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Brot das
‣ Varianten: Brod

vgl Anisbrot, Bäckerbrot, Berlinerbrot, Bienenbrot, Bragbrot, Brechbrot, Budenbrot, Eintagsbrot, Eisenbahnbrot, Feinbrot, Ferdingsbrot, Franzbrot, Fünfersbrot, Gartenbrot, Gelbbrot, Grobbrot, siehe auch Gebäck

QUELLEN

Hupel 1795a, 34
Brod hat man hier von verschiedener Art, nemlich 1) gebeuteltes, welches auch deutsches heißt; 2) ungebeuteltes, welches man Volks (d.i. Gesinde-)Brod nennt; 3) Schrofbrod, welches aus ungebeuteltem aber fein gemahlenem Mehl gebacken wird: solches pflegen gemeine deutsche Bürger zu essen; 4) Kafbrod, wenn Kaf (Spreu) mit dem Roggen gemahlen wird; dies ist die gewöhnliche Bauernahrung; 5) Weißbrod von gebeuteltem Weitzenmehl; einige nennen dies Semmel.

Gutzeit 1859, 153
Brot Man unterscheidet gebeuteltes, ungebeuteltes, d. h. von gebeuteltem, ungebeuteltem Mehl; gebrühtes, ungebrühtes; Schrofbrod, aus ungebeuteltem, aber fein gemahlenem Mehl; Kaffbrod, wenn Kaff (Spreu) mit dem Roggen gemahlen ist, Süßsauerbrod, Grobbrod, Weißbrod, Franzbrod; gesottenes, ungesottenes Brod.
Nur in der gewählten Sprechweise lautet dies Wort mit t; sonst: Brodes, Brode. Grimm sagt, die Mz. heiße Brote, bei Keysersberg auch Bröter. Bei uns: Brode, Bröde, Bröder. Auch spricht man selten von Broten Zucker, sondern von Broden, z.B. 172. 1792. 322. und Bröden z.B. 172. 1810. 52. - Grimm lässt nur Brot gelten, als allein hochd. Form; Adelung und die meisten and. Wtb. haben: Brod. In den inländischen Schriften aus diesem Jahrh. findet man gewöhnlich Brodte gedruckt; und in der neusten Zeit Brote. In unsern Zeitschriften, und auch in vielen Büchern wurde und wird die Schreibung von dem Drucker nach der ihm gefälligen und geläufigen Weise geregelt. Es ist daher nicht immer möglich, zu wissen, wie der Schreiber schrieb.
Brod schänden, in der Redensart: seines Meisters Brod schänden, in den Dörptschen Bäckerschragen, nach Gadebusch (153): d.h. seines Meisters Frau oder Tochter.

Hoheisel 1860, 25f.
Brot katexochen st. Brot aus gebeuteltem Reggenmehl, dessen man sich gewöhnlich als Tischbrot bedient, im Gegensatz sowohl zu Schwarzbrot oder Grobbrot (aus ungebeuteltenm, grobem Roggenmehl), als auch zu Weißbrot (aus (Waizen). Doch wird in einigen Familien statt „Brot“ in dem oben angegebenen Sinne auch Feinbrot gesagt.

Sallmann 1880, 56
beim Brot wird gebeuteltes, gebrühtes, gesottenes Brot, Schwarzbrot, deutsches Schwarzbrot, Weißbrot, süßes Weißbrot, schwarzes Weißbrot, schwedisches, griechisches, landisches Brot, aus gebeuteltem oder ungebeuteltem Mehl, Schrotbrot, Kaffbrot, Feinbrot, Bäckerbrot, Kunstbrot, Grobbrot, Tischbrot, Süßsauerbrot, Hausbrot, Maschinenbrot, Gerstenbrot, Weizenbrot, Roggenbrot, Bienenbrot (mit einem Zusatz von Honigwaßer), Citronen-, Pomeranzenbrot, Knakerbrot /schw. knakabröd), Eintags-, Milch-, Volksbrot, Seppik, Sittenbrot (ruß. sitni chljeb), Gelbbrot, Kümmelbrot, Theebrot, Franzbrot, Rosenbrot gewißenhaft unterschieden.

Gutzeit 1886, 182f.
Brot Auffallend, dass bei Grimms Wtb. nur an eine Herleitung von brechen denkt und die Uebereinstimmung mit dem Griechischen unverücksichtigt lässt: τά βρωτά Esswaren, jon. βρωτόζ dasselbe was βρώμα oder βρώσιζ Speise, βρώσκειν essen. Selbst slaw. брашно Speise kann herangezogen werden, welches mit dem ahd. brosmâ (Brosame, Brocken), wofür Ulfilas drausna gebraucht, zusammenfällt.
Nach 239 soll gebacken werden viererlei Brodt: als Semmel, Wecken, schone Rogken u. Speisebrodt. In 353 findet sich: Weißbrod oder fein Weizenbrod, Gerstenbrod, Volks- od. Kleipenbrod, Grikkenbrod. - Stender I. hat Lang Brod, d.i. mit Afterkorn gebackenes, dass die Hülsen u. Spitzen im Halse stecken bleiben. Daher wünscht man im Oberlande (Kurland) scherzweise: lange zu leben und kurz Brod zu essen.
In Brot u. Lohn stehen, 317. J. 1780. Gew. - Brot schänden, nach Gadebusch (325): seines Meisters Frau, Tochter od. Magd entehren. Imgleichen: Essen und Trinken verachten. vgl. Dörpt. Bäckerschragen § 20. - So ein Gesell oder Jung in seines Meisters Hause Unzucht beginge und, wie man spricht, sein Brodt schändet, der soll die Stadt von außen ansehen, 240; würde ein Gesell seines Meisters Brot schänden, 259 u. oft in and. Schragen. Des Sekretärs Knecht und Magd, darum daß sie sein Brot geschändet u. aus seinem Dienst gegangen, 349. XXVII. i. J. 1614/17; die Reisischen u. andere Diener, wo sie werden ihrer Herrschaft Brod schänden, und teutsche u. unteutsche Dirnen beschlafen, 192. II. 8. 195; Knecht seines Herrn Brot in Unzucht geschendet, 349. XXVII. 1. - Abgeschnitten Brot klebt nicht mehr, d.h. getrennte Verhältnisse vereinigen sich nicht mehr, z.B. von auseinandergegangene Brautschaften. - Früher zuweilen f. Getreide, Korn. s. Accisebude. Ganz wie russ. хлѣбъ Brot u. Getreide. Die Last Brots, welche in der Ziseboden ist bezahlet worden, 349. XXIII. 1.

Gutzeit 1894, 6
Brot schänden. vgl. I. 153 und Nachträge v. 1886. 182.

Masing 1931, 29, 48
Brot im nordbalt. Sprachgebiet für „Laib“.
Seine Mutter schneid't Brot mit Schnur“ für armen Schlucker ? „Abgeschnitten Brot klebt nicht mehr“ (Ablehnen des Wiederverknüpfens gelöster Beziehungen)

Graf 1958, 9
Als Frühstücksbrot beliebt war neben dem Franzbrot das Rosenbrötchen, zum Morgenkaffee bevorzugte man in Riga noch im 19. Jahrhundert das Milchrundstück, ein Spaltgebäck. Einige Bäckereien in Estland hatten sich auf Zitronen- und Pomeranzenbrot spezialisiert. Zum Nachmittagskaffee gab es Wiener Brot = Kaffeebrot, gern gekauft wurde auch der Wiborger Kringel, ein größerer, in Wiborg hergestellter Kringel aus Weizenmehl mit Zusatz von Zucker, Milch und Kardamom. Der Kanten hieß Knust. Neben den mit Schlagsahne gefüllten Fastnachtskuckeln waren die russischen Blini, eine Art Plinsen, in 19. Jahrhundert zum traditionellen Fastnachtsessen im deutschen Haushalt geworden. In allen baltischen Kochbüchern gibt es Rezepte für Piroggen, russ. und pol. piróg, was meist ungenau mit „Pastete aus Hefenteig“ übersetzt wird.
Für Roggenbrot sagt man Schwarzbrot oder Grobbrot, Weizenbrot heißt stets Weißbrot, das auch für Brötchen, Schrippen gebraucht wird. Ein Rund- oder Milchbrötchen ist ein Kuckel, den auch der Ostpreuße kennt; das Grundwort ist polnisch kukla „längliches Brot“, aus lateinisch cuculla. Beliebt ist das Gelbbrot, das sonstwo Safranbrot genannt wird; ein gelber Kringel durfte auf keinem Geburtstagstisch fehlen. Feinbrot bedeutete in Estland süßsaures Brot aus gebeuteltem Roggenmehl, in Riga feines Kaffeebrot; in Berlin versteht man unter Feinbrot das helle, besser ausgemahlene Roggenbrot. Eine Schnitte Brot, eine Stulle, heißt Scheibe. Der süddeutsche Krapfen ist unter dem Namen Kröpelkuchen bekannt, mnd. kropel, hessisch Kräppel (Grimm, Dt. Wörterbuch 5, 2064), der, die, das Kreppel (Sprachbrockhaus). Das mnd. stritzel „längliches Gebäck aus feinem Weizenmehl“ hat sich im Baltikum und in Preußen als Stritzel erhalten, in Wien sagt man Strützel. Der Timpweck ist ein spezifisch revalsches Gebäck, nämlich ein viereckiges Brötchen aus Wasserkringelteig, dessen spitze Ecken, mnd. timpen „Zipfel“, den Namen verursacht haben. In Westfalen und Stralsund kennt man einen Timpenstuten, und der Timpendreier ist ein alter Beiname des Bäckers. Die Bezeichnung Weck ist sonst im baltischen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlich; in rigaschen Bäckerschragen sind Weck und Wegge bereits im 14. Jh. neben der Semmel belegbar. Eine Verbindungsstraße in Reval hieß bis zuletzt der Weckengang.

Kobolt 1990, 74
Brot in den abgeleiteten Fällen gelegentlich noch mit niederd. -d-, z.B.: von dem Brode; plattd. Brot pl. Bröte (?)


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