[BSS] Baltisaksa sõnastik

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Kacks der
‣ Varianten: Kaks

QUELLEN

Gutzeit 1874, 3
Kacks, der, Ausleerungsstoff, Dreck, von geringen Mengen. 1) Kaka, doch in weiterer Anwendung, und nicht bloß von Menschen, sondern auch einigen Thieren. Daher: Menschen-, Kinder-, Vogel-, Hüner-, Tauben-, Enten-, Gänse-, Fliegenkacks. Gew. Auch in Kurland. Lettisch kaks. — 2) lumpige Kleinigkeit, Dreck. Hundert Rubel sind auch kein Kacks! Er ist ein rechter Kacks, d. h. ein Kacksmichel. So ein Kacks bildet sich noch was ein! — Oefters ist zu hören: ja, Kacks auch! statt: warum nicht gar? was nicht noch! Scheiß auch! — 3) im Scherz, Person von höherer Stellung. Es war da ein großer Kacks mit besternter, Brust; bei R. in der Gesellschaft erschienen einige große und kleine Kackse; er ist nur ein kleiner Kacks, noch ohne bedeutendere Stellung. Hierauf bezieht sich die Stelle in Bertram's balt. Skizzen (175. 1855. 148): reiste ein Kaks durch, d. h. ein wichtiger Mann.

Sallmann 1880, 33
Kaks ironisch für eine hochgestelltePerson: ein großer Kaks; aufaltschw. ein weidlicher, großerreicher, angesehener Mann.

Sallmann 1887, 465
Kaks, der. „Zu Kaks möge noch bemerkt sein, dass die altschwed. Bedeutung von „weidlicher, grosser, angesehener Mann“, auf welche früher allein hingewiesen wurde, schon im Neuschwed. und darnach dann auch im Niederdeutschen in die eines hohlen, aufgeblasenen, eingebildeten Menschen übergegangen ist.

Gutzeit 1889a, 25
Kacks, der. Sallmann (390 c. 33) bemerkt altschwed. ein weiblicher, großer, reicher, angesehener Mann — Mit dem Schwed hat unser Ausdruck nichts zu tun. vgl. Kicks

Seemann von Jesersky 1913, 130
Kacks, großer, angesehene Person. Är macht so, als ob är ein g. K. wär.

Kiparsky 1936, 130
Kacks [kaks] m. 'Person von höherer Stellung' ‹ schw. kaxe 'en betydande man'. Wohl nur im Scherz; E. und L. - Vgl. Gutzeit II, 3, Jesersky 130.

Grosberg 1942, 56
der Kacks. „Solche Dinge flüstern sich die Pächter auf dem Hofe zu: sie können nun ungeniert reden, denn ... die Grundbesitzer, der Gemeindeälteste und die anderen großen Kackse sitzen jetzt auf der Veranda, wo sie ihre Pfeifen rauchen - einige von ihnen haben sich sogar Zigarren angesteckt.“

Nottbeck 1987, 39
Kaks (swe.) - großes Tier m. hoher Funktion / E.L.
Jetzt ist er in Bonn ein großer Kaks.

Kobolt 1990, 135
Kacks m leicht mißbilligend für: Respektperson, vornehmer Mensch, „hohes Tier“, meist in der schwed. kaxe Protz.


QUELLEN (Informanten)
Lemm, Robert von: Reval, Dorpat
der Kacks, der Kaks - der Bonze.
ein hoher Kacks = ein hohes Tier, Bonze (auch: eine große Nase).

Weiss, Lis-Marie: Reval
Kaks, der (pl.: Kaksen, die). in herablassendem Sinne für bekannte Persönlichkeiten; z.B. vorne saßen die großen Kaksen!


Kacks - der Bonze, zu WL 7,23. Mensch mit hohem Posten, der sich wichtig macht. Aus Estland 3x gemeldet.

Laube
‣ Varianten: Löbe, Lobien, Löwe

QUELLEN

Gutzeit 1882, 153f.
Laube. 1) des rigischen Rathauses: ehemals der Balcon, von dem die Bursprake verlesen wurde. Auch Löbe, Löwe genannt, in latein. Schriften lobium. In dieser Gestalt erscheint in Riga das Wort zuerst nicht in Anwendung auf das Rathaus: Keynhast conduxit superius lobium de quo dabis annuatim 7 fert, 466. II. 514. J. 1402. L. Napiersky erklärt: bedeckte Halle. Es stimmt mit engl. lobby. vgl. Löbe und Löwe. —
2) im rig. Schwarzhäupterhause ehemals: abgeteilter Raum an den Wänden des Versammlungssals. „Es gab bis 1793 in dem Saale dieses (Arthus) Hofes 12 leichte, mit Schnitzwerk versehene Abtheilungen oder Lauben (Zellen), in welchen Tische und Sitze für die täglichen Gäste waren. Man nannte sie Bänke. Dergleichen hatten die Schwarzen-Häupter, die Lübecker, die große Gilde, die rig. Kaufleute, die Westfalen, die Kaufleute, die Goldschmiede, die Böhmerwaldschen (?), die Schaffer, die Pfeifer (Musiker) die rig. Wäger, und endlich wird noch eine Spöellbank (vielleicht Spielbank) angeführt“. Tielemannin 218. vgl. 220. 118 und 174. 1859. 8.
3) in der Johannis-Kirche Rigas, Abteilungen an den Seitenwänden für einzelne lettische Ämter.
4) in Dorpat werden Lauben oder Bierhütten erwänt, welche in den dortigen 3 kleinen Jahrmärkte nam Embache aufgeschlagen werden, 180. IV. 2. 269; eine Laube am Bach zur Schänkerei halten. 180. IV. 2. 74. In ihnen wurde Bier gebraut und sie sollten den Wittwen und Waisen der gr. Gilde überlassen werden, 180. IV. 2. 269. Ebda. S. 632 heißen sie Lauberhütten.
5) in den Häusern der Letten. Bei den Lettenhäusern führt der Haupteingang unmittelbar aus dem Hofe ohne Laube in die Küche, 190. 98; ein offener Raum vor dem Hauptzimmer (Laube beiden Deutschen) in estnischen Bauerhäusern, 190. 96. Nur bei Hueck.
Grimms Wtb. leitet auf Laube das franz. loge, ital. loggia u. s. w. Bei diesen Wörtern kann man indessen auch denken an latein. locus. Auffallend stimmt zu ihnen russ. ложе.

Gutzeit 1882, 178
Lobien, in Arndts Chr. f. Lobia, Löbe

Gutzeit 1882, 178
Lobe, die. An der Löbe (lobia) und Thüren, Arndt in 179. II. 58; der Stadt Riga willkürliche Gesetze und Rechte, sonsten genannt die Bauersprache, wie die von der Loben am Sonntag vor S. Michael jährlich abgelesen werden, 349. XX. 1. J.1592. In einer anderen Handschrift (349. IV. 5) dafür: Löwen. Grimms Wtb. erklärt das Wort für ostmitteldeutsch und als mundartlich für Leube = Laube, liefert indeß nur einen neueren Beleg. Engl,lobby, im Latein des Mittelalters lobium. vgl. Löwe.

Gutzeit 1882, 193
Löwe, die, Löbe. Bauersprache, welche man von der Löben auf den Rathhause abzulesen pflegt, 349. IV. 9, in anderen Abschriften: von der Löben; um Michalis von der Löven kund machen, rig. Kämmereiprot. v. 1666; von (der) Zeit an, daß (die) willkürlichen Gesetze von der Löwen abgelesen werden, 148; die neu Erwählten von den Löwen abrufen, 350. XXV. 2; sind in den Rath gekoren undvon der Löwe abgerufen, 349. IX. 2. — Das brem. Wtb. hat dafür Löve, Laube. Von der Löve des brem. Rathhauses wurden die Polizeigesetze am SonntageLätare, vor den auf dem Markte versammelten Bürgern, abgelesen. — In der Bed. u. Halle, Vorhalle begegnet bei uns zuerst das Wort in Urk. v. 1382: de löven vor dem olden rembder, vgl. 399.III. 389.

Gutzeit 1889a, 62
Löwe oder Löbe, die Laube. Unrichtig hier und da der Löwe. Dazu gehört oder davon stammt das lett. leewenis, „ursprünglich wol Laubdach, Obdach, bedeckter Umlauf um die Rige, um ein Haus, Veranda.“

Maika

QUELLEN

Pantenius 1959, 28
„Im Garten* lag noch ein kleines, transportables Holzhaus, 'Maika' genannt, ein großer Raum mit winziger Veranda, das als Gastzimmer für Herren benutzt wurde. Diese Maika war beim Abbruch einer 'Struse' gekauft worden. Diese breiten Flußboote, die ... bei hohem Wasserstand im Frühling die Düna hinunterfahren, sind mit Flachs ... beladen. Das kleine Blockhaus bildet den Kern... Haben die Schiffe** die Ladung übernommen, so werden die Maika und das Holz der Struse verkauft.“
* - des Höfchens jenseits der Düna, das als Sommeraufenthalt dient und im Abschnitt vorher geschildert wird.
** - in Riga
NB! Der Ausdruck ist wohl von lett. 'māja' = Haus abzuleiten.
Maika - hölzerner Oberbau einer Struse. Kleines Blockhaus.

Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland


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