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Abschlag der
{russ. вычетъ}
1. de Abrechnung, Abzug; et mahaarvamine, hinnaalandus
die Berechnung alles Abschlages von 12 Pfund vom Schiffpfund
der ausfindig gemachte Abschlag
Abschläge bei Gewichtswaren
der Abschlag von feuchtem oder gefrornem Gute
der Abschlag von Waaren, welche in Fässern geführt werden, soll 10 von 100 betragen
Bürgerbest, ein willkürlicher Abschlag für feucht und gefroren 'von feucht gewordenen und gefrorenen Waren'
den Abschlag von Waren betreffend, soll es sein Bewenden haben und ein für alles blos 10 von 100 abgeschlagen werden
2. de Verschlag; et latter
3. de ??????????? (in Mühlen)
Den 19. Aug. hatte ein Müller-Pursche … das Unglück, daß, als er, ohne … die Mühle vorher anzuhalten, den Strick vom Abschlage auf die Haupt-Feder legen wollte, er beim … Aufsteigen mit den Füßen ausglitt.
4. 'verschließbare Bodenkammer' de Abstellkammer

QUELLEN

Gutzeit 1859, 16
Abschlag 1) die Berechnung alles Abschlages von 12 Pfund vom Schiffpfund; der ausfindig gemachte Abschlag, 97; Abschläge bei Gewichtswaren; der Abschlag von feuchtem oder gefrornem Gute, 149.
2) Verschlag. Ein hier altes und gew. W., in Grimm nach Hippel angef., in and. Wörterb. fehlend. Wahrscheinlich kommt es in Ostpreußen, nicht aber im übrigen Deutschland vor. Dasselbe gilt wol von abschlagen, im Sinne von abschäuern.

Gutzeit 1886, 14
Abschlag, 1) Abzug. Der Abschlag von Waaren, welche in Fässern geführt werden, soll 10 von 100 betragen, 149; Bürgerbest, ein willkürlicher Abschlag für feucht und gefroren (d. h. von feucht gewordenen und gefrorenen Waren), 149. 11: den Abschlag von Waren betreffend, soll es sein Bewenden haben und ein für alles blos 10 von 100 abgeschlagen werden, ebda. russ. вычетъ. — 3) in Mülen. Als der Müllerbursch, ohne die Mühle anzuhalten, den Strick vom Abschlage auf die Hauptfeder legen wollte, 174. 1822. S. 36.

Masing DBWB, 117f.
Abschlag, m. (ápšlax) 1. † Abrechnung, Abzug. Noch vom Herrn Lantvogt … mit dem Sack gewogen undt entfangen 14 ½ Lhiszpp. Tara desz Sacksz Abschlach / Lhispp. Bleibet rein Hopffen ist. … 13 (Liszpp) 10 (Mll) V.B. Landv. III, 205 (1636). Es decourtiren die Rigische Kauffleute von den … Wahren, die gewogen werden müszen, 20 groschen … Von korn aber … von 100 6 Tonnen … Es soll berichtet werden, aus was Fundament solcher A. geschehe.” Bulm. AuU I, 524 (1723). …was den A. von den Waaren betrift, welche in fässern geführet werden … Rig. Handelsordn. 1765, 10. _ 2. ┐verschließbare Bodenkammer. Kurl. 1937. _ 3. Den 19. Aug. hatte ein Müller-Pursche … das Unglück, daß, als er, ohne … die Mühle vorher anzuhalten, den Strick vom A.e auf die Haupt-Feder legen wollte, er beim … Aufsteigen mit den Füßen ausglitt … Rig. Stadtbl. 1822, 35/36.


QUELLEN (Informanten)
Brade, Mara: Goldingen, Kurland

beganeffen V [h]
Vt

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland; Peterson, Mathilde: Talsen
betrügen

id es spietet michspieten

QUELLEN

Masing 1926b, 55
es spītet mich (Kurl.) „es ärgert mich“ (mnd. spīt „Verdruss, Kränkung, Hohn“; vgl. Hermann Schönhoff, „Französ. Lehnworte in den niedersächs. Mundarten“, German.-Roman. Monatsschrift 1909, S. 364 dat spīt mi „es reut mich“, mittelniederl. despijt, altfr. despit aus lat, despectus; Frischbier II, S. 353 spitig „höhnisch“).


QUELLEN (Informanten)
Busch, Paul: Mitau
es spietet mich - schikanieren

Hehn, Bernd von: Druweln, Kreis Wenden
es ärgert mich

Brade, Mara: Goldingen, Kurland
er spietet mich - er uzt mich

Kosekleinerungen

QUELLEN

Gutzeit 1889a, 43f.
Kosekleinerungen. Adda für Adele, Addi, Ali, Adli und Adlichen f. Adelheid, Alling f. Alfons, Binchen f. Jacobine, Butze f. Burchard, Dorn, Dorchen und Dolli f. Dorothea, Edchen (-) f. Hedwig (Edchen Pflugradt, geb. Pohrt, vor 100 Jahren bereits), Edla, Ellau. Hella f. Helene, Emßi (spr. Emmssi) f. Emma; Eze f. Eduard, Fenn, f. Franscisca, Frida u Fride f. Fridrich u. Friderike, Gulla u. Gulli f. August u. Georg, Ina f. Justina, Katherina u. a. Isa f. Louise u. Isabella, Jette f. Henriette, Katte f. Katharina, Konna f. Constantin, Konzi f. Constanze, Last f. Rosalie, Lisa f. Elisabeth, Lußi f. Lucie, Lulla u. Lulli f. Julie, Lutta f. Charlotte, Malwi f. Malwine, Mela f. Samuele. Milchen (-) f. Wilhelm, Paulchen u. Polli f. Paul u. Pauline, Rosa, Rose u Roschen f. Rosalie und Rosamunde, Ssanna f. Alexander und Susanna, Ssessi f. Therese, Tilla für Ottilie, Tina f. Ernestine u. a. Trudchen und Tulla f. Gertrud, Tutza für Theodor, Wize u. Witze f. Victor, Wilhelm u. Willibald, Wine für Alwine, Wolla u. Wolli f. Woldemar.
Von Barbara wird Barbchen, nicht Barbchen gebildet, von Anna Annchen, nicht Ännchen. Vielen Kosekleinerungen wird noch chen hinzugefügt: Ellachen u. Ellchen, Tonichen u. s. w.
Bei Sallmann (396. XXXIV): Eddo (Edwin), Emo (Emil), Karli (Karl), Leo (Timoleon), Ossi (Oskar), Thommi (Thomas), Vico (Victor), Wolli (Woldemar), Willo (Wilhelm), Agsi (Agnes), Almi (Alma), Erwi (Erwine), Heddi (Hedwig), Helmi (Wilhelmine), Libi (Elisabeth), Lisi (Elisabeth), Mara neben Maga u. Marga (Margarethe), Mia (Marie), Tor: (Victoria).
In neuester Zeit werden Kosekleinerungen gern auf i statt des früheren a, gebildet. Sogar Leni st Lena.
Auch für Thiere Neuni u. Kranzi, Namen zweier Katzen, 470. IV. 37, ebenda Móppa — ein gewönlicher Name für einen Mops.

Gutzeit 1892b, 20
Thilo, Kosekleinerung v. Tiedemann u. Friedrich, Hildebrandt im Schuldbuch XLI. u. 399. Vorrede II. 3. X.

Gutzeit 1894, 23
Kosekleinerungen. Ali - Alexander, Asta - Anastasia, Ecke - Edgar, Nelli - Cornelia, Ricke - Nikolai, s. W+rterschatz u. Nachträge v. 1889.

Eckardt 1904, 70
In Lettland geläufig: Karl - Kasche; Julius - Jusche; Eduard - Esche (Überall mit weichem sch [ž].

Eckardt 1904, 70
Wörtliche Entlehnungen aus dem Lettischen werden nicht eigentlich als Erlaß für deutsche Bezeichnungen, sondern meist mit Vorbedacht gleichsam als Zitat, sei es in scherzhafter Rede oder um des drastischen Ausdrucks willen, angewandt, so in gegebenen Fällen „puike“ (für kleiner Knabe), „skukke“ (sprich skutje, kleines Mädchen, oft Halbwüchsling, zur Hilfeleistung im Hause verdrungen), dann „braling“, „atzing“, „duding“ (Brüderchen, Äugchen, Täubchen) in der Kinderkosesprache. Ob dagegen Papping und Mamming auch hierher gehören, ist fraglich

Mahr der
‣ Varianten: Mar

QUELLEN

Hupel 1795a, 148
Mahr, der, st. Alp.

Gutzeit 1887b, 209
Mar (Mahr), der und Mare, die,Nachtgeist. In Grimms Wtb. übersehenpoln. mara, Schreckbild, russ. мара Kobold, Sinnestäuschung, klr. mara Gaukelbild, slaw. mora., poln. mara, Hexe, Alp, endlich franz. cauchemar Alp.

Ra
{estn. raha 'Geld'}
‣ Belege: Reval (16. Jh.)
de Geld; et raha; lv nauda
karietze ra 'Hirtengeld'
mara 'Landgeld'
owe ra 'Hofgeld'

QUELLEN

Kiparsky 1936, 64
ra 'Geld' ‹ estn. raha id. Meist nur in Zusammensetzungen: karietze ra 'Hirtengeld' (estn. karjas 'Hirt'), mara 'Landgeld' (estn. maa 'Land'), owe ra 'Hofgeld' (estn. hoov 'Hof'). Belege für Reval aus den Jahren 1505-1507 bei JOHANSEN Das älteste Wackenbuch des Revaler St. Johannis-Siechenhauses S. 61, 62, 64.

schlenzig Adj

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland
schlenzig nachlässig


schlenzig nachlässig, nonchalant, unordentlich, WL 7,25.
Nicht sehr häufig, aber aus dem ganzen Baltikum gemeldet.

Seuberlich, Karl: Bauske, Riga
schlenzig schleimig-faul, WL 7,25.
Pilze können in diesem Sinn schlenzig sein.


schlenzig ungelenk, schlaksig, WL 7,25.
Aus dem ganzen Baltikum ziemlich selten berichtet.

Sparning

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland
Sparning Flederwisch. 'Flügel von der Gans zum Ausfegen'.

Güldenstubbe, Oskar von: Arensburg
Sparning 'das Kehricht auf der Schaufel'

Loeber, Dietrich: Riga, Reval, Goldingen
Sparning 'Flügelchen' (lettisch)

Stachelinski der

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland
der Stachelinski kleiner Weißfisch mit Stacheln. WL 7,33.

tschiksen

‣ Synonyme: kiksen

QUELLEN (Informanten)

Brade, Mara: Goldingen, Kurland
tschiksen weinen, greinen.

wergeln

QUELLEN (Informanten)

Sivers, Hedwig von: Soosar bei Fellin
wergeln unordentlich umwinden.
Der Schal dreimal um den Hals gewergelt.

Taube, Alice: Riga
wergeln sich balgen, WL 1,28.

Steinbrecher, Käthe: Riga; Hartmann, W.: Estland, Dorpat; Vietinghoff-Scheel, Robert von: Groß-Jungfernhof Kreis Riga; Simon, Alice: Talsen, Dorpat; Brade, Mara: Goldingen, Kurland; Sivers, Hedwig von: Soosar bei Fellin
wergeln, WL 8,21. Wenig bekannt [noch mehrere unerklärliche Einzelbedeutungen]
1 = werkeln, schaffen;
2. Knutschen, drücken, quälen = wargeln (Steinbr., Hartm.)
3. Flachs brechen (Vietingh., Simon)
4. sich wenden, s. drehen; (Brade)
5. unordentlich umwickeln (Sivers)

Wunzen pl

QUELLEN

Sallmann 1880, 113
Wunze Schnurrbart.

Eckhardt 1896, 28
Wunzen pl. 'Schnurrbart'; preußisch-balt. Gemeingut, a.d. Poln., wohl shon im MA ins Deutsche übernommen.

Seemann von Jesersky 1913, 187
Wunzen Schnurrbart.

Masing 1926b, 14
Wunzen 'Schnurrbart' bd. + opr.; altpr. wanso; poln. wąs.

Kiparsky 1936, 135
Wunzen 'Schnurrbart' wohl nicht unmittelbar aus Polen, sondern über Ostpreußen.

HWbGA 1936, 2,202
Wunzen 'Schnurrbart'

Kobolt 1990, 289
Wunzen pl Schnurrbart.
ostpr. Wunzen einzeln im Gesicht stehende Haare; Schnurrbart; Elbing Wunzen Schnurrbart; poln. wans; russ. usy; altpr. wanso.


QUELLEN (Informanten)
Graf, A.E.: Reval, Fellin; Wender, Otto: Kattensack/Wierland, Reval, Dorpat; Brade, Mara: Goldingen, Kurland; Lemm, Robert von: Reval, Dorpat
die Wunzen (pl.) Schnurrbart.
a.d. Estn. (vuntsud - Schnurrbart)? WL 5,49.
a.d. Poln. (wunzy - Schnurrbart)?
A.E.Graf, Reval: estn. vuntsud ‹ poln, wą`z = Schlange. Verschiedentlich als vulgärer oder veralteter Ausdruck angegeben.
auch: der Wunzen (2x belegt)
Im lett. wie im estn. Sprachbereich fast durchgehend belegt.
s. balt. Text der Kreuzpolka.
Wurde auch auf den ganzen Menschen ausgedehnt = wunts (O. Wender, Estl.)


Wunzen 'Schnurrbart' (Reval, Riga, Mitau/Livl., Walk/Livl., Dorpat)

Barth, Johannes: Goldingen
Wunzen 'Schnurrbart'


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