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matschen

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 221f.
matschen, 1) zu einem dicken Brei machen, durch Zerdrücken od. Zerquetschen; 2) in einem dicken Brei mit den Händen sich zu tun machen; 3) in dickem Straßenkot oder in schmelzendem Schnee einhergehen. Man matscht nur durch die Straßen oder es matscht sich nur auf den Straßen; durch den Kot matschen, st.gehen, wenn es mit Beschwerde geschieht und der Kot dick und zähe ist. Durch den Kot mantschen od. pantschen, wenn er dünn ist oder es nur Pfützen gibt; patschen durch den Kot, wenn es mit schwerem Tritt geschieht.
Grimms Wtb. trennt das Zw. matschen, zerdrücken, zerquetschen von dem Zw. matschen in einem Brei wülen, Hantiren u. s. w. als ganz verschiedenen Ursprungs. Jenes soll auf ital. marciare zurückgehen u. dem Spielerausdruck matsch, matschen entsprungen sein. Wenn vielleicht die in Baiern und Kärnten vorkommenden Zw. martschen und mertschen in dem fast undeutschen Laute rtsch diese Anname bekräftigen könnten, so stimmen doch matschen zerquetschen u. matschen in einem Brei wülen im Geläut ganz und mehr als mit marciare; auch mehr als mit diesem mit slawischen Ausdrücken: russ. мочить (spr. matschitj) weichen, nässen, poln. maszam (spr. matscham) in derselben Bed., промачивать u. размачивать, russ. мягчить erweichen, weich machen, insbesondere aber russ. мѣситъ kneten und мѣситъ грязъ im Kote patschen; dazu auch мѣселъ Straßenkot. Wenn überdies martschen und mertschen in Grimms Wtb. nur für Süd- und Mitteldeutschland bezeugt ist, matschen in der Bedeutung von zerquetschen aber sowol in Süddeutschland und der Schweiz und bei uns, wo der Ausdruck matschen als Spielerausdruck nicht zu belegen u. wol nie im Gebrauch gewesen, ebenso wie durch-, ver- und zermatschen zu den gewönlichsten Ausdrücken gehören; so dürfte es geraten sein, matschen in allen Bedeutungen als einen deutschen anzuerkennen und nur etwa martschen und mertschen auf marciare zurückzuleiten.
Grimms Wtb. gibt manschen u. manischen für eine nasalirte Form von matschen aus. Eine solche Anname hätte doch nur für mantschen—matschen, nicht für manschen Geltung, da diesem kein maschen entspricht. Auch sind dem neueren Deutsch keine geennten od. entennten Wortformen bekannt, u. es hat wol ebenso wenig Wert u. Bedeutung, manschen für eine geennte Form von matschen anzusehen, wie matschen für eine entennte von manischen. Überdies stimmen manschen u. matschen in ihren Begriffen nur einigermaßen zusammen, keineswegs ganz; Matsch wie matschen bezieht sich auf einen dickeren Brei, Mansch auf einen dünnflüssigen; mit matschen verbindet sich mehr der Sinn des Willens, pressenden, quetschenden Hantirens mit den Händen oder Füßen, mit manschen mehr der eines Mengens, Mischens.
Die Verbindungen mit durch-, ver- u. zer- sind gewönlich. Man durchmatscht die kotigen Straßen od. den schmelzenden Schnee; man soll nicht Beren durchmatschen; man vermatscht Beren und sagt: die Franzosen seien bei ... tüchtig vermatscht worden, d. h. vermaddert; sein Arm wurde im Mülengetriebe gänzlich zermatscht, zerquetscht, zerbrochen.

Seemann von Jesersky 1913, 147
matschen mischen


QUELLEN (Informanten)

matschen 'unsauber mit Eßwaren umgehen' Riga um 1920, Dorpat um 1930.
matschen 'herumschmutzen' schmaddern Walk/Livl. um 1930.


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