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Kuje die
‣ Varianten: Koie, Kui, Kuie
{estn. kuhi; lett. kuja}
'großer kegelförmiger Haufen aus Korn, Stroh, Heu oder Holz'
siehe auch Heuhaufen, einfudrig

QUELLEN

Lindner 1762, 229
Kuje ist ein großes Maß aufgestapelt Heu, ein Schober, Stock, kleinere heissen in Preußen Kucksen, hier aber Gubben.

Bergmann 1785, 41
Kuie. Heuschober oder Wetterhaufen.

Hupel 1795a, 131
Kui oder Kuje, die (Ehstn.) ist ein großer kegelförmiger Haufen z.B. Stroh, Heu, Korn. Bergm. sagt Wetterhaufen.

Hupel 1774-1782, I 61
Kuje kommt von dem estn. Wort Kuhhi, und bedeutet einen unter freyen Himmel stehenden Körn-Heu-oder Stroh-Haufen.

Petri 1802, 2, 78, 80
Kuje ein großer kegelförmiger Heuhaufen
hohl Heu von der Kuije, d.i. von den hohen im Heuschlage liegenden Haufen.

Pantenius 1872, 331

Sallmann 1880, 20
Kuje, f. (meist zum Ueberwintern bestimmter)Haufen, Feime, Schober von Heu, Stroh, Getraide auf dem Felde (norddeutsch Hocke d. h. Haufe im Felde aufgestellter Garben, lit. kugis auf der Wiese stehender großer Heuhaufen, estn. kuhi, g. kuhja).

Gutzeit 1874, 70
Koie, die, st. Kuie

Gutzeit 1874, 113
[viele alte Belege]
Kuie, die, gespr. Kui-e, auch Kui-je, oft geschrieben Kuje, großer Schober, Feime, von Bg. Wetterhaufen erklärt. In Hupel Kui oder Kuje, bei Bg. (am Besten!) Kuie. Namentlich von Heu. Das gemähte Heu bringt man zuerst in Windhaufen (Gubben in Livland, Saden in Estland) zum Trocknen, und nachdem es vollkommen trocken geworden, macht man aus mehren Windhaufen eine Feime, einen großen Schober oder Kuje, 190. 88. — Lindner (320) sagt: eine Kuje ist ein Maaß aufgestapelt Heu; kleinere heißen in Preußen Kucksen, hier Gubben. Gadebusch (325) sagt: Kuje, welches Wort schon Lindner S. 229 in seinem Beitrage zu Schulhandlungen anführt, ist das estnische Wort Kuhhi, Haufen Heu, Stroh oder ungedroschenen Getreides. Eine Kuje ist ein ebensowenig bestimmendes Wort, als in deutscher Sprache das Wort Haufen. Dennoch pfleget man in Bestand nach Kujenstellen die Heuschläge oder Wiesen zu schätzen. — Das Wort kommt in Estland, Liv- und Kurland vor, und findet sich ebensowol bei den Esten als Letten, aber auch Littauern (Kugis). Die lett. Schreibung bei Stender und Ullmann ist Kuije: ein großer Korn- oder Heuhaufen.
Eine Koye Hoyes, 350. XV. J. 1553; Knie Heuw von 6, 8, 9. 12 Faden, den Faden um 4 Mk. gerechnet. 349. XXIII. 5. J. 1587; 3 Kuyen Hews, 349. XXII. 1; den Roggen in Kujen werfen, 328. 5. J. 1649; eine Kuye Heu, 329. 87. Heu in Schoppen oder Kuyen werfen, 329. 38 und 101; das Korn nicht in Kujen und Sturtten setzen, 330. 14. J. 1696; eine Kuye Heu, 352. XXIX. 1; Kujen, 193. II. 1265 J. 1688. vgl. Heukuie und Gubbe (kleiner Haufen Heu oder Getreide).
Kuien werfen oder aufsetzen, 210. Eine K. schlagen oder machen. Mit Einschluß des Einfahrens oder Kujenschlagens, 175. 1856. Hupel in 444 sagt: eine Kuie machen, liest, schlagen.
Man bestimmt die Größe der Kuien nach Faden. Daher: neunfadige Kujen Heus, 172. 1813. 5 und 16.
In neuerer Zeit dringt statt dieses Wortes bei den Landwirten Feime ein.

Westermann 1887, 388
Kuje Heuschober (Kurland) a.d.Lett.

Ojansuu 1906, 93
Kuje, die, (meist zum Überwintern bestimmter) Haufen, Feime, Schober von Heu, Stroh, Getreide auf dem Felde aufgestellter Garben = estn. kuhi G. kuhja Haufen, Feime, Schober, Heu, Stroh, Getreide (finn. kuhjo acervus foeni rotundus, Heuschober).

Suolahti 1910, 111
Kui oder Kuje, die, (Ehstn.) ist ein grosser kegelförmiger Haufen z.B. Stroh, Heu, Korn. Bergm. sagt Wetterhaufen (Hupel). Das Wort, welches in Estland, Livland und Kurland vorkommt, wird von Gutzeit aus mehreren alten Quellen belegt. Aus estn. kuhi, Gen. kuhja 'Haufen, Schober (Heu, Stroh, Getreide)'; das lett. ku'ija stammt aus der finnischen Sprache, s. Thomsen a.a.O. S. 262.

Seemann von Jesersky 1913, 141
Kuje, let. Kuja, großer Heu- oder Kornhaufen.

Masing 1926b, 12
Heu-, Garbenhaufen [weist irrtümlich auf das Ostpr. hin]

Bosse 1933, VII
Kuje, Stake - (Heu)Schober. Die Zahl der gewonnenen Kujen dient häufig zur Größenbezeichnung von Heuschlägen.

Kiparsky 1936, 46f.
[Belege seit 1422]
Kui [kui] Kuje [kujə], f, grosser kegelförmiger Haufen z.B. Stroh, Heu, auch Holz; Feime, Wetterhaufen. ‹ estn. kuhi (gen. kuhja) 'Haufen, Feime, Schober + lett. kuja 'grosser Heu- oder Kornhaufen; Feim'. - Sallmann N. 20, Ojansoo 93, Suolahti 111, Mark SbbGEG, 1931, S. 321 halten das bd. Wort für ein estn. Lw. Es erscheint aber fast zu gleicher Zeit in Wenden (7. VI. 1422; p. 462/6 Sammlung Bauer), in Pilten (25. I. 1424; Sammlung Bauer), in Reval (1450; UB. I, 11, 627), was doch eher auf eine gleichzeitige Aufnahme an verschiedenen Orten deutet. - Als zweite Quelle kommt aber liv. kūi 'Schober' wegen seines lautgesetzlichen langen ū (vgl. Thomsen Ber. 60f.) weniger in Betracht, als das aus dem Estn. bzw. Liv. stammende lett. kuja.
Nesselmann Apr. Monatsschr. VIII, 682 und nach ihm Frischbier I, 443 führen ein Kuj, Kuje f. 'grosser Heu- oder Garbenhaufen, der turmartig aufgebaut wird für den Winter' auf, das aber nach den Sammlungen des Preussischen Wörterbuches in der lebenden Sprache nicht vorkommt, und daher als unsicherer Beleg zu gelten hat. Vgl. S. 22.
[Mühlenbach Lett.-Dt. Wb. II 301: kuja... wohl aus liv. Kū'i 'Schober' (s.Thomsen Be...inger 262)]

HWbGA 1936, 202
Kuje 'Heu- bzw. Getreideschober' (estn./liv.)

Grosberg 1942, 91 [u.ö.]
die Kuje Schober
ziehen die Fuhren mit den Garben zur Dreschscheune, die bis zum Giebel vollgepfropft wird. Was dort nicht Platz findet, wird zu hehen Kujen aufgetürmt, die mit Landstroh abgedeckt werden, denn das Dreschen dauert bis tief in den November hinein.

Hueck-Dehio 1955, 279
um das morgens gemähte Heu, das noch in frischen Schwaden liegt, zusammenzuharken und in Kujen (Hocken) übereinanderzuschichten.

Kentmann 1978, 238
Kuje Heu trocknet zu Kujen geschichtet.

Nottbeck 1987, 50
Kuje (est.) - Heuhaufen / E.K.L.
Eine Kuje nach der anderen wurde aufgeladen.

Kobolt 1990, 166
Kuije, Kuie, Kuje f (Heu)haufen, Schober, Hocke, so schon 1472
estn. kuhi Haufen; pr. Kuj, Kuje großer Heu- oder Garbenhaufen.


QUELLEN (Informanten)

die Kuje der Heuhaufen (groß) (Heustapel); auch Kuije. WL 3,19. ‹estn. 'kuhi'. Mehrfach auch 'Heukuje' angegeben!. Im lett. Spr. ca 20x (bes. in Südlivl.) belegt, im estn. häufig. vgl. Sade = kl. Heuhaufen. (Das Heu ist um eine Pfahl gelegt.)

Vietinghoff-Scheel, Robert von: Groß-Jungfernhof Kreis Riga
die Kujen (Mehrzahl) - Heuhaufen


Kuije 'Heutute' 1. Penningby u. Reval
Kuje 2. Dorpat; Kuije 3. Fellin; Riga, Hagensberg
Kuie 'Heuhaufen' Werro, Reval

Skirde die
{russ. skirdá}
'Stroh-, Heu- Kornhaufen'
siehe auch Heuhaufen

QUELLEN

Sallmann 1880, 14

Kiparsky 1936, 182
Skirde [skirdə] f. 'Stroh-, Heu-, Kornhaufen' ‹ r. скирдъ id. E. SALLMANN N. 14 (V.12 fälschlich als estn. Lw. angeführt).

Anderson 1938, 148
„nicht us dem seltenen russ. skird m., sondern aus dem normalen skirdá f.“


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