppenhof/Kr. Walk
Hofesland 'das Gutsland einschl. der verpachteten Beihöfe' - Neuenburg-Pastor., Kurland
Hofesland 'die Teilparzelle eines Landstückes' - Groß Jungfernhof
Hofesland 'In Kurland, Livl., Estl. der Landbesitz des Rittergutsbesitzers (alles, Acker, Wiese, Wald ect.) Gegensatz: Bauernland = alle Gesinde, die zu einem Rittergut gehörten' Goldingen (Hofsland)
Hofesland 'Ländereien eines Rittergutes, im Gegensatz zum verkauften od. verpachteten Bauernland' - Walk
Hofesland 'zum Gute gehörendes Land (Gegensatz: Bauernland)' - Dorpat, später Riga
Hofesland 'der Hof' - Riga/Hagensberg
Hofesland 'zum adligen Gut gehörendes Land; im Gegensatz zum Bauernland. Abgeteilter Teil des Stalles für Fohlen, Kälber, Schafe. Im Freien: Hürde' - Goldingen
Hofesland 'zum Gut gehörendes Land' - Südlivland
Hofesland 'Gutsland' - Kr. Mitau
Hofesland 'zum Gut gehörendes Land, evt. verpachtet' - Goldingen, Riga
Hofesland 'zum Gut gehörendes Land' - Dorpat u. Umgebung
Hofesland 'das vom Gut bewirtschaftete Land' - Druween/Kr. Wenden
Hofesland 'dem Gutsherrn gehöriges Land zum Unterschied vom Bauernland' - Kurland, Livland
Hofesland 'das seit den Bauernverordnungen von 1849/1858 der ausschließl. Verfügung des Gutsherrn vorbehaltene „Gutsland“ im Gegensatz zu Bauernland' - Reval bzw. Rickholz /Kr. Wick
Hofesland 'Hofland; zum Gut gehöriger Grund u. Boden im Gegensatz zum Bauernland' - Dorpat/Krüdnershof
Hofesland 'das in unmittelbarer Bewirtschaftung des Gutes stehende Land im Gegensatz zum Bauernland' - Riga
Hofesland 'zum Gut/Hof gehörendes Land' - Riga, Ogre
Hofesland 'im Gegensatz zum Bauernland auf der Karte durch roten Strich getrennt' - Rittergut Paschlep u. Sallajoggi, Kr. Haspal.
Hofesland 'Gutsland' - Ligat, Riga, Kr. Wolmar
Hofesland 'vom Gut bewirtschaftetes Ackerland' - Kandau
Hofesland 'Land, das zum Rittergut gehört' - Feldhof üb. Passmacken, Riga, Litauen
Hofesland 'vom Gut verpachtetes Land' - Dorpat
Hofesland 'zum Rittergut gehöriges Gebiet, im Gegensatz zum Bauernland' - Gut Friedrichswalde / Kr. Wenden
Hofesland 'Gutsland' - Riga, Dorpat
Hofesland 'Gutsland, durch roten Strich getrennt' - Reval, eig. Fickel.
Hofesland 'Land des Rittergutes' - Pernigel / Kr. Wolmar
Hofesland 'zum Gut gehörendes Land' - Dorpat, Reval
Hofesland 'Pachtland', 'Gutsland. Im Grundbuch festgelegtes landwirtschaftl. Areal, das nicht auf Kosten des Bauernlandes vergrößert werden durfte' - Dorpat, Nordestland
Hofesland 'Land, das zum Rittergut gehörte' - Riga, geb. 1902
Hofesland 'Land, das zum Hof gehörte, im Gegensatz zum Bauernland' - Blumbergshof
Hofesland 'Gutsland, zum Unterschied von Bauernland' - Neu-Rahden
Hofesland 'Land, das zum Gut gehörte' - Hördel
Hofesland 'Land, das vom Gut bewirtschaftet wurde' - Libau
Hofesland 'vom Gutseigner selbst bewirtschaftetes Land' - Riga, Dorpat
Hofesland 'Eigentumsbesitz des Gutsbesitzers' - Gut Sank by Pernau
Hofesland 'das Land, das vom Rittergut bewirtschaftete u. genutzt wurde; es war streng durch den sogenannt. roten Strich vom Bauernland getrennt, das der Gutsherr keinesfalls nutzen durfte' - Nini/Kr. Hayen.
Hofesland 'durch gesetzliche Regelung war das Land in Hofesland u. Bauernland eingeteilt' - Ilsen/Kr. Walk
Hofesland 'Land, das zum Gut gehörte' - Pernau, (1900-1939)
Hofesland 'Gutsland, im Gegensatz zum Bauernland' - Bixten/Kr. Tuckum
Hofesland 'zum Hof gehörendes Land den Arbeitern zu Kartoffelnutzung statt Deputat übergeben' - Kr. Talsen u. Dorpat
Hofesland 'zum Gut gehöriges Land' - Reval, Goldingen
Hofesland 'zum Rittergut gehörig' - Wolmar, Livl. (Jahrg. 1886)
Hofesland 'Gutsland' - Karlsberg über Abja/Kr. Pernau; Reval; Gut Sommerpahlen od. Hoflage Jerwen; Kr. Werro, Dorpat; Hallist / Kr. Pernau
Hofesland 'Land, das dem Gut gehört und bisweilen in Pacht gegeben ist' - Herbergen / Kurland, Riga
Hofesland 'zum Land, das der Bauer vom Gutsherrn pachten konnte' - Libau, Lettland, Kurland
Hofsland 'zum Gut gehörendes Land' - Dorpat, bzw. Wesenberg
Hofesland 'zum Gutshof gehörender Acker' - Pussen/Kr. Windau
Hofesland 'Gutsland' - Prohden, Kr. Illest (?), Kurland
Hofesland 'verpachtetes Gutsland' - Baltischport, Petersburg, Fellin
Hofesland 'Land, das zum Gutshof gehört' - Riga, Pernau
Hofesland 'Der Kern des Rittergutes, der nicht dem Verkauf an Bauern unterlag; (in Livland Rechtsbegriff)' - Riga
Hofesland 'Gutsland od. Hoflage' - Estland

Hundebude der

QUELLEN (Informanten)


die Hundebude 'Hundehütte'
1. Riga
2. Libau/Lettland
3. Riga/Mitau
4. Libau
5. Mitau
6. Riga
7. Kurland
8. Kliggenhof/Kr. Tuelhum (?)
9. Goldingen - Libau (Kurland)
10. Popragger Kr. Tulsen, Gem. Erwahlen
11. Riga
12. Gut Namtsn, Kr. Talsen; von 1927-39 in Talsen
13. Libau - Riga
14. Riga; Baldohn
15. Riga
16. Riga
17. Riga
18. Riga
19. Riga
20. Riga, Litauen
21. Feldhof üb. Passmacken
22. Riga
23. Riga
24. Bellenhof by Riga bis 1920, dann Riga
25. Kandau
26. Libau
27. Dorpat
28. Riga - Hasenholm
29. Mitau
30. Kr. Mitau
31. Reval u. Dorpat
32. Südlivland
33. Mitau
34. Riga
35. Talsen
36. Mitau
37. Goldingen
38. Riga
39. Reval (1918-39) vorher St. Simonis (Südwierl.)
40. Riga
41. Neuenburg - Past. Kurland.
36. (ohne Angabe des Heimatortes)
37. Tuckum
38. Pussen, Kr. Windau
39. Riga
40. Talsen - Kurland
41. Libau - Lettland - Kurland
42. Herbergen / Kurland, Riga
43. Goldingen
44. Kr. Talsen u. Dorpat
45. Riga
Hundebu(h)de 46. Kurland
47. Gut Sank by Pernau
48. Goldingen und Riga
49. Libau, Lettl.
50. Riga, Dorpat
51. Riga
52. Neu-Rahden. Lettland
53. Werro, vorher Antzem by Wenden
54. Riga

Hutpaudel der

QUELLEN

Vegesack 1935, 287
Hutpaudel - Hutschachtel

Sass 1963, 88
... und Blechformchen, Spännchen, Gießkannen, Schaufeln, Schiffchen, Bällen „für die Kinderchen“. Dazu die Aussteuer an Som- /.../ ebenfalls mit Plaidrollen, Tschemodans, Futterkörben, Hutpaudeln, Vogelbauern, Hunden imponierend ausgelastet. Man steigt in den Fuhrmann, fährt zum Tuckumer Bahnhof seltener zum Dampfer, und rollt alsbald über die Eisenbahnbrücke dem Strande zu.


QUELLEN (Informanten)

die Hutpaudel 'Hutschachtel' Talsen, Libau, Riga


Hutpaudel 'Behälter für Hütte' Pernigel, Libau

Instgebäude das

QUELLEN (Informanten)


Instgebäude 'für die Angestellten, die Instleute' (1. Riga)


Insthaus 'Deputantenhaus' (2. Kreis Talsen u. Dorpat)


Instgebäude 'Knechtswohnhaus' (3. Libau, Lettland, Kurland)

Instmann der

QUELLEN (Informanten)


Instmann 'der Knecht' Popragger /Kr. Talsen, gem. Erwuhlen.

Jagdschlitten
‣ Belege: Mitau, Talsen, Windau, Dorpat
'leichter zweisitziger Schlitten'

QUELLEN

Gutzeit 1877, 560
Jagdschlitten Ein Jachtschlitten, 349. XXIV. 2; ein Jagdschlitten, 172. 1794. 321.

Sallmann 1880, 56
Jagdschlitten


QUELLEN (Informanten)

Jagdschlitten 'leichter, zweisitziger Schlitten'
Mitau, Kr. Talsen, Dorpat, Tergeln (Kr. Windau)

Jagdwagen

QUELLEN

Sallmann 1880, 56
Jagdwagen

Munier-Wroblewski 1927-1931, 20
„vom Sitz des hohen Jagdwagens“

Pantenius 1959, 29
der grosse Jagdwagen


QUELLEN (Informanten)

'Droschkenart', 'offener, 2 o. 4rädriger Wagen'
Narwa, Paschlep (Kr. Hapsul), Fellin, Goldingen, Libau, Dorpat, Riga, Mitau, Oesel, Stadt Walk, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Goldingen/Windau, Stoppenhof (Kr. Walk), Kerjell (Kr. Werro), Pernau, Bauske, Wenden, Reval, Dagö, Bixten (Kr. Tuckum), Neuhausen (Kr. Hasenpott), Gut Kachkowa (Kr. Werro), Kliggenhof (Kr.Tuckum), Saara (Kr. Pernau), Kattentack, Feldhof (b. Sassmacken), Pernigel (Kr. Wolmar), Talsen, Sagnitz (Kr. Walk), Wesenberg, Nämkull (Kr. Jerven)

Junge der
‣ Varianten: Jung

QUELLEN

Hupel 1795a, 102
Junge, der, heißt sowohl ein Lehrling, als ein Bedienter vom Bauerstande.

Petri 1802, 87
Junge, der, heißt gewöhnlich ein Bedienter vom Bauernstande, ein leibeigener Domestik, daher Stubenjunge, d.i. ledige Hofs- oder Stubenbediente. Daher sagt man: er hat seinen Jungen, d.i. Bedienten, mit

Sallmann 1880, 54, 118
Junge Bediente aus dem Bauernstand.
Von Dienern werden unterschieden der Hauskerl Hausaufseher, dereig. Diener, Junge, Schweizer Portier.

Gutzeit 1889a, 23
Junge. Schon in der Willkür der deutschen Kaufleute Nowgorods v. 1346 de jungen in den Kleten solen vorkopen (verkaufen).

Gutzeit 1889b, 567
Junge, der. Gew. Jung, 1) Knabe. Ein Junge vom Adel, 338; Du haust den Jungen den Popo dick, 321. 5; das Neugeborene ist ein Jung, Jungchen, Knabe; dies Mädchen ist ein wahrer Jung, sehr knabenhaft.
2) So ein Gesell oder Jung in seines Meisters Hause Unzucht beginge, 250; einen Jungen aufdingen, 250; seine Jungen abspenen, 246; die Jungen oder jungen Knechte, so um Lohn dienen, sollen keine Wehr tragen, 349. XX. 1; ein Paur, daß er J. seinen Jung abgeruffert, 349. XXI. 1; Jungen, so sich verschalcket hatten, 349. XXVlI. 1; keiner soll seinen Jungen bei Tag und Nacht außer den Stücken auf den Verkauf halten, 349. IV. 12; sie sollen keine Jungen setzen, 240, anannehmen.
Nach diesen Beispielen ist Jung Lehrjung der Handwerker, selbst Gesell; doch auch von Gesell unterschieden: drei Jungens und zwei Gesellen, 241; endlich Lehrbursch der Kaufleute. So gibt Sonntag in 174. 1826. 61 das Wort Jung aus 349. XXVII. 1. J. 1632, 13: Engelbrechts Jung, das er eines Pawren Pferd mit Rechenschwantz dantzen gelehret, — wieder mit: ein Kaufpursch. — Jetzt wird Junge nur auf Lehrburschen der Handwerker bezogen; die Ausdrücke Bursch und Lehrbursch kommen bis Ende des 17. Jahrh. nicht vor. —
3) männlicher Dienstbote, meist aus dem Bauerstande und meist jüngeren, doch auch gleichviel welchen, Alters. In Liv-, Kur- und Estland gleich gew. Daher sagt Krüger aus Kurland (319. 124): Kerl oder Junge, oft auch schlechtweg ein Mensch: die gewönlichen Benennungen des lettischen Hofgesindes; Sallmann aus Estland (390a. 26): Junge, Bedienter aus dem Bauerstande. Wan die Diener oder Jungen, 309. 16; kein fremder Junge, ebda. 17; der Mittelbär kam schall über Wind auf den Jungen, 333. 77, Jägerbursch. Oft in Verb.: Haus-, Hüter-, Stuben-, Jägerjung. Entspricht dem lett. puika und pui..is und russisch малый. — In älteren Schriftstücken ist nicht immer zu entscheiden, ob Jung im Sinne von 1) 2) oder 3) gebraucht worden.

Gutzeit 1894, 19
Junge, der, Lehrjunge eines Handwerkers, Lehrling. In dem Kreygeschen Schrägen v. 1390 wiederholt und abwechselnd mit Leer- oder Leir Junghe. Der Junge brauchte durchaus kein Knabe zu sein. vgl. Junge.

Masing 1931, 12
Junge Lehrling. Mitau 1632, Bäckerschragen


QUELLEN (Informanten)

der Jung 'lediger Landarbeiter'
1. Popragger / Kr. Tulsen, Gem. Erwuhlen; 2. Talsen; 3. Kr. Mitau - 'lediger Knecht'; 4. Bixten / Kr. Tuckum; 5. Tuckum.

Jungfer

QUELLEN

Petri 1802, 104
1. Mamsell

Sallmann 1880, 45
die dreilöcherige Scheibe, in der die Halttaue befestigt sind.

Gutzeit 1889a, 23
Jungfer, Rammwerkzeug. In 174. 1855. 146 wird Brücken-Jungfer erklärt als Rammelwerkzeug ganz wie Stender und Baumgörtel: Rammelbank, statt Rammbank und Rammwerkzeug. Über das Geschichtliche der Jungfer vgl. 175. 1849. Nr. 10. - Nach 390 c. 45: dreilöcherige Scheibe, in der die Halttaue befestigt sind, auf Schiffen.

Gutzeit 1889b, 568
Jungfer und Jungfrau. Früher statt Nonne, doch wie es scheint nicht jeder Art. A., welcher der Jungfern Landknecht war, 180. I. 2. 395. Daher Jungfern- oder Jungfrauenkloster in Riga, Kloster der Cistercienserinnen, seit ältester Zeit.

Gutzeit 1889b, 568
Jungfer, die, Pfalramme; nie Handramme beim Pflastern. Darnach lett. jumprawa, von Stender und Baumgärtel (445. 15) Rammelbock gedeutet.


QUELLEN (Informanten)

die Jungfer 'Zofe' (Talsen)

kakeln

QUELLEN

Bergmann 1785, 33
[kakeln] kahkeln hakern

Hupel 1795a, 103
kahkeln sagt man von kleinen Kindern, wenn sie anfangen etliche unvernemliche Töne hervorzubringen. Bergm. erklärt es durch gakern, wie man denn auch kahkeln von Hühnern sagt.

Gutzeit 1874, 6
kakeln. 1) von Hünern, gackern. Gew.; 2) schwatzen. Gew. — Nach Hupel 3) in Livland auch vom ersten Lallen der Kinder. In dieser Bed. mir nicht begegnet. Für dieses Lallen gebrauchen wir kralen. vgl. Grimm's Wtb.

Sallmann 1880, 33
kakeln gackern, nd. kakeln; fig. viel Worte machen, schwatzen, nd. kakeln.

Seemann von Jesersky 1913, 130
kakeln, gackern, schwätzen, albern reden.

Masing 1926b, 50
kakeln 'gackern; plappern' (mnd. kakelen 'gackern'; Klaus Groth „Quickborn“ II, Leipzig 1871, S. 301: De Höhner de kakelt).
ebd. 8 auch opr. (Frischbier).

Stegmann von Pritzwald 1952, 413
kakeln 'verrücktes Zeug reden'

Kobolt 1990, 137
kakeln schw. V. gackern, schwätzen
mnd. kakelen gackern (von Hühnern); westf. kackeln gackern; lbg. kakeln gackern, laut reden; Br.Wb. kakeln pomm. kakeln gackern; pr. kakeln gackern; Gött. kakeln gackern.


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga
kakeln, bekakeln Ausdrucksweise Jugendlicher f. sich ausreden, quatschen


kakeln 'schwatzen' Riga 1910-1939, bis 1914; Talsen, Mitau, Libau, Kurland, Fennern, Dorpat, Reval, Wierland


kakeln 'unüberlegt sprechen' Ligat um 1930, Riga um 1930, Pernau um 1930.


kakeln - gackern, DWA 38. Riga - 11, Kurl. - 5, Livl. - 2, Estl. - 1.

Kalesche

QUELLEN

Gutzeit 1874, 8
Eine gew. Ra. ist: von der Kalesche kommen oder herunter kommen, d.h. herunterkommen oder seine gute Stellung einbüßen. Von der K. herunterkommen, Bertram in 175. 1855. 167. Aber ebenda S. 247: Du kommst von der Kalesche, d.h. vom Gegenstande ab. (Was ungewönlich ist!)

Sallmann 1880, 56, 112, 123
slav.
von der Kalesche sein, kommen machtlos geworden sein, werden.
von der Kalesche sein, kommen seine gute Stellung einbüßen od. eingebüßt haben.

Gutzeit 1889a, 26
Kalesche, die. Da ein Halbwagen etwas den Slawen unbekanntes war, so ist das Wort ein romanisches und das russ. u. poln. koljaska aus dem Romanischen entlent. Mit колесо Rad lautet es nur zufällig zusammen u. is tmit demselben nicht zusammenzubringen; aus колесо ist dagegen колесница gebildet,welches im Russischen nicht, wie Grimms Wtb. angibt, für Kalesche gilt.

Maltz 1955, 8
die leichte Kalesche

Vegesack 1963, 37
die alte Kalesche


QUELLEN (Informanten)

'Droschke mit aufklappbarem Verdeck'
Narwa, Lamdohu, Ka(u?)ndau, Allendorf, (Kr. Wolmar), Paschlep (Kr. Hapsul), Goldingen, Riga, Dorpat, Reval, Druween (Kr. Wenden), Mitau, Gut Iggen (Kr. Talsen), Wolmar-Pernau, Talsen, Reval, Stadt Walk, Soosaar (Fellin), Neuerburg, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Goldingen (Windau), Stoppenhof (Kr. Walk), Kerjell (Kr. Werro), Gulben, Bauske, Blimbergshof, Werro, Hallist (Kr. Pernau) Gut Richholz (Kr. Wiek), Karlsberg (Kr. Pernau), Wolmar, Kabillen (Kr. Talsen), Dago, Bixten (Kr. Tuckum), Pernau, Prohden (Kr. Illuxt), Fellin, Libau, Neuhausen (Kr. Hasenpott), Härdel, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Saara (Kr. Pernau), Dondangen-Feldhof (Kr. Windau), Kattentack, Feldhof (b. Sassmacken), Werpel, Perniget (Kr. Wolmar), Ubia (b. Wesenberg), Hapsal, Sagnitz (Kr. Walk), Wesenberg, Nämkull (Kr. Jerwen)

Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland
von der Kalesche sein an Ansehen oder Geltung verloren haben.
Früher bedeutete er doch etwas; jetzt ist der arme Kerl ganz von der Kalesche.
Seit das passiert ist, ist N.N. ganz von der Kalesche. [NB! Wurde der Ausdruck eher im Scherz gebraucht? „Na, ich merke es schon, jetzt bin ich bei Dir ganz von der Kalesche!“

Kapelle
Grüne Kapelle

DAZU:
Grüne Kapelle (id)

QUELLEN

Hupel 1774-1782, I/60
Kapelle, d.i. Filialkirche. Einige begreifen unter dem Namen auch die Kalmute, oder solche Stellen, wo unsere Bauern ihre Leichen heimlich begraben, oder solche, die sie abergläubisch vererben, und wo sie opfern.

Bergmann 1785, 34
Kapelle, Erbbegräbnis

Hupel 1795a, 106
1) Filialkirche, 2) Erbbegräbniß, 3) ein verbotener Begräbnißplatz, 4) der Test des Scheidekünstlers, 5) der Hintertheil des Geflügels, auch scherzweise 6) das Gesäß oder der hintere des Menschen.

Hupel 1795b, 228f.
Kapelle, die, ist nach ihren Bedeutungen schon im Idiotikon vorgekommen. Hier füge man noch hinzu, daß dadurch auch 1) das Gebäude in einem Kirchhofe oder Gottesacker, wo man eine Leiche niedersetzen oder eine Beerdigung verrichten kann, 2) ein abgesonderter Raum in oder neben der Kirche, verstanden wird.

Gutzeit 1874, 15
Kapelle. 1) Kirchhof. Die Bauern sollen nicht mehr in den Buschkapellen, sondern auf dem Kirchhof begraben werden, 350. XXII. 1694. Daher Petrikapelle, der Petrikirchhof bei Riga; die große Kapelle in Riga, Petri- u. Domkirchhof. Die Person ist zu erfragen auf der großen Capelle beim Kulengraber, rig. Ztg. 1659. 62. Auf der Kapelle, auf dem Kirchhof. Vom Landungsplatz der Dampfschiffe wird der (Leichen)-Zug bis zur Jakubi-Kapelle fortgesetzt, rig. Ztg. 1859. 168. Ebenso in Kurland. Christian Winter wurde auf Antons Kapelle bei Talsen begraben. Nach d. Talsen'schen Kirchenbuch vom J. 1823. —
2) Gebäude auf einem Kirchhofe od. Gottesacker, wo man eine Leiche niedersetzen oder eine Beerdigung verrichten kann, Hupel in 166 a. 17/18. 228. Noch jetzt zuweilen u. in ders. Bed. wie Kronkammer. —
3) gemauertes Erbbegräbnis, über der Erde, auf Kirchhöfen. Der alte rig. Kirchhof hat eine ganze zusammenhängende Reihe solcher Kapellen, aber auch einzeln stehende. Die grüne Kapelle, vgl. Th. Weise in 174. 1864. 208. —
4) Filialkirche, nach Hupel. Einige begreifen unter diesem Namen auch die sog. Kalmute oder solche Stellen, wo die Bauern ihre Leichen heimlich begraben, oder solche, die sie abergläubisch verehren und wo sie opfern, 182. I.
5) der Hintertheil von gebratenem Geflügel, Purzelknochen od. Kapell am Geflügel, St.; der Hintertheil des Geflügels, Hup. Und daher scherzweise 6) der Hintere oder das Gesäß eines Menschen, Hupel u. jetzt. Auf die Kapelle bekommen, Schläge, Rutenstreiche.

Sallmann 1880, 123
Kapelle Leichenhaus auf dem Kirchhof; Erbbegräbnis; Filialkirche (so z. B. in Rathskapelle); dann das Steißende vom gebratenen Geflügel, und davon Bezeichnung auch des menschlichen Hintertheils: „einem auf die Kapellegeben“, „einen auf die Kapelle setzen“.

Gutzeit 1889a, 28
Kapelle. Das Blei braucht man zur Reinigung des Goldes und Silbers, welche im Feuer unverändert bleiben... oder, wie man sich in der Kunstsprache ausdrückt, auf der Kapelle stehen, und gereinigt werden, 395. III. 340.
Kapelle. „Das Wort Kapelle hat in Livland, sagt Buddenbrock in 193. II. 1. 597, zweierlei Bedeutungen Einmal bedeutet es, und jetzt (1821) gewöhnlich, den Kirchhof, Gottesacker od. den Leichengarten; hernach, sowie in d. Placat von 1671, die Tochterkirche.“ Ob diese Erklärung zutrifft, erscheint fraglich. Es heißt a. a. O. die Ritterschaft dazu bewegen, nicht allein die nun schon aufgebauet stehenden Kirchen zu conserviren, sondern auch die alten Kapellen zu repariren.

Seeberg 1885, 193
In Kurland heißen die Gottesäcker häufig „Kapellen“, wenn auch solche längst nicht mehr auf ihnen stehen oder auch nie gestanden haben.

Campe 1956/1957, 22f.
Die eigentümliche Verallgemeinerung des Wortes „Kapelle“ im baltischen Sprachgebrauch bezeichnet mit diesem Wort nicht nur den Raum einer Andachtsstätte, sondern auch wie bei der Grünen Kapelle ein Wartehäuschen auf dem Friedhof. Auch vereinzelt dastehende Familiengrabstätten, wenn sie auf Hügeln angelegt waren, wurden „Kapellenberge“ genannt.

Kehrwisch

QUELLEN

Martin 1933, 49
Nord-Baltikum: Wesenberg Bürste; Arensburg (Ösel) Bürste; Hapsal Handbesen; Reval Bürste (Dubl. Handbesen); Nömme Handbürste; Dorpat Handbürste; Narwa -; Walk Handbesen, Borstwisch; Werro Handbürste (Dubl. Handbesen); - Süd-Baltikum: Dubbeln Handbesen; Dünaburg Handbesen; Hirschenhof -; Lemsal Handbesen; Riga Handquast m., Feglisbürste (Dubl. Handbesen, Beschen; Feglisbürste, Handquast; Handbesen, Stöwerquast; Borstfeger; Handbesen, Handbesen; Handbesen, Dielenbürste, Handbürste); Winterfeld Handbesen; Wenden Handbesen; Wolmar Handbesen; - Kurland: Alt-Auta..? Handbesen, Handfeger; Frauenburg Besen; Ohseln (Goldingen) Staubbesen; Kimahlen Besen, Kehrwisch; Goldingen Handbesen (Dubl. Handbesen); Planetzen Besen; Neuhausen (Krs. Hasenpoth) Haarbesen Bürste, Hasenpoth Fegebürste; Libau Handbesen (Dubl. Handbesen, Handfeger, Dielenbürste); Kutzau (Krs. Libau) Bürste, Besen; Mitau Handbesen; Talsen Handbesen (Dubl. Bürste); Annahütte (Krs. Windau) Stubenbesen; Tuckum Handbesen; Windau Fegebürste.

Masing 1931, 23
Kehrwisch Stange mit Borstbündel, mit der der Backofen ausgefegt wird. (vgl. Schumann 61)

Keksche
‣ Varianten: Käksche

QUELLEN

Gutzeit 1874, 6
Käksche (-), die, im Scherz f. Köchin. Im lett. kehscha. Wol aus d. nd.

Eckhardt 1896, 29
Keksche allgemein nd. Käksche.

Seemann von Jesersky 1913, 130
Käksch, w. Köchin.

Mitzka 1923, 9
Kēksche 'Köchin'. in der untersten Schicht lebendig (1918), dieselbe Form im Lettischen.

Masing 1924-1926, 409
Kēksche (weibliche Dienstboten)
4) Kēksche (nd. Kaeksch)

Masing 1926b, 27
Kēksche 'Köchin', mnd. kokesche 'Köchin' (Frischbier I 326).
ebd. 8: Käksche auch opr.
ebd. 29: [zum Suffix]

Wiget 1927, 6
'Käksche' auch bei Schütz, Holst. Id.


QUELLEN (Informanten)

keksche 'Köchin' 1. Gut Iggen / Kr. Talsen, 2. Talsen.

Kibitke die
‣ Varianten: Kibitka
{russ. кибитка}
'halbverdeckter Wagen oder Schitten'

QUELLEN

Petri 1809, 325
Das gewöhnliche [Fuhrwerk], welches man Kibitka nennt, ist leicht, ohne alles Eisenwerk und zur Hälfte mit einer sauber geflochtenen Korbdecke, oder mit Matten, Wachstuch oder grober Leinwand versehen.

Ewers 1831, 216
ein leichter, oben halb bedeckter, und auf den Schwungbäumen ruhender Reisewagen.

???, 73-93
A. Hasselblatt berichtet in Balt. Monatsschrift 50, 1900, 73-93 über eine Reise eines Vorfahren im Jahr 1786 nach dessen Tagebuch. Eine wichtige Rolle spielt immer wieder eine Kibitke als Fahrzeug für den Diener; Hasselblatt kennt 1900 offensichtlich den Terminus nicht („wohl eine Art Planwagen, jedenfalls ein unförmlich großes Fahrzeug“ S. 74).

Heimatbuch 1908-1912, 2, 225
'eine kleine Kibitke' [1894] Russische Bezeichnung eines halbverdeckten Schlittens

Seemann von Jesersky 1913, 134
Kibitke Kirgisenzelt, halbverdecktes Fuhrwerk.

Masing 1926b, 10
Kibitke opr. + bd. (armseliger) Schlitten, Fuhrwerk

Vegesack 1935, 26

Kiparsky 1936, 159
Kibitke 'halbverdeckter Wagen oder Schitten' ‹r. кибитка id. - E.L.K. - BERGMANN 35, HUPEL 108, GUTZEIT II, 2, SALLMANN N. 13. - Daneben Kabitte (belegt im J. 1805), das nach MASING WbA heute in Riga bei Schulkindern 'Höhle im Sande' bezeichnet. - In Ostpreussen war das Wort im XIX. Jh. als 'russischer Schlitten' bekannt gewesen, vermutlich durch Russeninvasion nach den napoleonischen Kriegen. Vgl. Altpr. Monatsschrift LIII, 199.

Vegesack 1963, 41

Goertz/Brosse 1973?, 225
eine kleine Kibitke* [russische Bezeichnung eines halbverdeckten Schlittens]

Kobolt 1990, 144
Kibitka, Kibitke (mit betonter Vorsilbe) f leichter Wagen, Schlitten mit Verdeck
russ. kibitka gedeckter Wagen, gedeckter Reiseschlitten; nhd. Kibitka, Kibitke leichter federloser russ. Bretterwagen, russ. Schlitten mit Mattendach.


QUELLEN (Informanten)
Busch, Marie von: Reval
Kibitke halboffener Schlitten


A. Hasselblatt berichtet in Balt. Monatsschrift 50, 1900, 73-93 über eine Reise eines Vorfahren im Jahr 1786 nach dessen Tagebuch. Eine wichtige Rolle spielt immer wieder eine Kibitke als Fahrzeug für den Diener; Hasselblatt kennt 1900 offensichtlich den Terminus nicht („wohl eine Art Planwagen, jedenfalls ein unförmlich großes Fahrzeug“ S. 74).


Kibitke 'kleines Häuschen auf dem Gutshof' Riga, Hagensdorf.


Kibitke 'geschlossener, breiter, zweispänniger Schlitten'
Allendorf (Kr. Wolmar), Paschlep (Kr. Hapsul), Riga, Dorpat, Libau, Druween (Kr. Wenden), Mitau, Oesel, Gut Iggen (Kr. Talsen), Talsen, Stadt Walk, Goldingen, Stoppenhof (Kr. Walk), Kerjell (Kr. Werro), Gulben, Bauske, Werro, Narwa, Hallist (Kr. Pernau), Gut Richholz (Kr. Wiek), Karlsberg (Kr. Pernau), Wolmar, Bixten (Kr. Tackum), Prohden (Kr. Illuxt), Härdel, Bauske, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Kliggenhof (Kr. Tuckum), Kattentack, Werpel, Friederischswalde (Kr. Wenden), Ubia (b. Wesenberg), Hapsal

Kille-Kalla
‣ Varianten: Kille-Kalle

QUELLEN (Informanten)

Law-Robinson, Barbara: Riga
das Kille-Kalla 'Unannehmlichkeit, Unordnung, Streitigkeiten'

Urban, Emmy: Riga, Kurland (zw. Tuckum und Talsen)
Kille-Kalle Unordnung, Durcheinander

Kleete die
‣ Varianten: Klete, Klethe
{russ. клеть, клеткa 'Käfig, Vogelbauer'}
'Vorratshaus' de Speicher; Scheune; et ait
vgl Gutskleete, Handkleete, Kornkleete

QUELLEN

Lindner 1762, 229
Klete ist eine Speise- und Vorratskammer auf dem Lande, in Form eines kleinen Hauses oder Speichers. In Pommern ist das Wort auch üblich; einige halten es für sklavonisch.

Bergmann 1785, 37
Kleete, Kornkammer

Hupel 1795a, 115
Kleete, die (vermuthlich aus dem Lettischen) d.i. Vorrathshaus, Speicher, Magazin, z.B. Kornkleete st. Kornkammer, Kornspeicher; Mehlkleete st. Mehlmagazin; Handkleete st. Vorrathskammer in welcher allerley Bedürfnisse, Hülsenfrüchte u.d.g. aufbewahrt werden; Leihekleete d.i. Magazin aus welchem die Gebietsbauern ihren Vorschuß bekommen, u.d.g.m. (Einige leiten dies Wort aus dem Russ. her, bald von Klet oder Kljet die Wohnung, Hütte, bald von Kletki die Honigzellen.)

Petri 1802, 78, 79
Kleete für Speicher
Klete bist du in der Kleete (im Kornmagazin) gewesen?

Ewers 1831, 216
die Kleete 'Vorratskammer'

Gutzeit 1874, 18
Kleete, s. Klete

Gutzeit 1874, 51f.
Klete, die. Bei Hupel Kleete, bei Gadebusch Klethe. Nach Hupel: Vorratshaus, Speicher, Magazin. Daher Kornklete, Kornkammer, Kornspeicher: Mehlklete, Mehlmagazin; Handklete, kleine Vorratskammer, Leiheklete, Magazin, aus dem die Gebietsbauern ihren Vorschuß bekommen. Nach Gadebusch (325) in Livland dasjenige Landwirtschaftsgebäude, worin man das Korn verwahrt. Bergmann (210) sagt: Klete, Vorratskammer. Lindner (320) sagt: eine Klete ist eine Art von Speicher u. Vorrathskammer, in Form eines Häuschens, auf dem Lande, in Pommern auch gebräuchlich. Brotze gibt in seinen Denkmälern 394. VI. 184 Abbildung u. Beschreibung. In Gubert (328) die und das Kleet. — Aus Kurland sagt Krüger (319. 131): Kleete (von κλεις ?) aus dem Lettischen; jedes Vorrats- und zur Aufbewahrung bestimmte Nebengebäude. Handkleete, ein kleineres dieser Art, zum Ablegen einzelner Gegenstände. — Bergmann (210) bringt das Wort mit Kleid, nd. Kleed, Verkleidung zusammen, in derselben Weise entstanden wie aus Hemd Heimat. Im slav. ist kletj Zimmer,Gemach, und im russischen, wenigstens in einigen Theilen des Reichs, (in andern Anbár), ganz ebenso wie im Lett.: Vorrats- oder Kornkammer der Bauern. Hupel bemerkt, daß Einige das Wort Klete aus dem russ. herleiten, bald von Klet oder Kljet, Wohnung, Hütte, bald von Kletki, Honigzellen! vgl. d. Herleitung des Wortes Kleid in Grimms Wtb. Schon zu Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrh. kommt das Wort in der Lübecker Skra für den Hof der Deutschen zu Nowgorod vor: un so sal de olderman un de ratmanne mit deme clegere vor sin klet gan, dar sin gut inne ist' (vgl. Sarturius-Lappenberg's Gesch. der Hansa II. 200, und so öfters ebenda (z. B. 200. 272 u. 354). Potclet heißt da stehend die Trinkstube, Schenke, Speisesäle von Pott, Topf, Gefäß, vgl. Sallmann in 390. a. 10. Hier ist das Wort in der alten Bed. des russ. Wortes kletj, Zimmer, Gemach, kleines Haus gebraucht. Das Wort in der jetzigen Bed. von Kornkammer, Kornspeicher, Vorratsspeicher haben wir aber dem Lett. (Klehts) entlehnt. In dieser Bed. kommt es im 16. Jahrh. vor. So in einer riq. Kämmereirechnung v. 1577 in 350. XV. Bl. 172: Klete. Später in 329, zb. 88: Den Starost befragen, ober alle und eine jede Saat aus dem Speicher oder Klehten selber gemessen und richtig (auf den Kerbstock) aufgeschnitten habe. Oft in 328: Kleet- oder Kornhaus, 92; die Kleet soll mit dem Norcken nicht über 13 Ellen breit sein, 92; war man (die Kleet) nicht roht (mit Dachpfannen) decken kann, da soll man mit Soden decken, 92. In den Rügen und Kleten einbringen, 185. 466.

Rig. Almanach 1877, 50
Das zweite Mißjahr kam, und alles war leer auf den Feldern und in den Kleeten. [spielt in Livland]

Sallmann 1880, 15
Slavischen Ursprungs ist auch die oftgenannte Klete, ursprünglich = kleines Haus, Kammer. Das Wort findet schon frühe bei den Niederdeutschen Aufnahme, wohl vermittelt durch den hanseatischen Verkehr mit Alt-Nowgorod. Bereits zu Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts heißt es in der Lübecker Skra für den Hof der Deutschen zu Nowgorod: „un so sal de olderman un de ratmanne mit deme klegere vor sin clet gan, dar sin gut inne ist“(Sartorius, Urkundliche Geschichte des Ursprungs der deutschen Hanse, ed. Lappenberg II, 200), und so öfters in den Skraen des 14. Jahrh. (a. a. O. II, 269. 272. 354).

Pantenius 1880, 50
die Kleete 'Getreidekammer'

Pantenius 1881, 57
die Kleete 'Vorratshaus'

Rig. Almanach 1886, 77
„Guten Morgen, Freileinchen!“ sagte der Kleetenälteste Behrsing.

Westermann 1887, 388
Kleete a.d.Lett. Vorratshaus (Kurland)

Gutzeit 1889a, 36
Klete, die. In 399. VI uppe den dren cleten, Willkür d. deutsch. Kaufl. zu Nowgorod v. 1346, de jungen in den kleten solen vorkopen, in der dornsen oder in den kleten, Ebda. Das russ. клѣть bereits im Russ. Recht und von Ewers übersetzt Vorrathskammer. Es entspricht dem altn. hlada, a store house, Vorrathsmagazin, nach (Clesby-Vigfusson's Dict. Im altengl. lathe, dän lade, im gothischen hletra, Zelt, Hütte vgl. 390c. 15.

Eckhardt 1896, 28
Klete preuß.-balt., vielleicht a. d. Poln. D. russ. Wort hat nur beschränkte Verbreitung in den ans Baltikum angrenzenden Gebieten, also selbst Fremdwort. Schon im MA im Baltikum belegt.

Pantenius 1907, 87
die Kleete - 'Vorratshaus'

Seemann von Jesersky 1913, 135
Klete, let. klehts, клѣть, 'Vorratshaus'

Masing 1926b, 58
Klete 'Scheune' (mnd. klēt, kleit 'kleines Haus, Vorratskammer', mhd. glēt: slavisches Lehnwort? Schon im „Meier Helmbrecht“, V. 1847 er brach mir ûf mînen klêt; mlat. cleda; Frischbier I, S. 377).
ebd. 10: Klēte 'Nebengebäude, Scheune': opr. + bd.

Mitzka 1927/1928, 173
nicht preuß. --› bd.

Lasch/Borchling 1928, 78
Kleete „+ .. klêt (-t-, -d-) (kleit, kleyt), n., kleines Haus, Vorratshaus, Speicher, Vorratskammer (Baltikum).“

Vegesack 1935, 17
die Klete 'Vorratsscheune'

Kiparsky 1936, 160f.
Klete [klêtə] f. 'Scheune, Speicher' (alt auch kleth, kleith, cled geschrieben) ‹ ar. клѣть id. Das Wort ist aus Nowgorod (in deutschen Urkunden schon 1250 belegt; UB. I, 6, 418) ins Baltikum und von da nach Preussen eingedrungen (für Goldingen im J. 1290; UB. I, 1, 667, - für Opr. [Amt Ragnit] nach den Sammlungen des Preuss. Wb. im J. 1578 belegt). Es darf keinesfalls zu den nd. Elementen gerechnet werden, wie es Masing NdE. 58 tut. Bielensteins Annahme, es sei ein lett. Lw. (Grenzen 293), ist in Anbetracht des früheren Auftretens des Wortes in Nowgorod unmöglich. - Von bd. und opr. Klete zu trennen ist das mhd. glêt m. 'einzeln stehende Hütte, Haus', das schon im „Meier Helmbrecht“ (Vers 1847) vorkommt und auf ač. *klet (belegt nut demin. kletcě) zurückgeht.
Über potklet 'Vorratsraum für Speisen und Getränke' ‹ ar. подклѣть 'Kellergeschoss unter einem hölzernen Hause, auch Vorratskammer' vgl. Gutzeit SbbGGA 1884, S. 43-44.

Grosberg 1942, 14, 315
die Kleete 'Getreidespeicher'
Der Rittmeister erbaute .. die mächtige Kleete.
S. 17: Gutskleete, Handkleete, Kornkleete

Hueck-Dehio 1955, 107
Auf dem Dach der Perraferschen Kleete (große Vorratsscheune) läutete die Abendglocke Feierabend.

Habicht 1956, 297
die Klete 'Vorratshaus'

Hueck-Dehio 1959, 10

Vegesack 1963, 40
die Kleete

Kentmann 1978, 238
Kleete Heu … wird in der Kleete aufbewahrt.

Nottbeck 1987, 43
Kleete (rus.) – Kornspeicher / E.K.L.R.
Der Schlüssel zur Kleete war dem Verwalter anvertraut.

Kobolt 1990, 149
Klete f Speicher, klet 1451 Güterurkunden
russ. kletj Vorratskammer; mnd. klet(e), kleit kleines Haus, Kammer, gewöhnl. Vorratskammer, in Livland für Vorratshäuser allgemein bekannt; ostpr. Klete Vorratsraum, in älteren Wirtschaften unter einem gesonderten Dach.


QUELLEN (Informanten)

Kleete Lehnwort aus dem Russischen „kl'et' клеть“ Dafür spricht die Verwandtschaft mit „Kl'etka“ - Käfig, Vogelbauer (клеткa) u.a. russ. Ausdrücken. Im Wb. v. Toussaint-Langenscheidt wird das Wort als der Vulgärsprache angehörig bezeichnet = Vorratskammer.
Kleete 'Kleete wahrscheinlich aus dem Russ.' (Pernigel / Kr. Wolmar; [ohne Angabe des Heimatorts])

Busch, Marie von: Reval
die Kleete 'Vorratshaus f. altes Eisen'.

Kerkovius, Martha: Riga; Kruedener, B. von
Kleete - 'Scheune' (Riga 5x, Reval 3x, Pernau 2xBixten/Kr. Tuckum, Kurland 2x, Kliggenhof/Kr. Tuelhum, Mitau, A[r]sel?/Estland, [ohne Ortsangabe 1x])
Klete - 'Scheune' (Riga 6x, Dorpat 4x, Wesenberg, Tergeln bei Windau, Libau, Mitau)


Kleete (Riga u. Brotzen / Kurland by Frauenburg; Nissi / Kr. Harjen; Riga u. Kurtenhof in Livland; Reval; Estland)
Klete (Herbergen/Kurland, Riga (2x); Goldingen; Gut Kaschkowa, Kr. Werro)
Klehte (Riga)


Kleete - 'Speicher' (Arensburg auf Ösel, Alt-Wrangelshof bei Dorpat, Dorpat (6x), Bellenhof bei Riga, Riga (7x), Blumbergshof, Fihteets[?]/Kurland, Lettgallen, Fellin, Pernau (2x), Saara/Kr. Pernau, Reval (3x), Wesenberg, Kattentack in Wierland, Narwa, Gut Rickholz/Kr. Wiek (2x), Gut Sommerpahlen, Waldeck u. Pargenthal, Wenden, Wolmar-Pernau, Goldingen (Kurland) u. Kujen (Livl.); [ohne Ortsangabe 1x])
Klete - 'Speicher' (Dorpat, Gut Kaschkowa/Kr. Werro, Reval, Landolm, Hasenpott, Riga, Wenden, Ilsen/Kr. Walk
Klethe 'Speicher' (Reval bzw. Rickholz/Kr. Wiek; Dorpat, Krüdnershof; Goldingen)
Kleete 'abschließbarer, kleiner Speicher' (Libau-Riga)
Kleete 'etwa Speicher, verschließbares „Bauer“' (Dorpat bzw. Wesenberg)
Kleete 'Vorratshaus', 'Schuppen' Libau, Reval, Riga
Kleete 'immer verschlossener Aufbewahrungsort' (Mitau, früher Paplacken)
Kleete 'für Vorräte und Geräte' (Reval (1918-39 vorher Südwierland (St. Simonis); Mitau; Seßwagen/Kr. Wenden, später Kl. Rorp)
Kleete 'Speicher für Getreide, Saatgut, Nahrungsmittel, Lederzeug, Geräte u.s.w.' (Goldingen)
Kleete 'Vorratsraum für Heu, Flachs und auch für Feld- und Gartengeräte' (Riga)
Kleete 'Aufbewahrungsort für Getreide (Kornkleete), für Imkereigeräte (Bienenkleete) u. andere Geräte u. Dinge' (Goldingen)
Kleete 'darin wurden Getreide, Lebensmittel u. andere Sachen aufbewahrt' (Riga/Hasenholm)
Klete 'Aufbewahrungsraum f. Kleider, Getreide od. Mehl' (Riga (2x), Libau, Lettland, Kurland, Tuckum, dann Mitau, Riga; Talsen)
Kleete 'Vorratshaus für Getreide und Kleider' (Hallist, Kr. Pernau)
Kleete 'außer Korn in „Salven“ noch andere Dinge, Kleiderkasten darin' (Reval, eigentlich Fickel)


Kleete 'Abstellraum, bes. auf dem Lande als eigenes Gebäude. WL 8,38.
Kleete 'meistens aus Holz' (Lesten (1918-27), Kliggenhof u. Riga (1927-39))
Kleete 'landsches Vorratshaus' (Kiidjärve (Estl.) urspr. Riga)
Kleete 'gehörte nicht auf den Bauernhof (Gesinde), sondern auf das Gut (Herrenhof)' (Dorpat)
Kleete 'auch auf den Gütern' (Reval)
Kleete 'oben war noch ein extra Raum, in dem alle Schränke z.B. mit Kleidern) der Gutsleute standen' (Gut Iggen / Kr. Talsen)
Kleete 'hauptsächl. Kornspeicher aber auch Abstellraum' (Reval; Goldingen; Riga; Wolmar)


Große Kleete 'Kornkleete' (Kr. Talsen u. Dorpat)
die kleine Kleete 'zum Aufbewahren von Schinken, Mehl, Heringen' (Pastorat Schloß Scheijen, Kr. Wenden.
Kleete 'zum Aufbewahren von Mehl, Getreide, auch Rauchwaren wie Schinken etc.' (Kabellen, Kr. Talsen)
Kleete 'für Getreide, Speckseiten u.s.w.'(Riga, Mitau)
Kleete 'Vorratshaus für Getreide, Mehl, Fleisch- und Speckwaren, Brot' (Baltischport, Petersburg, Fellin; Riga (2x), Pernau; Dorpat)
Kleete 'Vorratskammer für Getreide, Mehl, Brot, Schinken' (Neuhausen/Kr. Hasenpott)
Kleete (lett. klēts) 'Vorratsgebäude' (Riga 2x; Reval; Dorpat; Hoppenhof/Kr. Walk)
Kleete 'Speicher für Korn u. andere Vorräte' (Walk)
Kleete 'Vorratskammer' (Kandau, Lettland)
Kleete 'Vorratsraum'; (Lemsal/Livl.; Prohden/Kr. Illerst (?), Kurland; Libau; Tuckum)
Kleete 'für Lebensmittelvorräte' (Dorpat; Riga)
Kleete 'für Getreide u. sonstige Vorräte' (Gut Sauk by Pernau in Livland)
Kleete 'meist Steingebäude, in dem das gedroschene Korn, das Rauchfleisch, Speckseiten u.s.w. aufbewahrt wurden' (Riga u. Süd-Wierland)
Klete 'Aufbew. von gedroschenem Korn, geräuchertem Schinken, Speckseiten etc.' (Kr. Pernau)


Kleete 'Kornspeicher' (Nomkiele/Kr. Jerwen (Estl.); Dorpat (2x) u. Umgebung; Wenden; Druween/Kr. Wenden)
Klete 'Kornspeicher'; (Fellin; Riga (3x); Oger; Rittergut Paschlep u. Sallajoggi Kr. Haspal; Werro, geb. 1885 in Minsk, 1920-39 Dorpat; Arensburg auf Ösel)
Kleete 'Getreidespeicher' (Ubja by Wesenberg, Hapsal, Popragger / Kr. Tulsen, Gemeinde Erwuhlen, Walk; Riga (6x), Hagensberg; by Guiwa (?), Kurland (2x); Mitau; Reval (2x); Talsen; Mitau; Ansel, Estl.; Südlivland; Litauen; Arensburg; Pussen/Kr. Windau; Alt-Ottenhof/Kr. Wolmar; Strasdenhof by Riga; Neu-Rahden; Dorpat, Reval-Land)
Kleete 'Getreideschuppen' (Groß Jungfernhof)
Kleete 'für Getreide' (Riga u. Kr. Pernau; Narwa, Estland)
Kleete 'für Korn' (Rogosinsky by Werro / Livland, später Estl.)
Klete 'Kornspeicher' (Riga; Hördel)
Klete 'für Korn, Saat' (Karlsberg über Abja Kr. Pernau; Reval)
Kleete 'Kornkammer' (Libau; Riga 3x)
Kleete 'für Mehl und Futtergetreide' (Dorpat)
Kleete 'zum Aufbewahren von Getreide' (Pastorat Schloß Scheijen, Kr. Wenden, Dorpat (2x); Arensburg (Ösel); Narwa)
Kleete 'Vorratshaus für Korn'; (Reval u. Dorpat; Riga (3x); Kr. Mitau (2x); Goldingen - Riga
Kleete 'Vorratshaus' (St. Petersburg, Reval; Alt-Wrangelshof by Dorpat)
Kleete 'Vorratsspeicher'(Riga)
Kleete 'Vorratshaus für Getreide besonders' (Gut Friedrichswalde/Kr. Wenden; Dorpat (2x), Pernau; Riga)
Klete 'Vorratsgebäude für das geerntete Korn' (Riga (3x); Werpel, vorher Isaak / Altentackel; Feldhof über Passmacken; Dorpat (2x); Reval; Litauen; Simonis / Wierland, Randen/Kr. Dorpat)
Kleete 'für Getreide, gedroschen' (Dorpat u. Nordestland)
Kleete 'Aufbewahrung von gedroschenem Getreide u. anderen Vorräten' (Kerro, Kr. Pernau, später Kr. Jerwen; Riga)
Kleete 'für Mehl und Getreide' (Goldingen / Windau, Kurland; Pölve/Kr. Werro; [ohne Angabe des Heimatorts])
Kleete 'die Vorratsscheune, insbesondere für gedroschenes Korn u. Mehl' (Riga)
Kleete 'der Kornspeicher mit mehreren Abteilen für Getreide u. dem Kleetenboden, auf dem auch Getreide gelagert wurde' (Neuenburg-Pastorat. Kurland)
Kleete 'zum Aufbewahren von Getreide' (Narwa)
Kleete 'Gebäude zur Aufbewahrung von Getreide (Reval, Riga; Soosaar by Fellin)
Kleete 'mit Abteilungen für verschied. Sorten Korn' (Estland; [ohne Angabe des Heimatorts])
Kleete 'das Getreide wurde in der Kleete in „Salven“ untergebracht(Riga u. Dorpat)
Kleete 'Getreidespeicher, mit Salven zum Einlagern' (Kibbijarv / Kr. Dorpat; Reval; Riga)
Kleete 'Gebäude für Saaten' (Kurland / Livland)
Kleete 'zum Aufbew. des Schweinefutters, Mehl u.s.w.' (Dorpat)
Kleete 'für Getreide, Heu' (Dorpat)
Klete 'Magazin-Gebäude' (Riga u. Dorpat)


Kleete 'verschließbar, darin Kornvorräte, Schinken, Kleiderkasten' (Sagnitz)
Kleete 'Vorratsgebäude, Backstube' (Gut Namtsn / Kr. Talsen, von 1922-39)
Kleete 'Vorrats-, Kornkammer, die Klete ‹ russ. клеть (Reval, auch Fellin)
Klete 'gesonderter Aufbewahrungsraum' (Asel od. Arsel (?) (Estl. - Reval)
Kleete 'Art Kornspeicher u. zur Aufbewahrung anderer Sachen (Kleider)' (Riga)


Kleete 'Kleete im Sommer als Schlafraum für Mädchen benutzt' (Ligat, Riga, Kr. Wolmar)
Kleete 'Aufbewahrung für Kisten mit Pelzen u. Kleidern, Haferkisten, Räucherschinken, Rollen grober Leinwand, auch mit Bett zum Übernachten, falls zu viel Gäste' (Libau; Dorpat; Goldingen u. Riga)

Klepper der

QUELLEN

Hupel 1795a, 116
Klepper, der auch das, heißt ein kleines Pferd welches etwas größer und besser gebauet ist als die gewöhnlichen hiesigen Bauerpferde. Ist es merklich größer, nemlich etwa gegen 1¼ hoch, so nennt man es Doppelt- oder Doppelklepper. S. auch Buschklepper.

Pantenius 1872, 59
der Klepper Arbeitspferd

Gutzeit 1874, 51
Klepper, der. Nach Grimms Wtb. beginnen die ältesten Zeugnisse dieses Worts am Ende des 15. Jahrhunderts. Hier eines aus dem J. 1341: equus clipperus, 399. IV. Urk. 303. Wortregister.
Bei uns ehemals wie jetzt: kleines Pferd, namentlich Bauerpferd, nicht Reitpferd oder Zelter. Ein Bauerklepper, 338. Die Schreibung durchweg mit e, zuweilen ä, nicht ö. Hupel sagt: Klepper, der, auch das, heißt ein kleines Pferd, welches etwas größer und besser gebaut ist als die gewöhnlichen hiesigen Bauerpferde. Ist es merklich größer, nämlich etwa gegen 1¼ hoch, so nennt man es Doppelt- oder Doppelklepper. Ein geschlossener Klepper, gut gebauter. In 415 (J. 1770) heißt es: Wir haben eine zwofache Art Pferde; die eine, welche doppelte Klapper, und die andere, welche kleine Klapper genannt werden. Schon das Gewächs eines doppelten Klappers kann einen Kenner überzeigen, daß die Natur sie mit einer besonderen Stärke erschaffen habe. Der feste Bau der Glieder lehret den Beobachter, daß sie zu der schwersten und anhaltenden Arbeit gemacht sind. Ein Pferd von doppelter Größe muß eine Höhe von eilf Viertel, oder nach dem Russischen Maas zwey Arschienen und ein Werschock haben; wiewol einige auch etwas niedriger sind. Das Creutz eines solchen Pferdes ist breit und platt. Die Seiten sind geschlossen; der Rücken ist stark und gerade, die Brust breit und platt, der Hals mäßig lang und stark, der Kopf ziemlich proportioniert. Die Füße sind mäßig dick, und mehr glatt als mit Haaren behangen. Der ganze Körper ist gedrungen, das Fleisch fest und hart. Nicht die Schönheit, sondern die große Dauerhaftigkeit gab diesen Thieren den Vorzug. In Ehstland, in dem Revalschen Distrikte, auf den benachbarten Inseln Oesel, Mohn u. s. w., welche Örter das eigentliche Vaterland der doppelten Kläpper sind. Der Stamm dieser vortrefflichen Pferde ist in unseren Zeiten (1770) schon dermaßen geschwächt, daß man nur hin und wieder ächte Abkömmlinge davon siehet und daß wir nur noch an wenigen Orte ächte liefländische doppelte Kläpper finden. Die Schweden bemerkten die große Dauerhaftigkeit dieser Pferde; Rußland sah diese Eigenschaften ebenfalls ein und eine Menge Pferde wurde nach Petersburg geführt; wie begierig die Pohlen unsere Pferde gekauft, ist eine bekannte Sache, vgl. 415. 1—13. — Hueck (190. 297 und 269) sagt: ein vorzüglicher Schlag kleiner Pferde sind in Estland und im Estnischen die estnischen Klepper; sie sind meist von brauner Farbe. Der Doppelklepper ist nicht mit dem estnischen Klepper zu verwechseln, sondern bildet eine eigentümliche, höchst ausgezeichnete, jetzt leider seltene Race; er ähnelt dem estnischen Klepper an Gestalt, übertrifft ihn an Größe; die Farbe lichtbraun.

Pantenius 1880, 76
der Klepper Arbeitspferd

Pantenius 1907, 87
der Klepper Arbeitspferd

Masing 1926b, 44
Klepper „Arbeitspferd“, in Kurland, - nicht in verächtlichem Sinn (mnd. klepper „Reitpferd, kleines, rasch trabendes Pferd).

Vegesack 1935, 44
der Klepper Arbeitspferd


QUELLEN (Informanten)

Klepper 'Bezeichnung für Pferd, Arbeitspferd'
Wolmar - Pernau, Lamdohv, Kann(u)dau, Allendorf (Kr. Wolmar), Riga, Libau, Dorpat, Mitau, Goldingen, Talsen, Neuerburg, Stoppinger (Kr. Walk), Oesel, Gulben, Gut Rickholz (Kr. Wiek), Wolmar, Kabillen (Kr. Talsen), Reval, Bixten (Kr. Tuckum), Prohden (Kr. Illuxt), Fellin, Punen (Kr. Windau), Bauske, Werro, Kliggenhof (Kr. Tuckum), Dondangen - Feldhof - (Kr. Windau), Feldhof (b. Sassmacken), Friedrichswald (Kr. Wenden), Pernigel (Kr. Wolmar), Hapsal, Sagnitz (Kr. Walk).

Knackwurst die

QUELLEN (Informanten)


baltische Wurstart: Mitau um 1930, Libau um 1930 (um 1910), Tuckum bis 1903, Riga bis 1905, Wenden bis 1912, Lettland um 1910, Livland um 1939, Ligat um 1939, Goldingen um 1920, Talsen um 1920.

knickerig Adj
‣ Varianten: knickrig, kniekrig

QUELLEN

Gutzeit 1874, 62
knickerig, knickend, Zusammenknickend. Ich bin schon knickerig, sagt von sich mancher alte Mann.

Sallmann 1880, 34
knickerig 'geizig'


QUELLEN (Informanten)
Hedenström, Bernd von: Riga
knickerig 'knauserig'


knickerig 'geizig' Riga, Dorpat, Talsen, Hasenpoth, Fennern, Libau, Fellin.
kniekrig 'geizig' Libau, Dorpat, Nissin
knick(e)rig 'geizig' Fellin bis 1938, Dorpat bis 1938, Werro um 1910, Saßnitz bis 1939, Riga um 1930, Livland um 1930, Libau um 1910.

Konferenz die

QUELLEN

Provinzialrecht II
§§ 332-351: Kurland [Belege]

Worms 1902, 21
Brüderliche Konferenz: „Sie erzählte, daß in nächster Woche die adligen Herren zu einer 'brüderlichen Konferenz' nach Talsen kommen sollten.

Tobien 1925, 406f.
Konferenz, Baltische
trat erstmals 1882 in Riga zusammen
Ritterschaft Livland, R. Kurland, R. Estland - je 5 Delegierte, R. Oesel - 3 Delegierte
2. Konferenz 1884: ohne Estländ. Delegierte.
Themen: Aufbau der Kommunalbehörde

Tobien 1925, 454
1911; 1912 - Livl. + Kurl. in Mitau.

Krusenstjern 1963, 20
Brüderliche Konferenz (für kurl. Konferenzversammlung)

Krabate die

QUELLEN

Gutzeit 1874, 82
Krabate, die. In Grimms Wtb. als männlich aufgef., bei uns immer weiblich, weil man die Abstammung von Kroat nicht kannte und an Krabbe, Krebs, dachte? Dieser Knabe ist eine rechte Krabate; ungezogene Krabaten sind diese Kinder; dies Mädchen ist eine große Krabate. (Groß, wie in: großer Schelm u. dgl.) Zu den in Grimms Wtb. angeführten fremden Wörtern, die auf Kroat zurückgeleitet werden, dürfte auch span. (Garabato, Taugenichts, Spitzbube und ebenso garabatillo zu bemerken sein. Wenn franz. cravate, Halstuch auf Kroat zurückgeführt wird, so könnte auch russ. Krowátj, franz. grabat, Bett, zu demselben Stamm gehören. Ein solches Zusammenbringen scheint doch zu weit zu gehen!


QUELLEN (Informanten)

die Krabate 'unartiges Mädchen' Riga um 1930.
Krabate 'unartiges Kind' Riga um 1920, Hasenpoth um 1910, Talsen.

Kraftpodole
‣ Varianten: Kraftpodol

siehe auch Podole

QUELLEN

Boehm 1904, Sp. 100
Wer ferner auf dem Fechtboden eine ungewöhnliche Körperkraft an den Tag legte, wurde bewundernd ein „Kraftpodole“ oder schlechthin „Podole“ genannt, ohne Zweifel in Erinnerung an die durch Größe und Kraft ausgezeichneten podolischen Stiere.

Dorpater Studentendeutsch 1921, 194
Wer auf dem Fechtboden eine ungewöhnliche Körperkraft an den Tag legte, wurde mit dem Namen „Kraftpodole“ oder schlechthin „Podole“ belegt, ohne Zweifel in Erinnerung an die durch Größe und Kraft ausgezeichneten podolischen Stiere.

Grosberg 1942, 110, 318
der Kraftpodole - Kraftmensch
... der als geborener Kurlander sich verpflichtet fühlt, den Kraftpodolen zu spielen.

Nottbeck 1987, 47
Kraftpodol - Kraftmeier / E.K.L.R.
Der Ringer Palusalu war ein Kraftpodol.


QUELLEN (Informanten)
Urban, Emmy: Riga, Kurland (zw. Tuckum und Talsen)
Kraftpodole Kraftprotz, s. Podole

Kraike

QUELLEN

Nottbeck 1987, 47
Kraike (swe.) - Mähre, alter Gaul / E.
Mit dieser Kraike komme ich nicht von Ants nach Taps.

Kobolt 1990, 158
Kraike, Riga; Kragge, Hupel 1795: Kragge f elendes, altes Pferd.
plattd. Kragge, Krack(e), Krackse altes oder abgetriebenes Pferd; westf. Kracke schlechtes Pferd; Elb. Kragge elendes Pferd; pomm. Kraak schlechtes, nichtswürdiges Ding; Krakke altes abgenutztes Pferd; pr. Kragge, Kracke altes, abgetriebenes Pferd; nhd. Kracke niederd. und mitteld. für: altes Pferd.


QUELLEN (Informanten)

Kraike 'altes, mageres Pferd'. Fellin, Dorpat, Oesel, Soosaar (Fellin) Reval, Neuer burg, Werro, Narwa, Hallist (Kr. Pernau), Gut Richholz (Kr. Wiek), Kr. Talsen, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Fellin, Kattentack, Ubia (b. Wesenberg), Sagnitz (Kr. Walk), Wa...kull (Kr. Jerwen).

Lemm, Robert von: Reval, Dorpat
die Kraike das Weib (verächtlich)
alte Kraike = alte Schachtel (Frau),
= die Mähre . Schlau [?]

Kranz der
‣ Varianten: Krajnz, Kransche, Krants, Krantsch, Kranzit

vgl Karjakrants

QUELLEN

Gutzeit 1874, 86
Kranz, der, 1) an geblockten Häusern, Balkenkranz, Balkenschicht, Bauschicht.— 2) An einer Theemaschine, der durchbrochen ne Aufsatz, auf den die Theekanne gestellt wird. 3) Der kronenähnliche, von Laubwerk gemachte Aufsatz der Kletterstange, namentlich zu Hungerkummern. An und in dem Kranze befinden sich diejenigen Gegenstände, welche dem Erkletterer zu Theil werden. — In Estland anch st. Guirlande. nach 390 a. 30. — In unedler Sprechweise: die Kränse für Kränze und bekränsen f. bekränzen, vgl. Schwanz.

Sallmann 1880, 124
Kranz Kranzgewinde, Guirlande.

Gutzeit 1894, 23
Kranz, der, an einem Schornstein, das ihn krönende Gesims, aus einigen Schichten Zigel hergestellt und etwas hervorragend. Bei Maurern und Schornsteinfegern.

Grosberg 1942, 151, 314 Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland
ein Kranz oder Lahzit bellt das Boot an.
... auf der Landstraße .. belfern Kranz und Zitrons.
[NB! Lahzit und Zitrons sind lettische Hundenamen, „Kranz“ - Bezeichnung für unedle, nicht rassereine Hunde.]

Kobolt 1990, 160
Kranz m Mischlingshund
estn. krants; lett. kranzis.


QUELLEN (Informanten)
Kerkovius, Martha: Riga; Jaksch, Margareta: Riga; Freytag, K.: Kurland
Krantsch, der - einfacher Hund, kein Rassehund, Promenadenmischung


der Kranč 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 1. Riga; Krants (estn.) 2. Dorpat; Krantsch 3. Riga; 4. Riga, 5. Riga; Kranz (feuchtes n) 6. Dorpat; Krantsch 'eine Hundemischung unbestimmter Rasse' 7. Libau, 8. Riga u. Mitau; Krans (estn.) aus Dtsch. „Kranz“ › Dorfhund mit geringelter Recke' 9. Reval, auch Sellin; 10. Saara / Kr. Pernau;
Kranz 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 11. Riga, 12. Reval; Krantsch 13. Riga, 14. Riga: 'Mischling'; Krants 15. Dorpat (Werro u. Pernau); 16. Hapsal; 17. Dorpat, 18. Fellin (Estl.); 19. Kr. Werro u. Dorpat;
Krantsch 'Mischling' 20. Reval, 21. Mitau 'aus dem Lett. „krancis“ ein Mischl. untersch. Rasse)'; 22. Riga; 23. Kurland; 24. Fihteets Kurland, zuletzt Lettgalen; Kranz 25. Kliggenhof / Kr. Tuckum; 26. Riga; Kranče (aus dem Lett.), 27. Riga;
der Krantsch 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 28. Popragger, Kr. Tulsen, Gem. Erwuhlen; 29. Riga 'jeder Hund, der kein Rassenhund ist'; 30. Riga; 31. Riga. Gut Namtsen / Kr. Talsen, von 1922-39 in Talsen (32.); 33. Libau-Riga
der Kransch 34. Riga 'Promenadenmischung'; 35. Riga, Baldohn; Krants 'nicht reinrassig' 36. Ubja by Wesenberg; 37. Sagnitz; 38. Nomkiele/Kr. Jerwen; 39. Gut Kachkowa / Kr. Werro; 40. Krantsch 41. Riga; 42. Riga; 43. Riga; 44. Riga; 45. Riga u. Dorpat
Krants 46. Dorpat; 47. (ohne Angabe des Heimatorts); 48. Reval, eig. Fickel; 49. Dorpat, Pernau; 50. Simonis / Wierland, Randen / Kr. Dorpat; 51. Kattentack i./Wierland; 52. Rerze, Reval u. Dorpat 'Dorfhund'
Kranz (estl) 53. Dorpat, Reval; 54. Pernigel / Kr. Wolmar; 55. Riga u. Dorpat; 56. Riga; 57. Riga, Litauen; 58. Feldhof üb. / Passmacken; 59. Bellenhof by Riga bis 1920, dann Riga; 60. Ligat, Riga, Kr. Wolmar.
Krantsch 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 61. Kr. Mitau, 62. Riga; 63. Talsen; 64. Mitau; 65. Goldingen; 66. Riga; 67. Riga; 68. Riga; 69. Riga; 70. Walk; 71. Goldingen; Krantsche 72. Neuenburg-Past / Kurland; 73. Gut Iggen / Kr. Talsen; 74. Seßwegen /Kr. Wenden, Kl. Korp; 75. Dorpat, Riga; 76. Riga; 77. (Heimatort nicht angegeben); 78. Hoppenhof / Kr. Walk; 79. Riga;
Krants (estn.) 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 80. Walk; 81. Soosaar by Fellin; 82. Reval; 83. Reval (1918-39), vorher St. Simonis (Südwirl.); 84. Waldeck u. Pargenthal; 85. Pölwe / Kr. Werro; 86. Dorpat bzw. Wesenberg; 87. Dorpat; 88. Fellin, Reval; 89. Riga; 90. Gut Rickholz, Kr. Wiek 'Bastard', 91. Reval; 92. Karlsberg über Abja / Kr. Pernau.
Krantsch 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 93. Riga; 94. (ohne Angabe des Heimatorts); 95. Riga 'Mischling'; 96. Riga-Pernau; 97. Riga;
der Krantsche 98. Tuckum; 99. Pussen, Kr. Windau Goldingen;
der Krantsch 100. Riga; 101. Riga; 102. Talsen-Kurland; 103. Riga; 104. Riga; 105. Herbergen / Kurland, Riga;
Krantsch 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 106. Strasdenhof by Riga; 107. Riga; 108. Riga; 109. Riga; 110. Kurland; 111. Riga;
Krantsche 112. Goldingen u. Riga
Krantsch 113. Riga; 114. Riga; 115. Riga u. Kurtenhof /Livland; 116. Riga u. Süd-Kurland; 117. Riga;
Kranz (russ.) 'Promenadenmischung' (nicht immer abfällig) 118. Rittergut Paschlep u. Sullajoggi; 119. Kr. Haspal; 120. Riga - Oger; 121. Riga; 122. Dorpat, Krüdnesshof; 123. Druween/Kr. Wenden; 124. Wenden; 125. Riga; 126. Riga; 127. Pernau; 128. Kranz(-eler) Gut Berthenhagen, Kurland; 129. Dorpat, Riga;
Kransch 130. Kurland - Livland; 131. Riga - Hasenholm; 132. Südlivland; 133. Riga; 134. Riga - Stadt; 135. Riga; 136. Riga;
Krantsch 'abfällige Bez. für Hunde' 137. Ligat, Kr. Riga; 138. Riga; 139. Kandau; 140. Ligat, Riga, Kr. Wolmar; 141. Ritterg. Paschlep u. Sallajoggi / Kr. Haspal; 142. Riga - Oger; 143. Druween / Kr. Wenden 'rasseloser Hund' (nicht abfällig); 144. Goldingen-Riga;
Krans 145. Dorpat; 146. Tuckum, Mitau, Riga 'Mischling'.
147. Dorpat, Riga; 148. Herbergen / Kurland, Riga 'Hund undefin. Rasse'; 149. Wenden (auch Kranč); 150. Wolmar / Livl. (Jahrg. 1886) '(aus d. Lettischen) einfacher „Dorfköter“'
Kranze 151. Bixten / Kr. Tuckum
der Kranz 152. Pernau (1900-39) 'nicht reinrass. Hund, Köter'; 153. Ilsen, Kr. Walk; 154. Riga, Dorpat.
Kranz 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 155. Libau; 156. Blumbergshof; 157. Riga, geb. 1902.
der Kran'ts 'Promenadenmischung' 158. Reval
Krants 159. Reval; 160. Riga; 161. Dorpat
Krant's 162. Riga;
Krants 163. Rogosinsky by Werro, Livl. später Estl.; 164 Antzen by Wenden, Werro; 165. Dorpat; 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 166. Narwa, Estland; 167. Kibbijarv / Kr. Dorpat 'Hüterhund undefin. Rasse'.


Krajnz 'abfällige Bezeichnung für Hunde' (Dorpat)
2. Reval 'Promenadenmischung'
3. Hördel 'unedler Hund'


Krainz 'abfällige Bezeichnung für Hunde' 1. Fellin; 2. Waldeck u. Pargenthal; 3. Arensburg auf Oesel


das Kranzchen 'abfällige Bezeichnung für Hunde' Riga, geb. 1902.


der Kranzit 'abfällige Bezeichnung für Hunde' (Promenadenmischung) 1. Bellenhof by Riga bei 1920, dann Riga
Kranzis 2. Neuhausen, Kr. Hasenpott.

Kringel

vgl Geburtstagskringel, Gelbkringel, Hamburger Kringel, Butterkringel, Kaneelkringel, Wiborger Kringel

QUELLEN

Lindner 1762, 229
Kringel, in Sachsen Prätzel. Von Semmeln, Paarsemmeln weiß man jetzt hier nichts, s. Bock S. 41.

Hupel 1795a, 128
Kringel, der, hört man hier durchgängig st. Brezel oder Bretzel; zuweilen auch st. Ring, Ringel, Kreis.

Gutzeit 1874, 96
Kringel, der. 1) nach Hupel zuweilen st. Ring, Ringel, Kreis, vgl. Grimms Wtb. 1). — 2) Durchweg st. des hier unbekannten Brezel. Schon Hupel. Man hat Butterkringel, aus buttrigem Teig; gelbe Kringel, Kringel größerer Art, mit Safran gelb gefärbt, namentlich zu Geburtstagen; Weggenkringel, im Bäckerschragen (260) dafür: gesottene, jetzt: Wasserkringel; Kaffekringel, statt der Milchkringel in den 20er u. 30er Jahren; und der Polkakringel in den 50er; Hamburger (Platen)kringel, Salzkringel, Zuckerkringel; Goldingensche, gew. Goldingsche Kringel; Wyburgsche Kringel; russische Kringel, ein feineres Gebäck in Ringform, jetzt verschwunden; Strusenkringel oder Rinzelchen, welche mit den Strusen herankommen, doch auch im Waldaischen bekannt sind, aus Waizenmehl in Gestalt kleiner Ringe, russ. Baránki.
Sr. gräflichen Gnaden samt dero Gemalin zum Willkommen ein Ahm rheinscher Wein, 6 Grembroht, 6 gelbe Kringeln, 349. XXII. 4. Ebenda zuweilen schlechtweg Kringel genannt. — 3) von Dingen ähnlicher Gestalt. Haufenblase in kleinen Kringeln.

Sallmann 1880, 35
Kringel - Bretzel

Seemann von Jesersky 1913, 140
Kringel w. Bretzel

Masing 1924-1926, 90

Masing 1926b, 69
Kringel „Bretzel“ (mnd. kringel; Schumann, S. 14; Brinckmann „Kasper-Ohm“, Kap. VI Botterkringel; Frischbier I, S. 430).

Masing 1931, 34
Bretzel
ein ringförmiges Gebildbrot
Die ihn kennzeichnende modifizierte Ringform kommt in der Weise zustande, daß ein Ring durchgeschnitten wird und die beiden so geschaffenen freien Enden ineinander verschlungen, zu der Stelle zurückgebogen werden, die den Schnittpunkt gegenüberliegt. Wahrzeichen des ..... ?
[Abbildung S. 57]

Masing 1931, 48
sich zum Kringel lachen; zum Kringel frieren; sich zum Kringel ärgern

Taube 1944, 109, 115
Es gab den Geburtstagskringel
.. (mir) deuchte der 'Butterkringel' besonders festlich; viel Rosinen mußte er enthalten und überseckt sein mit kleingehackten Mandelstücken.

???, 26
Kringel 'Gebäck' Wasserkringel, gelber Kringel (baltisch); „Der Kringel, Name und Gebäck, ist in die balt. Länder (lett., estn. kringel) und über Polen nach Rußland gewandert.

Graf 1958, 9
Für Roggenbrot sagt man Schwarzbrot oder Grobbrot, Weizenbrot heißt stets Weißbrot, das auch für Brötchen, Schrippen gebraucht wird. Ein Rund- oder Milchbrötchen ist ein Kuckel, den auch der Ostpreuße kennt; das Grundwort ist polnisch kukla „längliches Brot“, aus lateinisch cuculla. Beliebt ist das Gelbbrot, das sonstwo Safranbrot genannt wird; ein gelber Kringel durfte auf keinem Geburtstagstisch fehlen. Feinbrot bedeutete in Estland süßsaures Brot aus gebeuteltem Roggenmehl, in Riga feines Kaffeebrot; in Berlin versteht man unter Feinbrot das helle, besser ausgemahlene Roggenbrot. Eine Schnitte Brot, eine Stulle, heißt Scheibe. Der süddeutsche Krapfen ist unter dem Namen Kröpelkuchen bekannt, mnd. kropel, hessisch Kräppel (Grimm, Dt. Wörterbuch 5, 2064), der, die, das Kreppel (Sprachbrockhaus). Das mnd. stritzel „längliches Gebäck aus feinem Weizenmehl“ hat sich im Baltikum und in Preußen als Stritzel erhalten, in Wien sagt man Strützel. Der Timpweck ist ein spezifisch revalsches Gebäck, nämlich ein viereckiges Brötchen aus Wasserkringelteig, dessen spitze Ecken, mnd. timpen „Zipfel“, den Namen verursacht haben. In Westfalen und Stralsund kennt man einen Timpenstuten, und der Timpendreier ist ein alter Beiname des Bäckers. Die Bezeichnung Weck ist sonst im baltischen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlich; in rigaschen Bäckerschragen sind Weck und Wegge bereits im 14. Jh. neben der Semmel belegbar. Eine Verbindungsstraße in Reval hieß bis zuletzt der Weckengang.

Nottbeck 1987, 48
Kringel - Geburtstagsgebäck in Brezelform / E.K.L.R.
Geburtstags- oder Butterkringel mußte zum Geburtstag sein.

Kobolt 1990, 161
Kringel m Brezel
mnd. kringel; Br. Wb. Kringel; lbg. Kringel; pomm. Kringel;


QUELLEN (Informanten)
Hedenström, Bernd von: Riga
Der Kringel (Hamburgerkringel, Wasserkringel, Geburtstagskringel - Brezel), das Rundstück- Semmel

Kerkovius, Martha: Riga; Weiss, Lis-Marie: Reval
Kringel - Bretzel


'Festgebäck'
Riga, Reval, Dorpat, Schaulen (um 1930), Wierland, Reval, Rasik (1910), Wesenberg, Oesel um 1905, Modohn, Zobeln, Libau, Tuckum, Mitau, Kurland, Pernau, Hördel, Goldingen, Rakvere, Fennern, Werro, Talsen, Fellin, Pernigel um 1900, Nissin, Wiek.


der Striezel, die Karasch, die Babe, der Kringel - balt. Festgebäck (Mitau 1914)

Krixodull

QUELLEN

Gutzeit 1874, 96
Krixodull, Schnörkel am Ende eines Abschnitts in älteren Schriften. Bertram, balt. Skizzen, vgl. Krusedulle.

Gutzeit 1889a, 48
Krixodull. Ein Schnörkel, was man in Livland ein Krixodull nennt, 470. IV. 32.

Grosberg 1942, 85
die Krixodulen „Die Vereinbarung, die .. von den Bauern je nach Vermögen entweder mit den Kriksodulen, die einen Namenszug bedeuten sollen, oder den hergebrachten drei Kreuzen .. unterfertigt werden.“

Nottbeck 1987, 49
Krixudull, Krixadulje - Kritzelei / E.K.L.R.
Die Krixudullen an der Wand stammten vom Haussohn.


QUELLEN (Informanten)
Thomson, Sigrid: Reval
Kricksedul - Kritzelei

Kerkovius, Martha: Riga
Krixudulle unleserliche Zeichen

Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland
Kruxidulle

Urban, Emmy: Riga, Kurland (zw. Tuckum und Talsen)
Krixadull

Kröte

QUELLEN

Gutzeit 1874, 103
Kröte. Die Aussprache in niedriger Sprechweise: Kräte, welches Bergm. für Kröte anführt. Hupel bemerkt, dass Einige Kräte st. Kröte sprechen, sonderlich wenn sie ein naseweises und dergl. Mädchen eine kleine Kröte nennen. Noch jetzt; das ä deutlich und gedehnt gesprochen. — Was die Kröten bepissen, das vergiften sie, 32. 8. 183. J. 1649.

Gutzeit 1889a, 49
Grimms Wtb. meint, Abstammung u. Urverwandtschaft sei dunkel. Man wird erinnert an russ. кротъ, poln. kret Maulwurf. Statt Kröte findet sich auch Krote.

Gutzeit 1898, 19
Schon in Nachträgen v. 1889. 49 ist auf slaw. krot und. kret Maulwurf hingewisen, ebenso in II. 375 unter Pogge. In den slawischen Sprachen hat dasselbe Wort die Bedeutung Maulwurf, in der deutschen die von Kröte entwickelt.


QUELLEN (Informanten)

die Kröte 'unartiges Kind' Riga (um 1930) ['unartiges Mädchen'], Talsen (1921-1939), Modohn (1906-1939)

Krummholz
‣ Varianten: Krumholz

QUELLEN

Hupel 1795a, 130
Krumholz, das, ist ein starker fast in einen halben Zirkel gebogener Stock, welcher bey einspännigen Fuhrwerken durch seine Federkraft die Kummetriemen an die Ziehstangen anklemmet.

Gutzeit 1874, 106
Krummholz, das, 1) beim Fimeranspann, russ. dugá. In Grimms Wtb. nur aus Livland bezeugt und ohne Erläuterung. Bei Lange: Krumholz, bei Stender: Krummholz. Hupel erklärt: starker, fast in einen halben Bogen gebogener Stock, welcher bei einspännigen Fuhrwerken durch seine Federkraft die Kummetriemen an die Ziehstangen anklemmet. Gadebusch (325) sagt: Krummholz ist ein gekrümmtes Holz, womit der livl. Bauer sein Pferd an den Femerstangen befestigt. — Das Krummholz wird in allen 3 balt. Provinzen gebraucht, ebenso in ganz Russland. Es ist durchaus nicht immer ein federndes Holz, wie Hupel angibt; und wird nicht selten gemieden, oder ist unnötig, namentlich bei nicht-russischem Anspann; bei russischem Anspann macht es die Theilung des Kummetholzes an der untern Krümmung nötig. Chumuten mit Schleyen und Krummhölzern, 172. 1799. 433; Krummhölzer, 172. 1803. 129. — 2) am Flitzbogen, Hupel in 444.

Gutzeit 1889a, 50
Eyn fuhrfehl und Krumholz, Inventar d. rig. Kalandhauses v. 1572.

Habicht 1956, 409

Pantenius 1959, 25

Vegesack 1963, 20

Nottbeck 1987, 49
Teil des russischen Pferdegeschirrs / E.K.L.R. Nur bei einspännigen Wagen und Schlitten u. d. Troika.

Kobolt 1990, 164
Teil des im Baltikum üblichen Pferdegeschirrs: Bogen, der die beiden Fimerstangen verbindet. Im balt. Deutsch verbreitet.


QUELLEN (Informanten)
Huuk, Meta: Dorpat, Simonis
gebogenes Holz über dem Pferdehals, Kumme

Lange, Harald: Riga, Südlivland
Holzbügel, der die beiden Fehmerstangen zusammenhielt (Teil des lett. Anspannes)

Weiss, Lis-Marie: Reval
im Pferdegeschirr. Vgl. Sedelka.


'Teil des Anspanns, zum Befestigen der Fehmerstangen'
Narwa, Lamdohu, Allendorf (Kr. Wolmar), Wolmar - Pernau, Fellin, Riga, Dorpat, Libau, Reval, Südlivland (Wenden), Druween (Kr. Wenden), Goldingen, Mitau, Oesel, Talsen, Stadt Walk, Soosaar (Fellin), Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Goldingen/Windau, Kerjell (Kr. Werro), Bauske, Blumbergshof, Werro, Narwa, Karlsberg (Kr. Pernau), Bixten (Kr. Tuckum), Härdel, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Kliggenhof (Kr. Tuckum), Dondangen-Feldhof (Kr. Windau), Pernigel (Kr. Wolmar), Ubia (b. Wesenberg), Hapsal, Sagnitz (Kr. Walk), Nämkull (Kr. Jerven)

Kulbe die
‣ Varianten: Gulbe
'breiter Aufsatz mit Rückenlehne auf einem Arbeitsschlitten'

QUELLEN

Gutzeit 1874, 113
Kulbe gewönlich: Gulbe. Eine Schneekulbe, rig. Ztg. 1871. 276. Lett. Kulba, Packwagen oder Packschlitten.

Gutzeit 1889a, 51
Kulbe Eine Rospuske nebst Kulbe wird zu kaufen gewünscht, 361. 1874., Trog, Wagenkorb, lett. kulba. Oft Gulbe gesprochen. In Preußen Häle.

Kiparsky 1936
Kulbe [kulbə] 'Kasten-, Packwagen, Packschlitten' ‹ lett. kulba id. - K. und LL. Auffallend sind die Formen Gulbe [gulbə] bei GUTZEIT II, 113; N. 89 51-52 und Gulbing bei JESERSKY 123.


QUELLEN (Informanten)

Kulbe 'breiter Aufsatz mit Rückenlehne auf einem Arbeitsschlitten'
Mitau, Gut Iggen (Kr. Talsen), Talsen, Goldingen, Neuerburg, Werro, Bauske, Dondangen-Feldhof (Kr. Windau)

Kummet
‣ Varianten: Chomutt, Chumutt

QUELLEN

Bergmann 1785, 42
Kummet, Fahrkummet

Hupel 1795a, 105
Kamuten, die (in der vielfachen Zahl) st. Kummet (ist vielleicht aus dem Deutschen, und aus dem russ. Wort Chomut, zusammengesetzt).

Hupel 1795a, 122
Komut s. Kamuten.

Gutzeit 1874, 13
Kamuten, die, (Vielzal), Kummet. Hup.

Gutzeit 1874, 116f.
Kummet und Kummétt, das, die gewältere Form für das im gew. Lebenhäusige: Chomútt, welches dem russ. Wort buchstäblich entspricht. Das Kummet oder Firsel, helcium, 353. 101; ein Kummet, 349. XXIV. 2. J. 1701; Kummet oder Gommut, St. Bei Lange: Kommuth; bei Stender: Gommut. Oft. Chumutt. Der Chumut, 172. 1795. 16. Oft in: Chummutgeschirr, 172. 1803. 66. — Ferner: Kummutt, 172. 1786. 218; Kummutsgeschirre, 172. 1804. 580; Kutschkummutten, ebda 571. Endlich Kumpt, welches vgl.

Gutzeit 1874, 117
Kummutt, das, gewönlich mit betonter zweiter Sylbe, Kummet, 172. 1786. 218. Bei Bergm. und Hupel Kummut. Lastwagens oder Schlittens, lett. Gulbe.
Kumpt, das, f. Kummet. Ein Kumpt, 349. XXII . 2. J. 1650/51. Dies Wort (Kumpt) scheint erst damals aufzukommen; es ist noch selten und fast immer durch Silen vertreten. Daher auch wol der Gebrauch des Kummets in Riga erst seit damals.

Gutzeit 1874, 73
Chumutt, was Chomutt. Neues Chummuttgeschirr, 172. 1803. 66. - Gew. die 2te, zuw. die erste betont.


Kummet (Chomat o. Hamut)
'Teil des Anspanns', 'Ring um Hals und Schultern des Zugtiers'
Narwa, Kan(u)dau, Allendorf (Kr. Wolmar), Riga, Reval, Druween (Kr. Wenden), Dorpat, Goldingen, Mitau, Talsen, Stadt Walk, Neuerburg, Ligat, Oesel, Kerjell (Kr. Werro), Blumbergshof, Fellin, Lamdohu, Paschlep (Kr. Hapsul), Werro, Pernau, Punen (Kr. Windau), Bauske, Gut Kachkowa (Kr. Werro), Kliggenhof (Kr. Tuckum), Saara (Kr. Pernau), Kattentack, Feldhof (b. Sassmacken), Werpel, Pernigel (Kr. Wolmar), Hapsal

Kutschpferd

QUELLEN

Hupel 1795a, 135
Kurschpferd, das, unterscheidet man zwar vom Bauerpferd: aber zuweilen sind beide von einerley Schlag.

Gutzeit 1874, 125
Kutschpferd, das, Hure. Sehr bekanntes Wort. vgl. Grimms Wtb. unter Kutschenpferd und oben kutschen.

Munier-Wroblewski 1927-1931, 10


QUELLEN (Informanten)

Kutschpferd 'Fahrpferd' (Reval, Libau, Kabillen (Kr. Talsen), Dorpat, Kliggenhof (Kr. Werro).

Landauer der

QUELLEN


'Droschkenart', 'mit Fensterung geschlossenem Lederverdeck'
Wolmar - Pernau, Narwa, Lamdohu, Paschlep (Kr. Hapsul), Fellin, Dorpat, Libau, Reval, Druween (Kr. Wenden), Riga, Goldingen, Talsen, Stadt Walk, Ligat, Waldeck (Kr. Wreck), Stoppenhof (Kr. Walk), Gulben, Bauske, Gut Richholz (Kr. Wiek), Karlsberg (Kr Pernau), Dagö, Bixten (Kr. Teckem), Mitau, Härdel, Kattentack, Feldhof (b. Sassmacken), Werpel, Pernigel (Kr. Wolmar), Hapsal, Sagnitz (Kr. Walk)

Sallmann 1880, 56

Vegesack 1935, 291
Kutsche mit aufklappbarem Verdeck

Nottbeck 1987, 53
geschlossener Wagen m. zurückklappbarem Verdeck / E.K.L. Vor dem Conventsquartier hielten die Landauer.


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