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Leitud 1 artikkel

Timpfweck
‣ Varianten: Timpweck, Timpfwecken, Tümpweck

QUELLEN

Hupel 1795a, 238
Timpfweck oder Timpfwecken, der, ist ein kleines mit 4 hervorragenden Spitzen versehenes Waitzenbrodchen. (Von Timpf, einer polnischen Münze, möchte schwerlich der Name herrühren).

Hoheisel 1860, 32
Timpfwecke, eine Art festgeknetetes Weißbrot (specifisch estländisch), in vier Ecken (timpen ......... sächfisch (?), also jedenfalls niederdeutsch = Spitzen, auslaufend, daher also eigentlich Timpwecke; gew. Timpfwegge gespr. (vergl. S. 10 oben). Davon Weckengang: eine Art Straße, oder vielmehr ein Durchgang zwischen zwei Strasen, wo dergl. Weißbrot von den sogenannten Weckenweibern verkauft wird.

Sprengfeld 1877, 70
Timpfwecken, der, Weißbrot; vgl. Wegge.

Sallmann 1880, 42
Timpfwecke, estn. timp-sai; nd. timpe, schw. timp Spitze, Ecke, Wecke mit vier Ecken. Zu Engern in Westfalen (Vgl. Freiligrath und Schücking: Das malerische und romantische Westfalen) wird noch jetzt jährlich am Dreikönigstage zu Ehren Widukinds ein Fest gefeiert, bei dem die Kinder Semmel empfangen, welche „Timpen“ heißen und nach denen die Feier den Namen „Timpenfest“ führt.

Rig. Almanach 1871, 41, 46
das Nachbarhaus trug ein Schild mit einer kreuzartigen Semmel, dem echt estländischen Tümpweck, und einer grünen Brantweinflasche.
Oft unterbrach die Arbeitsame wohl die ... Tochter mit dem Auftrage, vom Bäcker Tümpwecken ... zu holen.

Gutzeit 1892a, 25
Timpfweck oder Timpfwecken, der, kleines mit 4 hervorragenden Spitzen versehenes Weizenbrötchen in Estland, Hupel. Schon bei den revaler Schwarzhäuptern im 15. und 16. Jahrhundert, 367. 360. Grauenerregende Timpfweggen, als in Dorpat vorkommend, zu Anfang dieses Jahrh., 382. vgl. Tümpfwecke. Sallmann (390c. 42): „Timpfwecke, nd. timpe, schwed. timp Ecke, Spitze, Wecke mit 4 Ecken. Zu Engern in Westfalen wird noch jetzt am Dreikönigstage ein Fest gefeiert, bei dem die Kinder Semmel empfangen, welche Timpen heißen.“ In Schiller-Lübben: timpe, die, Zipfel, besonders von Kleidungsstücken und vom Brode; im bremischen Wtb.: timpe Ecke, Spitze, insonderheit am Brodte. — Für Riga nicht zu bezeugen!

Hasselblatt 1920, 115f., 116f,
Timpfweck (Mackensen 1783)

Masing 1926b, 69f.
Timpfweck (nordbalt., veraltet; noch in den 80-er Jahren des XlX. Jahrh. wurde in Dorpat das Gebäck unter dem hier erwähnten Namen verkauft) „handgrosses vierzipfeliges Weizenbrötchen in Gestalt eines Pluszeichens“ (mnd. timpe „Zipfel, bes. von Kleidungsstücken und vom Brot“ und wegge „keilförmiges Weizenbrot, Wecke“; Lauremberg „Veer Scherte Gedichte“ I, 160 Timpenfreter „Semmelfresser“ als Spottname für einen Bäcker. Ebenda wird in den Anmerkungen, S. 115, mitgeteilt, dass an manchen Orten das Wort Timpe auch ohne Ergänzung durch Weck als Name eines Semmelgebäcks mit vier Spitzen dient. Das Wort Weck kommt im balt. Sprachgebiet auch noch im Namen einer Strasse in Reval „Weckengang“ vor).

Masing 1931, 30f.
Timpweck 'Gebäck aus derberem Weißbrotteig.
alte Doppelkeilform. Abbildung S. 56.
mnd. timpe = Zipfel
das ganze Jahr über verkauft, Ursprünglich wohl Lultgebäck der Fastenzeit.

Masing 1933, 63
Timpweck Estland: Gebäck „Timpe“ bedeutet im Nd. „Zipfel“ und „Wecke, Wegge“ soviel wie „Weißbrot“.

Nottbeck 1987, 52
Timpfwecke - sternförmiges Brötchen / E.
Timpwecken gab es zu Lätare.

Kobolt 1990, 269
Timp(f)weck m gekochtes und überbackenes Brötchen mit vier Zipfeln.
pomm. Timpen die Ecken an gewissen Arten Brodes.


QUELLEN (Informanten)

Timpfweck Brötchen in Ofenform (Reval)

Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland; Schönfeldt, Sigrid: Riga; Tode, (Jo)hanna: Riga
[zu Sallmann]: unbekannt; Sigrid Schönfeldt: bekannt


Timpweck Kreuzförmiges Brötchen (Revaler Spezialität!), WL 3,39.
auch: Timpfweck (mehrmals belegt)
Im lett. Spr. ca 40x belegt, aber in den meisten Fällen mit Hinweis auf Estl./Reval; im estl. Spr. ziemlich durchgehend vielfach auch mit e. Hinweis auf Reval; hier durchgehend belegt.
Der Teig wird zuerst gekocht, danach gebacken, bes. zum Lätare-Sonntag gebacken. Mehrfach angegeben, daß Timpwecken früher 5 Ecken hatten (timp = fünf).
A.E. Graf: es hat 4 Timpen (Zipfel, Ecke)
M.v. Busch: Timp (wiederholt) = abgerundete Ecke. ‹ timpsai (estn.) ?


Timpfweck 'kleine Brötchen in Herzform' (Reval)
Timpfwecken 'balt. Festgebäck' (Reval um 1900)

Weiss, Lis-Marie: Reval
Timpfwecken


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