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Herrenbrot das

‣ Synonyme: Gebeutelt-Brot

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 516
Herrenbrot hat Bergmann unter gebeutelt Brot. Demnach wol gebeuteltes Roggenbrot. In Grimms Wtb.: Weizenbrot.

Kuckel die
‣ Varianten: Kukel

QUELLEN

Hupel 1795a, 130f.
Kuckel, die (vielleicht aus dem Lett.) bezeichnet ein ganzes Brod. Bergm. meint es solle Kugelbrod bedeuten; wenn er aber auch Tischbrod dazu sezt, so schränkt er die Bedeutung zu sehr ein, weil man auch Stopfkuckeln hat, die doch kein Tischbrod sind.

Hoheisel 1860, 28
Kuckel: ein Kuckel Brot = ein Laib Brot (lettisch).

Gutzeit 1874, 110
Kuckel? Kückel? Schnallen, Kückeln, Chomutten, 172.1784.5. In d. Bekanntmachung eines rig. Sattlers. Falsch f. Buckel?

Gutzeit 1874, 110
Das Verpacken der Flachshede in sog. Kuckeln. In Riga. vgl. Kukel

Gutzeit 1874, 110
Kuckel, die. 1) Brod von, mit Ausnahme der Unterfläche, runder, kugliger Gestalt, bei Stender erklärt Kugelbrod, bei Bergmann ebenso, mit dem Znsatz: Tischbrot und Stopfkukel, rundes Fastnachtsgebäck mit einer Fülle. Nach Hup. in 444 Brodkuckel; ein ganzes Brod, lieft. Kuckel, Nach ihm vielleicht, nach Baumgärtel (445. 35) bestimmt aus dem Lettischen. Im Lett. Kukkuls gebeutelt fein Brod, nach Lange; Kukulis ein Brot, nach Ulmann. In einer plattd. Rechnung von 1557 in 350. XV: 1 Kuckel Brot; Ebda aus d. J. 1589: 2 Kuckel Brot. Doch kann in diesen beiden Belegen Kuckelbrot gelesen werden. — Das Wort in Riga noch gew., namentlich für rundes Laib ungebeutelten Roggenbrotes; aber auch für kleine runde Laibe Weißbrotes.— 2) kugliches Gebäck überhaupt. Daher Brotkuckel, Brotkuckelchen, Stopfkuckel, für welchen Ausdruck man anfängt Stopfkuchen zu sprechen, obgleich die Stopfkuckeln nicht Kuchen, sondern Kuckeln sind, d. h. rundes Gebäck oder rundes Brot; endlich Schaumkuckel oder Schaumkuckelchen (méringues). — Bildlich 3) mancherlei, was rund, dick, kuglich ist. Diese Frau ist eine Kuckel, dies Mädchen ist ein Kuckelchen.

Gutzeit 1874, 113
Kukel, die, Packen, Ballen, von Flachs u.dgl. Bei der in Kukeln gebundenen anher gebrachten Hede, 133. Jede Kukel darf nicht über 10 .. schwer sein, ebda. Die richtigere Schreibung ist Kuckel. Ausgesprochen immer: Kukkel.

Gutzeit 1874, 113
Kukel, die, st. Kuckel, eine Art Brötchen, in 209 erklärt.

Sallmann 1880, 36
Kuckel kleiner Kuchen aus Weißbrotteig, nd. küken.

Gutzeit 1889a, 51
von Flachs, Hede u. dgl., Docke, d.h. Bündel, etwas Zusammengewickeltes, Gedrehtes, Geflochtenes, Geschnürtes. Da das russ. кукла Puppe (Docke) bezeichnet, so könnte vermutet werden, daß unser Kuckel dem russ. кукла entsprungen ist. Doch hat russ. кукла nur die Bed. von Puppe, nicht die zweifache Bed. des deutschen Docke.

Gutzeit 1889a, 51
Kuckel. In Preußen (476) ist K., der u. die, ein kleines Brod, das man bei einem Bäcksel aus dem nicht mehr zu einem großen Brote ausreichenden Teigreste herstellt oder den Kindern besonders zur Freude bäckt. Wir haben 5 Brote und ein Kuckel gebacken, Mutter, back' uns doch ein Kuckelchen. Lit. kukulys, kuklys Fladen, Mehlkloß, poln. kukla Wecke, längliches Brötchen Nach Schmitt ist poln. kukla aus dem deutschen Kugel gebildet.“ Die in Preußen übliche Bed. stimmt nicht mit der unserigen u. ebenso wenig unsere mit der lettischen. Denn lett. kukulis heißt ein Brot überhaupt, und kukula maise feineres Brot, während ein Kuckelbrot ein kuglig geformtes Brot ist.
Es wäre seltsam, dass in Preußen ein lit. Wort, bei uns ein lettisches die Veranlassung zu der Bildung eines Wortes Kuckel gegeben haben sollte. Für das preußische K. ist die Bed. kleines Brot um so auffallender, da das lit. Wort Fladen oder Mehlkloß bedeutet; der Übergang des lett. kukulis in unser Deutsch ließe sich dagegen dadurch erklären, dass das, für ein ganzes Brot geltende „Leib“ hier nicht recht gebräuchlich gewesen zu sein scheint. Die Anlenung an Kugel gab weiter dem entlehnten Worte die Bed. von einem kugligen Gebäck. Das poln. kukla durfte nicht auf Kugel zurückzuleiten, sondern wie russ. u. cz. kukla Docke (Puppe) sein. Wäre unser Kuckel dem Lettischen entsprungen, so musste noch auffallen, dass auch in Estland das Wort bekannt ist doch in d. Bed. von kleiner Kuchen aus Weißbrotteig. nd. küken, 390c. 36. Die Bed. Kuchen wird auch in 476 [Frischbier], doch nur nach einem Beleg Hüwekuckel (Honigkuchen) verzeichnet. Diesem Kukkel steht sehr nahe Küchel, mhd. chuchel, in voc inc. teut., Küchel, d. h. kleiner Kuchen. Eine Vermischung von Küchlein. Mit Kugelchen findet sich bei Gothe (vgl. Grimms Wtb. Sp. 2512 c.): neben Küchelchen Kügelchen

Eckhardt 1896, 30
Kuckel 'rundes Brot'
preuß. und bd.
vielleicht aus Kugel durch poln. oder litt. Vermittlung (vgl. poln. kukla, litt. kukulys, kuklys).

Masing 1926b, 69
Kuckel „südbalt. Brotlaib, nordbalt. kleines, rundes Brötchen aus Weizenmehl“ (zu mnd. kogel, koggel „Kapuze“, lat. cuculla? Frischbier I, S. 438 Kuckel "1) kleines Brot, das man bei einem Bäcksel aus dem nicht mehr zu einem grossen Brote ausreichenden Teigreste herstellt ... 2) Kuchen“. Vielleicht ist das preussische Wort aus dem Polnischen entlehnt? Brückner „Slownik etymologiczny jezyka polskiego“, Krakau 1926, S. 280, leitet poln. kukla, kukielka, kuklik „Weissbrot“ unmittelbar aus dem lat. cuculla her).
ebd. 12: opr.+bd.

Masing 1931, 29
Kuckel, m. u. n.
südbaltisch - Laib
nordbaltisch - halbkugeliges Brötchen aus feinem Weizenmehl (Kümmelkuchel)
Preußen 1) kleines Brot aus Teigrest; 2) Kuchen (Frischbier I 428)
Mühlenbach-Endzelin II 302: balt. u. preuß. Kuckel = Lehnwort aus d. Lett. (kukulis) bzw. Litauischen kukulys)
Brückner (s.b. Masing) poln. kukla, kukielka, kuklik 'Weizenbrot' ‹ lat. cuculla 'Kapuze' (vgl. Gugelhupf).
1556 Kuckelbrot (Bulmerincq, Kämmerei-Register ... Leipz. 1902, S. 116)
ebd. 7: 1763: von Roggen-Mehl grob und fein Kuckel-Brod.

Graf 1958, 9
Für Roggenbrot sagt man Schwarzbrot oder Grobbrot, Weizenbrot heißt stets Weißbrot, das auch für Brötchen, Schrippen gebraucht wird. Ein Rund- oder Milchbrötchen ist ein Kuckel, den auch der Ostpreuße kennt; das Grundwort ist polnisch kukla „längliches Brot“, aus lateinisch cuculla. Beliebt ist das Gelbbrot, das sonstwo Safranbrot genannt wird; ein gelber Kringel durfte auf keinem Geburtstagstisch fehlen. Feinbrot bedeutete in Estland süßsaures Brot aus gebeuteltem Roggenmehl, in Riga feines Kaffeebrot; in Berlin versteht man unter Feinbrot das helle, besser ausgemahlene Roggenbrot. Eine Schnitte Brot, eine Stulle, heißt Scheibe. Der süddeutsche Krapfen ist unter dem Namen Kröpelkuchen bekannt, mnd. kropel, hessisch Kräppel (Grimm, Dt. Wörterbuch 5, 2064), der, die, das Kreppel (Sprachbrockhaus). Das mnd. stritzel „längliches Gebäck aus feinem Weizenmehl“ hat sich im Baltikum und in Preußen als Stritzel erhalten, in Wien sagt man Strützel. Der Timpweck ist ein spezifisch revalsches Gebäck, nämlich ein viereckiges Brötchen aus Wasserkringelteig, dessen spitze Ecken, mnd. timpen „Zipfel“, den Namen verursacht haben. In Westfalen und Stralsund kennt man einen Timpenstuten, und der Timpendreier ist ein alter Beiname des Bäckers. Die Bezeichnung Weck ist sonst im baltischen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlich; in rigaschen Bäckerschragen sind Weck und Wegge bereits im 14. Jh. neben der Semmel belegbar. Eine Verbindungsstraße in Reval hieß bis zuletzt der Weckengang.

Kentmann 1978, 238
Kuckel, der (rundes Gebäck aus Hefeteig)

Nottbeck 1987, 50
Kuckel - Hefegebäck, Wecken / E.L. Brotlaib / K.R.
Kümmelkuckel sind Ausweis eines baltischen Hauses.

Kobolt 1990, 165
Kuckel m rundes Brötchen; Brotlaib. Beispiele: Brotkuckel, Kümmelkuckel (kümmelbestreute Rundstücke), Stopfkuckel, Fastnachtskuckel (Stopfkuckel), Schrabkuckel; Reim.
Lirum, Larum, Löffelstiel, / Alte Weiber fressen viel, / Jeden Tag drei Kuckel Brot, / Nimm ein'n Stock und schlag sie tot!
ostpr. Kuckel kleines Brot, Kuchen; lett. kukulis Brotlaib.


QUELLEN (Informanten)

der Kuckel 'Festgebäck' (Wierland, Reval, Rasik (1910) Weissenstein, Fennern, Werro, Riga, Arensburg


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