[BSS] Baltisaksa sõnastik

Deutscheesti keel

EessõnaKasutusjuhisedLühendid@arvamused.ja.ettepanekud


Query: in

?! Küsitud kujul või valitud artikli osast otsitut ei leitud, kasutan laiendatud otsingut.
Leitud 1 artikkel

Podwodde die
‣ Varianten: Podwode

QUELLEN

Hupel 1795a, 175
Podwodde, die, (Russ.) d.i. ein Vorspannpferd, eine Fuhre zum Transport einiger Sachen.

Ewers 1831, 225
Podwode, die, der Vorspann, die Fuhre.

Sallmann 1880, 14
Podwodde Fuhr in Kronsangelegenheiten; der Krone zu leistender Spanndienst.

Gutzeit 1887b, 375
Podwódde, die, russ. подвода: bespannter Wagen oder Fuhre, von den Gütern gestellt, z. B. während eines Truppendurchmarsches; Schieße, Schießpferde, franz. relais, cheval de relais;e chariot avec un cheval et un homme Nach Hupel: Vorspannpferd, eine Fuhre zum Transport einiger Sachen; nach Sallmann (390c. 14): Fuhr in Kronsangelegenheiten; der Krone zu leistender Spanndienst. — Podwodden u. Schüsse vom Lande ausschreiben, 172. 1772. 74.

Creutzburg 1910, 27
Verpflichtung gegenüber dem Staat, "... Wegbesserung, Kriegsfuhren (Podwoden) und Einquartirung..."

Masing 1926b, 13, 26
Podwod „Scharwerksdienst, Frohnfuhre“ (bd. Podwodde „Vorspannpferd, Fuhre“; poln., russ. podwoda).
Podwodde „Vorspannpferd“(Frischbier II, 164).

Ariste 1938, 256
Podwodde, fem., Podwode 'voiture altelée de chevaux ou Charette fournie par des propriétaires terriens, par exemple au passage de troupes, pièce d'artillerie, altelage de cette pièce'.
‹ russe подвода 'voiture, charette, piece d'artillerie alteièe. HUPEL 175, GUTZEIT II 375.


QUELLEN (Informanten)
Schönfeldt, Alfred, Sen.: Riga, Petersburg, Estland
Rig. Almanach für 1873 (Auszug): „Das Elend des Bauernstandes,“ so heißt es in der geradezu klassischen Schilderung, welche Victor Hehn von den livländischen Zuständen während der ersten Hälfte des 17. Jh. entwirft, „war das natürliche Ergebnis der geschichtlichen Schicksale wie der Natur und des Klimas dieser Erdgegend. Die schrecklichen Katastrophen der zweiten Hälfte des 17. Jh., dann die Verwüstungen der polnischen und schwedischen, meist unmenschlich hausenden Soldateska, die Schieße und Podwodde, die erzwungenen Adelsbewilligungen per Haken, der nordische Krieg, die Leibeigenschaft und ihre Geschwister, die Ruthenstrafe und der Branntwein, hatten das Landvolk auf die tiefe Stufe herabgedruckt, auf der wir es noch am Ende des Jahrhunderts erblicken. Regelmäßig im Frühjahr trat Hungersnoth ein, regelmäßig im Herbst Völlerei. Die dunkle Winterhälfte des Jahres verschlief der Bauer im eigentlichen Sinne; den Ackerbau trieb er in roher, halb nomadischer Gestalt, d.h. Küttisbrennen war seine Lust, und der Haken, dessen er sich bediente, auf ausgerodeten, wurzelreichen Waldboden berechnet. Mißwachs, Vieh- und Pferdeseuchen traten häufig ein und dann schoß ihm der Herr Korn auf Bath, d.h. auf hohen Zins, vor und der Unglückliche verfiel in immer tiefere Schulden. Kein Wunder, daß er faul und gleichgültig war: er rührte sich kaum, wenn er in der Saatzeit Schweine auf dem Acker wühlen oder Rindvieh mitten im Kornfelde sah. Zahlreiche Wölfe, welche in Rudeln umherstrichen, holten ihm sein Schaaf weg, zerrissen ihm Nachts sein Pferd. So voll unabsehbarer Oede war das Land, daß die Aermsten der ländlichen Bevölkerung, die Bettler, die Lostreiber, die Badstüber, oft mitten in den Wäldern, die im Winter der Schnee, im Sommer der Sumpf undurchdringlich machte, trotz der strengen darauf gesetzten Leibesstrafe eine höher gelegene Stelle sich heimlich ersahen, sie abtrieben und mit Korn besäeten, - eine Poesie des Elends und der Wildniß, von der schon Olearius im 17. Jh. gehört hatte, ganz geeignet einen Einblick in die Natur eines Landes zu gewähren, wo im heißen Sommer der Reisende weit und breit Rauch mit der Luft athmet und links und rechts die Küttisfeuer aus der Erde hervorbrechen sieht; wo im Winter der Schnee zwischen den Räumen sich aufhäuft und zwei, auch drei Pferde vor einander in langem Zuge den Schlitten vermummter Menschen ziehen; wo im Frühling die Wege grundlos werden und jedes kleine Rinnsaal zum Strome wird und die Brücken abreißt.“
Bem.: Ich habe die Schilderung Victor Hehns vollständig abgetippt und die Wörter, die mir als Baltizismen erschienen, unterstrichen. Eine Verzettelung dieser Wörter habe ich unterlassen, Hehns Schriften nicht genannt ist, der das Zitat entstammt.


© Eesti Keele Instituut    a-ü sõnastike koondleht     veebiliides    @ veebihaldur