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Leitud 1 artikkel

Burkane die
‣ Varianten: Borkan, Borkane, Purkane
de Möhre
ein Teller mit rohen Burkahnen (Möhren

QUELLEN

Kochbüchlein 1686, 113
Burkane grose Porkanen

Lindner 1762, 223
Borkanen, draussen Mohrrüben, in Preußen gelbe Möhren.

Hupel 1774-1782, 523
Porkanen, gelbe Rüben Daucus carota, ...

Bergmann 1785, 13
burkanen, Möhren gelbe Wurzeln

Hupel 1795a, 40
Burkane Möhre, gelbe Rübe oder Wurzel. Einige sagen gar wie im Ehstnischen Borkane.

Possart 1846, 181
Burkane Möhre, gelbe Rübe

Gutzeit 1859, 142, 161
Borkane, zuweilen Burkane. Bg. und Hup.
aus d. Lett. od. Russ.

Mitauisches Kochbuch 1876, S. XI.

Sallmann 1880, 15
Burkane (Daucus carotta), estn. porgan, ist zusammenzustellen mit r. burak, Borretsch, mlat. barago, gr. πουράκιον, mhd. porretsch, purretsch, ital. borrágine, frz. bourrache, mit Uebergang der Bedeutung von Borretsch in die der Bete und Burkane.

Klinge 1882, 536
Burkane Daucus carota, gemeine Moorrübe, bei uns Burkane.

Gutzeit 1886, 162, 197
Burkane Beleg 1577: Purkahnen (Riga); 1649: Burkanen; 1724: gelbe Rübe oder Bürkan (Riga); für Gegenwart: Auch heute durchweg st. der dt. Ausdrücke; einige sprechen: Borkánen. Ösel: Porkanen.
russ. морковь, livländisch aber бурканъ, lett. burkani, estn. porgan, Ösel: Porkonid.

Gutzeit 1887b, 407
Purkane Meerrettig und purkahnen, 350. XV. 9. J. 1577. Jetzt: Burkane.

Eckhardt 1896, 28
Burkane preuß. Burkan, Borkan, Porkan f. lett. búrkahns, lit. burkantai (› entlehnt, alt.

Seemann von Jesersky 1913, 109
Burkane daucus carota, Möhre

Masing 1924-1926, 93
Burkane Unsere Bezeichnung Burkane ist sicherlich mit Bruke [=buruke, Kohlrübe], mit dem litauischen burkantai 'Pastinakwurzel', mit russ. morkowj und Möhre verwandt, doch fehlt zurzeit noch eine befriedigende etymologische Erklärung.

Masing 1926b, 80
Burkane „Möhre“ (mnd. brackannige „essbare Pflanze oder Wurzel“; Frischbier I, S. 120 Burkan, lit. burkantei „Pastinak“, lett. burkans).
opr. , bd, lit.

Wiget 1927, 8
Burkane vielleicht direkt a.d.lett. [dazu Mitzka in Teuth. 4, S. 173: a.d. Lett. entlehnt].

Sehwers 1936, 301
Burkane Die Möhre, Mohrrübe nennen die Deutschen Lettlands auch Burkane, vgl. auch Frischbier I 120... Das Wort kommt auch in den finn. (vgl. finn. porkanna, estn. porgand, liv. Borkons) und baltischen Spr. (vgl. lit. burkantai, barkunas, lett. burkans) und im Russ. (barkán, borkan) vor. Es fehlt zur Zeit eine befriedigende etymologische Erklärung des Wortes. Im Lett. ist burkans in den Sprachdenkmälern des 17. Jh. belegt, vgl. Mancelius Phras. lett. XVI (1638): „gelbe Rüben, Burrkani“ und Langius, Wb. 21 (1685) „Burkans, pl. Burkani, gelbe Möhre oder Rübe.“ In den Katastern aus der schwedischen Zeit von 1624 und 1630 werden Burkanen als Abgaben genannt, welche die lett. Bauern in Burtniek ihren Gutsherren zu liefern hatten, vgl. Schwabe a.a.O. 169. Vgl. Ulmanns Wb. I 353 (1872): „Burkans, die Burkane, Mohrrübe“.

Kiparsky 1936, 201f.
Burkan [burkān] m., Burkane [burkānǝ] f. 'Mohrrübe (Daucus carota)'. Für Entlehnung aus r. буркáнъ (бoрканъ, бaрканъ) 'Mohrrübe' spricht: 1) die Verbreitung des bd. Wortes (E.L.K.; die von Frischbier I; 120 zitierten Formen kommen in Ostpreussen nicht vor und sind sicher bd.; vgl. oben S. 22), 2) der Akzent. - Dagegen spricht aber einigermassen der Umstand, dass bd. Purkahne für Riga im J. 1577, bd. Burkane im J. 1649, also lange vor Beginn der russischen Zeit belegt ist (Gutzeit Nr. 86 197); das russ. Wort hat auch keine befriedigende Etymologie und wird, z.B. von Akad. Wb., als „deutsch“ bezeichnet.
Lett. burkans, burkanis, burkants 'Burkane, Mohrrübe' wird von Endzelin Wb. s.v. und P. Schmidt (Rigas Latviešu Biedribas Zinibu Komisijas Rakstu Krajums XV, S. 35-36) als entlehnt betrachtet, ohne dass die beiden Gelehrten die Quelle angeben könnten. Es kann aber ebensowenig wie lit. burkantas 'Mohrrübe' Quelle des bd. Wortes sein, da es am ehesten ein bd. [búrkan] gegeben hätte.
Estn. porgan(d), porkan, finn. porkkana 'gelbe Rübe, Mohrrübe' sind bisher unbekannter Herkunft. Am liebsten möchte man sie aus der bd. Nebenform Borkane (bei Lindner, J. 1762, S. 223) ableiten, während die mit p-anlautende bd, Nebenform auf estn. Einfluss beruht.
Masing NdE. 80 erwähnt im Zusammenhang mit bd. Burkane ein mnd. brackanninge 'essbare Pflanze oder Wurzel'. Dieses von Schiller-Lübben aus einem Glossar vom J. 1467 zitierte Wort ist aber wahrscheinlich die klosterlateinische Wiedergabe des gr. βράκανα τα άγρια λάχανα (Hesych). Sachlich ist die Verpflanzung der Mohrrübe ins Baltikum durch die Tätigkeit der Mönche sehr plausibel, doch wäre die Umgestaltung eines brackannige zu Burkane nicht zu erklären.
Eine sichere Entscheidung ist nicht möglich.

Grosberg 1942, 130, 319

Graf 1958, 10
Dem lit.-lett. Wortschatz entlehnt ist die Burkane = Mohrrübe

Vegesack 1963, 28

Kentmann 1978, 238
Burkane Mohrrübe

Nottbeck 1987, 24
Burkane (swe.) - Mohrrübe / E.K.L.R.
Gestovte Burkanen waren äußerst unbeliebt.

Kobolt 1990, 77
Burkan, Borkan m Burkane, Borkane, betont auf der zweiten Silbe, f. Mohrrübe.
russ. mundartlich; burkan, borkan; pr. Burkan, Borkan, Porkan Mohrrübe; fi. porkkana; wotisch borkana; estn. porgand; lett. burkāns (der Lautstruktur nach selber ein Lehnw.); livisch borknez; poln. burak Rübe.


QUELLEN (Informanten)
Petersen, Arnold von: Riga; Oprescu: Elga: Riga; Campenhausen, Sophie Baronin: Livland: Ilsen, Kreis Walk; Kerkovius, Martha: Riga
Mohrrübe


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