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aufblasen V [h]
Vt et puhevile ajama
der Canarienvogel bläst die Federn auf

QUELLEN

Gutzeit 1859, 54
aufblasen die Federn, wie das kranke Vögel thun. Der Canarienvogel bläst die Federn auf. In diesem Sinne findet sich das Wort auch in Kotzebue's Leontine I. 8. - Grimm hat es nur von Eulen.

beheimatet Adj

QUELLEN

Gutzeit 1886, 120
Kotzebue's in Estland beheimathete Leontine, Jul. Eckardt in rig. Ztg. 1880. 247, d.h. die in Estland ihre Heimat hat; L.L., Kaufmann, wohnhaft in Riga, beheimathet in Nürnberg, geboren in Nürnberg, beabsichtigt mit Th. O., wohnhaft in Riga, beheimathet in Riga, geboren zu Riga, eine Ehe zu schließen, Anzeige d. kais. deutsch. Gen. Consuls C. Deubner in rig. Ztg. 1885. 70. Beheimathet in dieser Anzeige unterschieden von gebürtig aus ...

Brautfräulein das

QUELLEN

Gutzeit 1859, 149
Brautschwester (adelichen Standes). Schon Kotzebue hat dies Wort in seiner Leontine I. 168: die Brautfräuleins kamen mich (die Braut) abzuholen.

bruhaha Interj

QUELLEN

Gutzeit 1886, 186
Dem folgt ein lautes Bruhaha, Kotzebue's Leontine I. 110. In Grimms Wtb. bruhah franz. brouhaha!

dammeln V [h]
‣ Varianten: dameln, dämmeln
1. Vi et uimerdama
2. Vt et kussutama; hüpitama

QUELLEN

Gutzeit 1864, 175
dammeln. 1) wie im Schlafe sein. Die Magd dammelt den ganzen Tag; er dammelt aus Tag ein: schlendert u. thut nichts. Diese hier gew. Bed. auch bei Grimm. 2) ein Kind, durch Schaukeln auf den Knieen, durch Wiegen auf den Armen ruhig machen oder bei guter Laune erhalten, nach Hupel; hüpfen machen, auf den Händen schwenken, nach Stender. Nachdem man dem Kinde das Dammeln angewöhnt hat, will es immer gedammelt sein, St. Diese Bed. ist nur unsern Provinzen eigen u. bei Grimm nach Hup. angef. Das brem. Wörterb. hat dafür demken, ein kleines Kind auf den Armen tragen lassen. - Ob jetzt noch?

Gutzeit 1864, 175
dämmeln, was dammeln 2. Ein Kind auf den Knieen, Hup.; kleine Kinder, zärteln. St.

Gutzeit 1864, 175
dameln. Kotzebue in Leontine II. 165 sagt: es bezeichne „sich aus einer Stunde in dei andre schieben u. wälzen, blos um einer nach der andern los zu werden.“ „Das Dahmerl, sagt er weiter, ist hier zu Lande (Liv- u. Estland) sehr gebräuchlich.“ - Das brem. Wörterb. hat dameln u. erklärt: tändeln, aus langer Weile unnütze Arbeit thun; Richey schreibe dammeln. - Jetzt in Livland wol nur dammeln.

Sallmann 1880, 61
1)

Seemann von Jesersky 1913, 110
w. zwecklos gehen, schlendern.

Masing 1926b, 50
'zwecklos umherschlendern' (Grube, Plattd. Wb. S. 13: dammeln = schlendern. Reuter bemerkt: „schwer zu übersetzen. Ungefähr bedeutet es: ohne Überlegung irgendwo hingehen, auch ohne sich umzusehen“; Frischbier I. S. 121).

Kobolt 1990, 81
schw. V. ziellos umhergehen oder umherstehen
lbg. dammeln dämlich hinterdrein ziehen, dameln sich schläfrig benehmen, dämeln schläfrig gehen.


QUELLEN (Informanten)

'sich ausgelassen vergnügen' (Riga)


(sich) dammeln - sich balgen. WL 1,28. Nicht sehr häufig.

Einwirtung die

QUELLEN

Gutzeit 1886, 240
Einwirtung. Im J. 1789 fand zwischen Aug. v. Kotzebue u. Burgemeister Hueck eine „Verabredung“ statt, die Einwirthung und Kost des Präsidenten des revalschen Gouuernementsmagistrates des ersteren im Hause des letzteren betreffend, vgl. rig. Ztg. 1885. Beil. Nr. 56, Im Sinne der heutigen Einpensionirung.

Fitzliputzli der

QUELLEN

Gutzeit 1886, 274
Fitzlipntzli, der, ein behender Springer, Lange; ein behender Springer, ein Heisterfeister, ein windiger, kurzweiliger Mensch, der sich wie ein Hechster bald hie bald dahin kehrt, lett. spruksts. Stender schreibt Fizlipuzli, Lange Fizliputzli. — Man könnte an das in Stalder befindliche Fisibutz denken und an das in Grimms Wtb. angef. Fisigunkes; aber auch an die in Grimms Wtb. angez. Fößli u. Fötzli, Lumpenkerl. In der Bed. steht aber Fisibutz unserem Fitzliputzli näher.

Gutzeit 1894, 14
Fitzliputzli. vgl. Wörterschatz. In Chr. Weise's Erznarren (115) kommt eine Persönlichkeit vor, die Pizlipuzli heißt. Vermutlich haben Lange und Stender aus Weise geschöpft; die Benennung der Person konnte auf seine Eigenschaften übertragen werden, in derselben Weise, wie man in früheren Jahren Kotzebue's Pachter Feldkümmel für einen schwerfälligen, plumpen Menschen anwandte.

Gartenrusse der

QUELLEN

Gutzeit 1877, 313
Gartenrusse. 1) russ. Arbeiter in russ. Gemüsegärten; 2) Russe, welcher einen Obst- und Gemüsegarten in Pacht hat; 3) in Reval scheint das Wort unserem „Gemüserussen“ zu entsprechen. Einer der sog. Garten-Russen, welche verschiedene Gattungen Gemüse auf dem Kopfe herumtragen, Kotzebue in Kinder meiner jüngsten Laune II. 96.

Name Herrmann

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 517
[Herrmann, langer, ein noch jetzt vorhandener Thurm der ehemaligen Festung Reval. In den langen Hermann stecken, 180. III. 3. 22. vgl. Kotzebue's Kinder meiner jüngsten Laune I. 54.]

Holderbolder der
‣ Varianten: Hollerboller

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 540
Holderbolder oder Hollerboller, der, Jemand, der etwas über Hals und Kopf und mit größtem Lärm vollführt. — Kotzebue in den Kindern meiner jüngsten Laune erzählt von einem großen Hunde Namens Hollerboller.

Isbuschka die
'auf allen Seiten verwahrter und daher sehr warmer Reiseschlitten'

QUELLEN

Hupel 1795a, 101
Isbuschka ein auf allen Seiten verwahrter und daher sehr warmer Reiseschlitten, welcher die Gestalt eines kleinen Zimmers hat.

Kotzebue 1809, 13f.
Wir wurden zur Feier des Weihnachtsfestes nach Engerfeld geladen, Arlhofen, Leontine und ich, wir brachten dort drey langweilige Tage zu, lanhweilig, doch vielleicht nur mir und Leontinen, denn wir haben an das stille, unbemerkte Glück uns so gewöhnt, es gibt für uns kein anderes. Heute, nach dem Mittagsessen, fahren wir wieder zur Stadt, ich und Arlhofen jeder in einem kleinen Borkschlitten, wie sie eben bey uns gewöhnlich sind, Leontine, weil sie kränklich ist, in einer Isbuschka.
(Fußnote) Isbuschka ist ein großer Wagenkasten auf Schlitten gesetzt, Fenster, Thüren und Fußboden mit Pelzwerk wohl ausgefüttert.

Kiparsky 1936, 155
Isbuschka 'ein auf allen Seiten verwahrter und daher sehr warmer Reiseschlitten, welcher die Gestalt eines kleinen Zimmers hat' ‹ r. избушка 'Hüttchen'. Nur bei HUPEL 101; heute unbekannt.

Kunst

QUELLEN

Gutzeit 1874, 118
Kunst, wurde sehr gew. die ehemalige Wasserkunst Rigas genannt, welche im J. 1662 errichtet wurde. Das Wasser wurde aus der Düna in den Kunstbrunnen geleitet, aus dem es durch ein Pumpenwerk in den Wasserkasten oder Wassertrog auf dem Kunstboden hinaufgetrieben wurde. Das Kunstrad trieb den Trilling der Wasserkunst, s. Abbildung und Beschreibung in 394. II. 85 und f. — vgl. Grimms Wtb. 5. d.
Bröcker führt in 174. 1820. 149 unter Mißverständnissen, die Hiesigen leicht erklärbar wären, an: H. Wie steht es in Riga, mit der Kunst? — B. Sehr gut: die hat Wasser vollauf. In 174. 1821. 23 erzählt er, dass Kotzebue's langer Hans durch Riga reiste. Er besah unter anderm die Wasserleitung und hörte, dass man sie die Kunst nenne. Sogleich bemerkte er in seinem Tagebuche: allhier wild die Kunst von Pferden getrieben.

Gutzeit 1874, 118
Kunst. Die Ausstecher- oder erhabene Kunst, coelatera, 353. 102.

Gutzeit 1889a, 53
u. russ. искуство. Das altsl. искустьво wird von Miklosich (Lex. pal. slov.) erklärt experimentum; es geht ebenso wie altslaw. икустьникъ Versucher auf икусъ experimentum zurück. Der Begriff Kunst und Künstler ist jedem dieser altslaw. Wörter fremd. s. d. folg.

Läufling der

QUELLEN

Bergmann 1785, 42
Läufling, Entwichener, Flüchtling.

Hupel 1795a, 135
Läufling, der, d.i. ein Entwichener, Flüchtling.

Possart 1846, 182
Läufling, der, d. h. ein Entwichener, Flüchtling.

Sallmann 1880, 70, 74
Läufling Deserteur, entsprungener Sträfling, Vagabund, Umhertreiber, ein abgerißener, zerlumpter Kerl.
Besonders fruchtbar ist die Neubildung mit der Nachsilbe -ling gewesen (Alberling, Drehling, Frechling, Füßling, Häusling, Hipperling, Jaglinge, Jährling, Keckling, Läufling, Miethling, Schwinderling, Wächsling, Ziehling)

Gutzeit 1882, 154f.
Läufling. Nach Grimms Wtb. ein in Livland gebräuchliches Wort; richtiger in Liv-, Est- und Kurland, und wie es scheint im 17. Jahrh. aufgekommen. Das erste Läuflingsplacat ist vom 2. Juli 1697; es betrifft das „Flüchtig werden der Landbewohner;" eine Menge früherer Verordnungen beziehen sich auf „flüchtige“ Erbbauern. Das Patent des Gouverneurs Koribut Golizün vom 23. Februar 1719 setzt fest, „um dem Unwesen des Verlaufens der Bauern ein Ende zu machen, habe man es vor Ihro Zarischen Majestät hohes Interesse vor unentbehrlich geachtet, eine gewisse Strafe vor bäuerliche Deserteurs und Läuflinge zu verordnen“. „Diese sollen, wenn sie über die Grenze entwichen, entweder an der Stirne gebrandmahlet oder die Nasen und Ohren ihnen abgeschnitten werden.“ Die livländische Ritterschaft hatte an diesem Gesetze keinen Anteil; sie bat bald darauf um Wiederpromulgirung der früheren Läuflingsordnungen, in denen nur Rutenstrafe und im schlimmsten Falle öffentliche Arbei tvorgesehen war, 361. 1880. № 130 nach 396. Die in Livland gebräuchliche Bed. stimmt mit der des russ. бѣглецъ. Bergmann erklärt: Entwichener, Flüchtling; ebenso Hupel, Stender und Lange (lett. behglis). Sallmann (390c. 70): Deserteur, entsprungener Sträfling, Vagabund, Umhertreiber, abgerissener, zerlumpter Kerl. — Kotzebue in Leontine II. 269. sagt: Läuflinge nennt man in Estland die entlaufenen Bauern. In demselben Sinne heißt es 172, 1762. 33: Die Läuflinge nach ihren Wohnstellen schicken. Auf entlaufene Bauern (daher: Entlassener in Elver lett. Wtb.) bezieht sich die Bed. ursprünglich.

Sallmann 1887, 466
Läufling Deserteur

Tobien 1925, 16f.
Läufling

Bosse 1933, VII
Läufling - entlaufener (höriger) Bauer.

Leben das

QUELLEN

Gutzeit 1882, 156f.
Leben. Einen in seinem Leben nicht gesehen haben, 174. 1823. 128, aus d. J. 1652. In Grimms Wtb. Sp. 417. 10 erst aus Kotzebue. — Im Leben sein, früher für das jetzige: am Leben sein. Ist er im Leben, 193. II. 2. 1802. vgl. Grimms Wtb. Sp. 412. 5. d. — Wieviel Kinder sind noch am Leben? d. h.leben; drei Kinder sind am Leben geblieben; sie behielt 2 Kinder am Leben, d. h. 2 blieben leben, starben nicht. — Er wünscht langes Leben, d. h. ist gestorben, wie russ. приказалъ долго жить. Auch: er lässt lange leben oder: er wünscht, lange zu leben.
Das Leben im Federkiel, die Sele, Stender I. Gew. — Wo ein Pferd unterköttig worden, muß man das Hufeisen abreissen, biß auf das Leben, 328. 149. Nach Grimms Wtb.: der innere Theil des Hufes; hier: der obere, empfindliche Theil des Hufes, in den die Hufnägel nicht dringen dürfen.

Gutzeit 1882, 157
Leben, beschriebenes, geschildertes, Lebenslauf. Wir haben diese Leben nicht mer so, wie sie aus Nestors Feder gekommen, Aug. Wilh. Schlözer, in Nestor I. S. 9 d. Einleitung, Göttingen 1802; die Legenden oder Leben der Heiligen, ebda. I. Einleitung S. 66; Ignatius schrieb die Leben der heil, und gesegneten Patriarchen Tarassios und Nikephoros, Bulletin de l'Acad. de St. P. 1881. T. XXVII. wie lat. vitae, russ. жизни u. s. w. Zu Grimms Wtb. 2).

Ojansuu 1906, 90
[zitiert Arvelius, Beyträge zur Phraseologie]: Leben. So viel als wohnen, logiren, er lebt in Unterstadt in N.N. sein Haus, er wohnt unten in der Stadt in N. Ns Hause. [a.d.Estn.]

Kiparsky 1936, 194
leben [lêbən] 'wohnen' ⁓ r. жить 'leben, wohnen' (oder ⁓ lett. dzîvuôt + estn. elama 'leben, wohnen'). Vgl. ARVELIUS. Für Geist und Herz 1787, S. 20. - Ausser den auch bei GRIMM Wb. VI, 399 angeführten Wendungen (in der Stadt, auf dem lande leben; in Berlin, in Deutschland leben), sagt man im ganzen Baltikum z.B. in der Felliner Strasse leben, bei seinem Onkel leben u.s.w. Dass hier russischer Einfluss vorliegt, ist sehr wahrscheinlich, weil noch im 16. Jh. nd. wanen 'wohnen' durchaus üblich war (... alle, de um dem santberge wanen; ... nummande darinne wanende sal insetten; Riga, 1502-1503; UB. II, 2, 305-306 passim; ... de lude, de dar ynne wandden ...; Riga, 1554; Monumenta Livoniae IV, 87).

Nottbeck 1987, 53
leben - statt wohnen / E.K.L.R.
In dieser Zeit lebte er bei seinem Onkel.

Kobolt 1990, 171
leben schw. V. wohnen, z.B.: Er lebt nun in der Lindenstraße.
In dieser Fügung Übersetzungslehnwort aus dem Russischen.

Posthaus

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 383
Posthaus. Posthaus und Postirung, sagt Hupel, sind in Städten zwei ganz verschiedene Orter und Verwaltungen. Hieran scheint Bergmann (210) nicht gedacht zu haben. Die Postierung nennt man niemals Posthaus, als welches blos die Briefe und dgl. besorgt, und seinen Postdirector oder Postmeister hat, den aber die Postpferde nichts angehen. — Indessen nennt auch Kotzebue in Leontine I. 7. Posthaus das was man sonst Poststation nennt. Letzteres ist nämlich die Pferdepost oder Gebäude für die Fahrposten. Posthäuser, 193. II. 97. Einige Jahre hindurch wurden aus dem Posthause (od. Posthäusern) auch die Krons-Eilwagen abgefertigt und langten dort an. Von einem, der eilt, sagt man: ist er denn auf dem Posthause? — Von Wohnungen, in welche Viele kommen und aus welchen Viele fortgehen, heißt es: da geht es wie im Posthause, d. h. der Eine kommt, der Andere geht, es ist dort viel Verkehr.

Postkavalier der
‣ Varianten: Postcavalier

QUELLEN

Hupel 1774-1782, 598
Postkavalier In Ehstland jede Postierung, auch zuweilen mehrere zusammen ihrer Postcavalier, das heißt einen von den benachbarten Edelleuten, der die besondere Aufsicht über die Postierung führt, und zugleich Bürge für den Postkommissär ist. Männer, die zum Empfang hoher Herrschaften auf den Postirungen, vom Land ernannt werden, pflegen in Ehstland nicht Postcavaliers zu heißen.

Hupel 1795a, 176
Postcavalier, der, heißt ein Edelmann welcher bey der Postirung einige kleine Vorfälle entscheidet, eine Aufsicht über dieselbe führt, auch vornehme Reisende daselbst empfängt.

Sallmann 1880, 127
Postcavaliere Adelsmitglieder, welche die Aufsicht über das landische Postwesen führen.

Gutzeit 1887b, 382
Postkavalier = Postierungsdirektor
Postcavalier, Edelmann, der, gewisse Verpflichtungen in Betreff der Postirungen hat. So oft nämlich vornehme [Standesp]ersonen im Lande reisen, werden von der Ritterschaft für jede Postirung ein paar adeliche Personen ernannt, die den vornehmen Gast empfangen und das Nötige besorgen, Hupel. — Ein oder 2 Herren von Adel, die auf dem Posthause für durchreisende fürstliche Personen und für ihre Vewirthung u. s. w. Sorge tragen, Kotzebue in Leontine I. 7; Postirungsdirector oder Postcavalier, zur Rufsicht der Stationen, 214. 49; der Postcavalier, 175. 1855. 181, balt. Skizzen; Postcavaliere, Adelsmitglieder, welche die Aufsicht über das landische Postwesen führen, 390.c. 129.

pr

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 385
pr oder prr, Zuruf an Pferde, wenn sie still stehen sollen. Hier wie in ganz Russland. In einem gewissen Widerspruch mit dem im Wörterschatz d. d. Spr. Zivi. (Nachträge) unter br, brr Angefürten steht die Angabe Frischbiers(476), dass pr, prr in Preußen vorkommt.
Als er W. erblickte, rief er seinen drey Eseln ein Prr! zu, stieg schnell von seinem Karren und bot seine Hülfe an, Kotzebue in : Geschichte für meine Tochter von Bouilly, Leipzig 1811. I. 67.

Kobolt 1990, 210
pr! Interj., Zuruf an ein Pferd: stehen!
pr. burr zurückhaltender Zuruf an Zugtiere.

Quergelei die

QUELLEN

Gutzeit 1890, 420
Quergelei, die. Mamsell Warning — hätte sicher Quergeleien in die Heirath mit dem Herrn Sohne gemacht, Kotzebue in Leontine I. 10, Hindernisse in den Weg gelegt. In Grimms Wtb. nur quergeln, als leipzigerisch, in der Bed. von queren: immer (quer) im Wege stehen, hin und her laufen, — Bei uns hört man Quergeleien machen wol in demselben Sinne, in welchem Kotzebue das Wort gebraucht hat: Schwierigkeiten nichtiger und widriger Art, die dem Zustandekommen einer Sache entgegengesetzt werden. Auch Quergler hört, man, doch mehr im Sinne von Nörgler und Murchler, — Bei Quergelei kann an lat. querela, u. frz. querelle, ebenso an Querelie gedacht werden; doch stimmt die Bedeutung nicht. In Grimms Wtb. findet sich außer quergeln auch quargeln od. quärgeln, in d. Bed. von schreien. Das Wahrscheinlichste ist wol, quergeln u. Quergelei auf quer zurückzuleiten: in die Quere kommen. Das e jedoch geschärft.

verdämeln

QUELLEN

Sallmann 1880, 105
verdämeln dämelig werden; aus Dämischkeit vergeßen.

Gutzeit 1889c, 7
verdämeln und verdammeln 1) Zeit, Geld, Bilcher u. dgl., dämlich od. nichtstuend verbringen. Da hast du in wenigen Worten eine Schilderung, wie ich meine Zeit verdahmele, Kotzebue in Leontine II. 166. — 2) aus Dämlichkeit vergessen. Auch in 390c. 105.


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