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Leitud 9 artiklit

Gast der
‣ Belege: Riga, Reval
1. de Gast; et külaline
Kein Gast wird älter als drei Tage (id) [Livländische Redewendung]
2. veralt. 'fremder, nicht ansässiger Kaufmann' de Kaufgast, Kaufmannsgast; et kaubavõõras, mittekohalik kaupmees (iseseisva kauplemise õiguseta)
ausländische Gäste 'Ausländer, die unter Entrichtung der ersten Gildesteuer in Hafen- und Grenzorten zur Betreibung von Handelsgeschäften zugelassen werden'
die über See handelnde Kaufmannschaft Rigas besteht aus den fremden Gästen, Commissionären u. Faktoristen
Gast darf nicht mit Gast handeln 'fremde Kaufleute mit fremden Kaufleuten'
ein als inländischer Gast handelndes Haus
die bude des hebräischen Kaufmannsgastes T. in Fellin
3. euph., ugs. de Menstruation, das Monatliche; et menstruatsioon, päevad (ugs.)
ich habe Gäste

QUELLEN

Gutzeit 1877, 314
Gast, in den älteren Handelsordnungen Rigas, Revals u.s.w. fremder Handelsmann. Vgl. Grimms Wtb. 1458. 3a. Gäste, d.h. fremde, in Reval nicht ansässige Kaufleute, 367. 75 unter d. J. 1273 und 1282; Gast darf nicht mit Gast handeln, d.h. fremde Kaufleute mit fremden Kaufleuten. Vgl. J.C. Schwartz in seinen Anmerkungen zu Ölrichs glossarium ad statuta rigensia.

Gutzeit 1877, 314
ausländische Gäste, Ausländer, die unter Entrichtung der ersten Gildesteuer in Hafen- und Grenzorten zur Betreibung von Handelsgeschäften zugelassen werden, 396. I. 5; die über See handelnde Kaufmannschaft Rigas besteht aus den fremden Gästen, Commissionären u. Faktoristen. Schriftstück aus dem Jah 1850. Vgl. 174. 1870. 274. u.f.
Ein als inländischer Gast handelndes Haus, 174. 1823. 4: die bude des hebräischen Kaufmannsgastes T. in Fellin. 361.1875.302.
Daß er bey Nacht Gäste gesetzet, 349. XXI. Vogteir. v. 1655/56. Zu Grimms Wtb. c. γ. - Der Graf Mansfelt schickte an die Stadt Briefe und bat die Stadt hönisch zu Gaste gebeten. 174. 1820. 267 aus dem Jahr. 1608. - Bei einem zu Gaste kommen, d.h. von dessen Vorräten nehmen oder bitten.
Gäste haben, das Monatliche, sagen Frauen niederen Standes. Ich habe Gäste, d.h. habe meine Zeit, das Geblüt, das Monatliche. Andere sprechen wie Jüdinnen oder Russinnen: ich habe es auf dem Hemde. In Grimms Wtb. 1471c. aus der Altmark bezeugt: ick heff ′n gast, d.h. das Monatliche.

Geist der

QUELLEN

Gutzeit 1877, 328
Geist, heiliger, in Riga, die gewönliche, doch gekürzte Benennung der milden Stiftung: Convent zum heiligen Geist. Oft auch nur: Stift genannt. Im Stifte wonen d. h. im heiligen Geist. — Der heiligen Geistspfennig, Handgeld auf einen Kauf, 347. I. 1. 223. Ehemals. — Fliehende Geister, Art Geschütz, 350. XXVIII. J. 1700.

gest Adj

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 352
gest (—), W . Eine geste Kuh, rig. Ztg. 1858. 272.

Gest
‣ Varianten: Jäst

QUELLEN

Hupel 1795a, 77
Gest, s. Jäst

güst Adj
‣ Varianten: giest, jühst, jüst
et aher

QUELLEN

Bergmann 1785, 27, 33
güst (wüst) güste Kuh, eine gälte Kuh im Gegensatz der Milchkuh, richtiger sagt man unfruchtbar, nicht trächtig.
jüst - güst

Hupel 1795a, 84, 102
güst d.i. gelte, gölte, nicht trächtig, z.B. diese Kuh ist güst. (Lange schreibt nach der Aussprache jühst).
jüst oder jühst f. güst.

Hupel 1796, I 177
güst ... muß der Disponent darauf sehen ... daß keine Kuh güst bleibe.

Petri 1802, 86
güst giest, gieste Kuh, eine Kuh, die keine Milch giebt, eine jölle, jellte Kuh.

Sallmann 1880, 32
güst von den Kühen, unfruchtbar, d. h. milchlos, gleichen Stammes mit Geest unfruchtbarer Sandboden; Giest ein Wildvogel, der nicht brütet.

Gutzeit 1889b, 569
jüst (-), güst, gelle, gölte, nicht trächtig, von Kühen, Bergmann, Lange, Hupel, Stender. Gew.

Masing 1926b, 48
güst, gīst 'steril (von Tieren)':eine güste Henne 'Henne, die nicht brütet'; ein gīstes Ass (Bauske) 'Ass im Kartenspiel, das ohne Stich geblieben ist' (mnd. gust 'unfruchtbar'; Otto Lauffer zitiert in seiner „Nd. Volkskunde“, Leipzig 1917, S. 93 einen Passus aus Mösers „Patriotischen Phantasien“: „In vielen westfälischen Dörfern gibt es noch güste Kindelbiere. Das ist, Eheleute, die keine Kinder haben, können einmal in ihrem Leben auch ein Kindelbier halten ... „Güst“ wird von Kühen gebraucht, die nicht kalben“ - Frischbier I, S. 234).

ist

QUELLEN

Gutzeit 1889a, 21
ist, wird häufig gesprochen: iss.

List

QUELLEN

Gutzeit 1882, 176
List. Grimms Wtb. sagt, dass List eine Bildung zu leisen erfahren sei und zunächst bedeute das Erfahren, Kennen oder die Kenntniß u. s. w. Eher scheint sich List zu berühren mit russ. лесть, 1) Schmeichelei und 2) List, Falschheit, aber auch mit лисъ und лиса, Fuchs, Mit люсать oder люсить, listig, eigennützig handeln, vgl. Lust.

Gutzeit 1889a, 61
und belisten. Über den Zusammenhang dieser Wörter mit russ. лесть und лестить vgl. Krug Forschungen II. 340. Anm. ** und ebda S. 436. Anm.

Mist der
‣ Varianten: Miss

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 241
Mist. Grimms Wtb. sieht das Wort an als eine Zustands- od. Tätigkeitsbildung der deutschen Wurzel mig, nd. mîgen harnen, und verweist zugleich auf lat. mingere u. griech. δμιχετν. Es wird indessen übersehen griech. μινδος Menschenkot, — was die schon unwahrscheinliche Zusammenbringung mit mig und migen noch unwahrscheinlicher macht. Es scheint aber auch Zusammenhang zu bestehen mit der slaw. Wurzel met,(месть fegen, keren) wovon russ. пометь, slaw. ssmetj Mist u. a., oder auch mit Mott, engl, mud, russ. муть, мотыло, u. a. vgl. Seemist.
Im alten Mist. 328. 148. J. 1649 u. in späteren Auflagen; im neuen Mist, ebda; Gewächs, welches im neuen Mist gewachsen (vgl. Grimms Wtb. 4), ist ungesund u. leidet leichtlichen von Würmern Anstoß, ebda 97; der Hauswirth soll 5 Pflüge jährlich zum Bahland oder neuen Mist legen, 330. 8; im frischen und alten M., ebda. 12. — Blau Land hält den Mist nicht lange, 328. 103; grau Land hält keinen M. lange, ebda. — Die Felder unter M. bringen, 330. 3; die abgenutzten Buschländer unter M. bringen, 193. II. 2. 1206. — Den M. verlängern durch Gras, Strauch u. a., 330. 9.
Auf den Mist kommen od. geraten, in üble Verhältnisse, auf den Dreck. Auf dem Mist enden, in übelsten Umständen.

Gutzeit 1887b, 240
Miss, der, st. Mist. vgl. Mißbet und Missland.

Gutzeit 1894, 27
Mist. Der Hinweis im Wörterschatz auf месть-мести fegen, mit dem Besen kehren, erhält eine Bekräftigung durch das lett. mesls Kehricht, Gefegtes, ebenso durch das asl. sъmetь. Mist von mesti.

Martin 1925/26, 135
Die baltischen Antworten, die sich übrigens schon gleichmäßig auf das alte Estland, Livland, Kurland verteilen, bieten im allgemeinen &ema;Jauche&eml;. Wolmar (Lettland) hat daneben Würze, Dorpat Mist (neben Jauche); Winterfeld (Kr. Riga) und Annahütte (Kr. Windau) bieten Dung neben Jauche.

Rist die
‣ Varianten: Riste

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 50f.
Rist (-) u. Riste (-) , die; gewönlich mit geschärftem i gesprochen. Mnd. riste, risse, soviel Flachs oder Hanf, als man auf einmal durch die Hechel reißt; ist eigentlich eine gedrehete Strehne Flachs, deren 3 oder 4 einen sogenannten Knocken ausmachen, Schiller-Lübben. Hocho. Reiste, tortis de filasse. — Rist eoder Sträne, 390c. 50.
Rist vor Rist ausschlagen, 141,; die Risten oder Gorften, ebda, (russ. горстъ ist eine Handvoll); Rist vor Rist durchschlagen, 107; die Risten in die Stabbe legen, ebda; die an den Risten sich befindende Heede mit den Schrapen abkratzen, 316. 32; sothane Risten den Eigenthümern zum Überbinden, zurückgeben, ebda; die Risten oder Handvolle des Hanfs müssen nicht zu groß oder zu schwer sein, 172. 1780. 153; jede einzelne Riste (russ. горстъ) des Hanfs wird von dem Wracker geprüft und erst wenn sie genau der bestimmten Sorte entspricht, in das Bund eingelegt. Die Risten von Reinhanf dürfen nicht über 18—20 ℔ schwer sein, für Tors nicht über 10—11 ℔, 381. — Das Gewicht der Risten und der Bünde Hanf ist nach 364. 99 folgendes: Reinhanf 18—20 ℔ 6—7 S℔; Ausschuß 15—16 ℔ 5—6 S℔; Paßhanf 11—12 ℔ 4-5 S℔; Torfe 10—11 ℔ 3—4 S℔.
Im Lettischen kein ähnliches Wort, und dafür gurste eine Flachsknocke (entsprechend russ. горстъ) und auch grihste,eigentlich etwas Zusammengedrehtes, besonderes Heu. Lateinisch reck Strang, vgl. Bauerristen.


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