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Name Riesing
‣ Varianten: Rising

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 49f.
Rising, ehemals auch Risinck, Rissing, Rüsing, Ryßingk, Ryßing, Rifinghe, Risinge, Ryssyghe, in den ältesten Zeugnissen weiblich, später männlich. In der Bursprake v. 1376. 42: Auch soll Niemand Mist, Grus u. anderen Unflat um die Stadt her, noch in die Rising führen lassen. Beim J. 1493: garden by der Risinghe; over, an der Risinge; — noch in die Rüsing noch in die Graben Mist od. Gruß werfen, 349. IV. 5; ferner durchweg in 477; Ao. 1615 hat das Wasser seinen Gang bei dem Maßelschwenger in der Rising binnen Walles genommen, 174. 1841. 20, aus einer Nachricht jener Zeit; Unflaht in den Rising führen, 349. XX. 1. 16; die, welche Scheunen bey dem Rising ausgesetzt haben, sollen sie wieder einsetzen, Brotze in 174. 1817. 158 nach Vo. v. 1502.
Seit J. B. v. Fischer (477a S. 157)wird das Wort für eine lettische Kleinerung des — nicht lettischen! — Wortes Rige angesehen. Ein Kenner der lett. Sprache behauptet in 219. 1831. 25, dass der Fluß Rige bei den Letten nicht anders als Rihga gehießen haben kann, wie das Diminutiv Rising, d. I. Rihdsina unwiderleglich beweise. Da indessen die Benennung sicher keine lettische ist, auch Rihga und Rihdsina für den Rigebach u. späteren Rising in keinem geschichtlichen Zeugnisse u. ebensowenig in irgend einem lett. Wtb. sich findet, so ist diese Behauptung Fischers und Späterer anzuzweifeln.
Die Bezeichnung Rising verdrängt die ursprüngliche (Rige) seit etwa 1500 u. ist jetzt, nachdem der Rising in eine verdeckte Abzugsleitung verwandelt worden, nicht oder kaum mehr gebräuchlich. Doch nennen in neuester Zeit Leute lett. Herkunft die Abzugsleitungen, welche aus Einfallschacht und Thonrören bestehen, Rising. Sie sprechen: einen Rising anlagen oder machen lassen; der Rising ist verstopft. Im Lettischen aber benutzten dieselben Leute einen umschreibenden Ausdruck, als wenn sie das Wort nicht für lettisch erkennen.
Oft wird der Rising durch das Beiw. klein gekennzeichnet. So im rig. Erbebuch beim J. 1548: eynes rumes tuschen der kleinen Risinge und — belegen; beim J. 1550: tuschen — und der kleynen Rysinghe; beim I . 1556: tuschender kleynen Rysingen und —; ferner in 345. 19: der Feind hat sich in den kleinen Rising an den Wrackhof begeben. — Des Risings „Ausgang“ befand sich(nach 477) zwischen den beiden Sandpforten am Wall, d. h. sein Anfang.
Auffallender Weise werden im Erbebuch zwei Risinge erwänt. So beim J. 1540: en garden tuschen beyden Risingen; so auch beim J. 1543 und 1556. War der zweite Rising etwa ein Arm des Hauptbuches, nahe seinem Ausflüsse, oder irgend ein in der Nähe befindlicher Flussarm?
Im J. 1637 studirte in Dorpat ein Johann Claesson Rising. Er war in Ostgothland geboren. — J. B. v. Fischer(447a. 167 u. f.) hat „der Rising“ gleichsam eine Lebensbeschreibung und auf S. 170 eine Grabschrift in Alexandrinern verfasst.

Kiparsky 1936, 109f.
Rising [rīziŋ] m. 'ehem. Rigebach; auch Abzugsleitung, Kanalisation; Rinnstein' ‹ let. rîdziņa 'ein kleiner Bach', rīdziņš 'ein Graben mit teilweise eingesunkenen Seiten'; rīziņš 'Wasserleitung unter der Erde' (ersteres nach MÜHLENBACH-ENDZELIN zu lit. ringa 'etwas Krummes, Flussname'). Die Bed. 'Rinnstein' ist nach MASING WbA. auch in Salis bekannt, die übrigen Bedd. nur in Riga. An Herleitung von d. rieseln, mhd. rîsen ist wegen dieser engen Beschränkung der Verbreitung kaum zu denken und BIERNATH führt den Namen unter den altenm deutschen Strassennamen nicht an. Vgl. GUTZEIT III, 49-50 (Belege seit 1376) und G. ECKARDT 32.

Diewerge 1938, 416


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