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Hofsleute pl
‣ Varianten: Haueleute, Hofesleute, Hofleute

QUELLEN

Bunge 1851, §66
Hofsleute. Die bei den Gutsherrn auf dem Hofe dienenden Bauern, sie mögen auf Lohn und Brod gehalten oder durch Nutznießung von Hofsländereien besoldet werden, heißen Hofsleute.

Gutzeit 1889a, 13f.
Hofleute. Zu den bereits im Worterschatze angegebenen Deutungen dieser Benennung mögen nachstehende hier Stelle finden E. Pabst in 379. III. 149. sagt: Man nannte sie Hofleute nach der Bezeichnung, welche während der Ordenszeit diejenigen führten, die den Kriegsdienst zu Pferde leisteten. Der Name Hofleute ging auf die Adeligen über, die durch den Krieg von Haus und Hof vertrieben sich in Scharen zusammenthaten und bald den Schweden, bald den Polen od Dänen ihre Dienste anboten. Der dorpater Kalender v. 1876. S. 108. sagt: Als der Ritteroden in Livland aufgelöst war und seine Glieder in den weltlichen Stand traten, nicht alle Ordensbrüder aber mit Gütern bedacht und belehnt werden konnten, traten die Übrigen in den Dienst, und wurden Offiziere theils beim Könige von Polen, theils beim neuen Herzog von Curland, theils in Schweden, theils auch in Russland. Da sie aber für etwas Besseres, als die gewöhnlichen Ritter gelten wollten, nannten sie sich nicht Ritter, sondern Hofleute. Pantenius in den von Kelles S. 510: als das alte Livland zusammenbrach, da rotteten sich von Haus und Hof vertriebne Edelleute zu Reitergeschwadern zusammen .. Man nannte diese Reiter Hofleute, worunter man früher die Reiter des Ordens verstand, die auf dessen Höfen im Quartier lagen (Diese Angabe ist wol zum Theil unrichtig!)
Wenn nun auch Hofleute überhaupt „Kriegsleute zu Pferde“ bedeutete, so ergibt sich doch aus den verschiedenen Nachrichten, dass unter Hofleuten bei uns ebenso gut auch unberittene Krieger verstanden wurden und dass sie ebensowol dem Adel als dem Bürgerstande angehörten, selbst Ausländer waren.

Gutzeit 1889b, 496, 535, 539
Haueleute, in älteren Schriften oft für Haveleute, Hofleute. Verzeichnis was den armen Pauren genommen ist von den Polen und Haueleuten, 349. XXIII. 5.
Hofesleute, Leute, die zum Gutshofe gehören, vgl. 147. Eine Person unter dem Namen von Hofesleuten von der Loosziehung ausnehmen, 176. 1829. 158. Der Gutsbesitzer hatte nämlich das Recht, Hofesleute von der Wehrpflicht zu befreien.
Hofsleute sind diejenigen — vgl. Hofleute 3). — Die bei dem Gutsherrn auf dem Hofe dienenden Bauern heißen Hofsleute, 154. I. 134.

Gutzeit 1889b, 537f.
Hofleute. 1) Unter dieser Bezeichnung verstand man, bemerkt Gadebusch (325), im 16. Jahrh. die Meuterei. Das sagt Russow Bl. 126. 1 zweimal ganz deutlich: de hauelude edde rüters bey de Schweden unde Düdischen u. s. w. und bald hernach: ere Rüters edde hauelüde. vgl. Kelch (215) S. 271, Neustadt S. 136, liest. Jahrb. (180) II. 1. § 19 und Frisch unter Hof. vgl. Hofmann. — Ebenso bemerkt der Herausg. u. Rüssow (195), dass bei Rüssow Hauelüde Reiter heißen. — von Richter (347. II. 1. 10) sagt: Hofleute, nach Halthaus Glossarium, Kriegsleute zu Pferde. — In plattd. Schriften d. 16. und 17. Jahrh. Hauelüde und Haueleute. Verzeichniß, was den armen Pauren genommen ist von den Polen u. Haueleuten im 1. 1587. vgl. 349. XXIII. 5.
Der Name der livländischen Hof- Hofe u.Hofesleute taucht auf im 16. Jahrh., zur Zeit der Auflösung des Ordensstates; er galt, bemerkt Sonntag in 174. 1825. 253, zur Bezeichnung der Adelichen, welche nach Auflösung des Ordensstates herumabenteuerten. Jannau (157. ll. 9. und 10) sagt: in der letzten Ordenszeit eine Art adeliches Raubgesindel. — Vielleicht wurden diese livl. Freibeuter deswegen Hofleute genannt, weil sie als Ritter zu dem Gefolge oder dem Hofe des Erzbischofes oder Herrmeisters gehört hatten.
Die Gesellschaft der sog. Pernauer Hofleute, 850. XI. 1. 47; die Erzstiftischen sowol Ordenschen Hofleute, 850. IV.
2) im Ältermannbuch (335. 82) sind, bemerkt der Herausg., Hofelude offenbar Hof- oder Gutsbesitzer.
3) zuweilen gedruckt und gesprochen für Hofsleute, d. h. die bei den Gutsherrn auf dem Hofe dienenden Bauern, sie mögen auf Lohn und Brod gehalten oder durch Nutznießung von Hofländereien besoldet werden, 154. I. 134.

Worms 1917, 17, 19
Der letzte Ordensmeister Gotthart Kettler hatte den weißen Mantel mit schwarzer´m Kreuz an einen Nagel .. gehängt und sich mit dem kurischen Herzogtum .. begnügt. .. Aber die trotzign Ordensbrüder .. gehorchten nicht gern. Als Hofleute trieben sie sich im Forstgelände umher, mußten mit Land, Weib und Wein ausgestattet werden.“
Und nun erst die wilden Hofleute in der Herberge...

Grosberg 1942, 189, 258, 259
Hofsleute, Hofsjunge, Hofsmädchen: Im Walde arbeiten die Hofsleute unter Aufsicht des Waggars.
Er meldet, daß er das Hofsmädchen K. heiraten möchte.
Silin Andrei ist einer der besten Hofsjungen, stark wie ein Stier und ein Arbeitsteufel.

Vegesack 1963, 38
die Hofsleute - Dienstboten

Kirchhof der

QUELLEN

Hupel 1795a, 112
Kirchhof, der, st. Gottesacker. Seitdem unsere meisten Begräbnissplätze von der Kirche entlegen sind, solten wir sie nicht mehr Kirchhöfe, sondern lieber Begräbnishöfe nennen.

Gutzeit 1874, 39
Kirchhof. 1) Platz bei einer Kirche. Diente ehemals in den Städten als allgemeiner Vegräbnissplatz. Seit 1773 ist die Beerdigung daselbst und in den Kirchen verboten; es hat sich jedoch die Benennnng für den Platz bei der Kirche bis heute erhalten, obgleich sie gegenwärtig fast ganz von Friedhof verdrängt ist. Wenn früher (bis nach 1773) vom Petrikirchhof gesprochen wird, so ist der jetzige Petrifriedhof gemeint. 1743 war auf dem Petri-Kirchhofe ein Brand, der die Petrikirche in Gefahr brachte, 174. 1811. 247. Domkirchhof war der Platz (im 16. und 17. Jahrh.) im Norden der Kirche zur jetzigen Neustraße hin. Um des Domes Kerkhoff wird eine Mauer gezogen im J. 1599. vgl. 335. —
2) Nach Aufhebung der Kirchhöfe bei den Kirchen ging die Benennung auf die neu angelegten protestantischen Begräbnissplätze über, sehr uneigentlich, da auf diesen weder eine Kirche erbaut wurde, noch heute eine besteht. Daher Petri-, Dom-, Jacobi- u. f. w. Kirchhof, — gewönlich ohne Sanct. Auch die russischen, katholischen und hebräischen Begräbnissplätze heißen Kirchhöfe. Hupel bemerkt, dass seit Verlegung der Kirchhöfe von den Kirchen fort, sollten wir sie nicht mehr Kirchhöfe, sondern lieber Begräbnisshöfe nennen. Doch stehen auf sämmtlichen russ. Kirchhöfen Kirchen. — Eine eigentümliche Ausdrucksweise, doch gew. war: die von fremder Religion allhier im Reiche sterben, genießen zwar den Kirchhofs und die Lagerstätte, aber keine Schule, Gesang oder Leichenpredigt, 193. II. 2. 1811. —
3) Als Platz bei der Kirche scheint der Kirchhof auch einmal in Riga diejenige Bedeutung gehabt zuhaben, welche in Grimms Wtb. 2) nachgesehenwerden kann. Es wurde nämlichauf dem Petrikirchhofe 1209 derFürst von Gercila durch den Bischof Albertmit feinem Fürstentum feierlich belehnt.

Pantenius 1880, 59
der Kirchhof - der Friedhof

Boehm 1904, Sp. 102
Die Sitte der Bierskandäler und ihre Formen sind von deutschen Universitäten übernommen: man unterschied den „Bierjungen“, den „Gelehrten“ und den Kirchhof, dies wie es scheint eine landschaftliche Umbenennung und Umformung des deutschen „Gottesackers“. Doch während bei diesem acht Gläser geleert werden mußten (Kluge), ist dem strengeren nordischen Brauch erst Genüge geschehen, wenn einer der beiden Parten unter dem Tische lag. Zur Entschuldigung meiner Landsleute sei die Bemerkung gestattet, daß ich während meiner ganzen Studienzeit nur einmal Zeuge des rohen Brauchs gewesen bin, und damals waren die Beteiligten ein Russe und ein Lette.

Vegesack 1935, 47, 160
Kirchhof - Friedhof


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