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Timpweck
‣ Varianten: Timpfweck, Tümpweck
'ein ....Hefegebäck'

QUELLEN

Masing 1926b, 69f.
Timpweck (nordbalt., veraltet; noch in den 80-er Jahren des XlX. Jahrh. wurde in Dorpat das Gebäck unter dem hier erwähnten Namen verkauft) „handgrosses vierzipfeliges Weizenbrötchen in Gestalt eines Pluszeichens“ (mnd. timpe „Zipfel, bes. von Kleidungsstücken und vom Brot“ und wegge „keilförmiges Weizenbrot, Wecke“; Lauremberg „Veer Schertz Gedichte“ I, 160 Timpenfreter „Semmelfresser“ als Spottname für einen Bäcker. Ebenda wird in den Anmerkungen, S. 115, mitgeteilt, dass an manchen Orten das Wort Timpe auch ohne Ergänzung durch Weck als Name eines Semmelgebäcks mit vier Spitzen dient. Das Wort Weck kommt im halt. Sprachgebiet auchnoch im Namen einer Strasse in Reval „Weckengang“ vor).

Graf 1958, 9
Für Roggenbrot sagt man Schwarzbrot oder Grobbrot, Weizenbrot heißt stets Weißbrot, das auch für Brötchen, Schrippen gebraucht wird. Ein Rund- oder Milchbrötchen ist ein Kuckel, den auch der Ostpreuße kennt; das Grundwort ist polnisch kukla „längliches Brot“, aus lateinisch cuculla. Beliebt ist das Gelbbrot, das sonstwo Safranbrot genannt wird; ein gelber Kringel durfte auf keinem Geburtstagstisch fehlen. Feinbrot bedeutete in Estland süßsaures Brot aus gebeuteltem Roggenmehl, in Riga feines Kaffeebrot; in Berlin versteht man unter Feinbrot das helle, besser ausgemahlene Roggenbrot. Eine Schnitte Brot, eine Stulle, heißt Scheibe. Der süddeutsche Krapfen ist unter dem Namen Kröpelkuchen bekannt, mnd. kropel, hessisch Kräppel (Grimm, Dt. Wörterbuch 5, 2064), der, die, das Kreppel (Sprachbrockhaus). Das mnd. stritzel „längliches Gebäck aus feinem Weizenmehl“ hat sich im Baltikum und in Preußen als Stritzel erhalten, in Wien sagt man Strützel. Der Timpweck ist ein spezifisch revalsches Gebäck, nämlich ein viereckiges Brötchen aus Wasserkringelteig, dessen spitze Ecken, mnd. timpen „Zipfel“, den Namen verursacht haben. In Westfalen und Stralsund kennt man einen Timpenstuten, und der Timpendreier ist ein alter Beiname des Bäckers. Die Bezeichnung Weck ist sonst im baltischen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlich; in rigaschen Bäckerschragen sind Weck und Wegge bereits im 14. Jh. neben der Semmel belegbar. Eine Verbindungsstraße in Reval hieß bis zuletzt der Weckengang.


QUELLEN (Informanten)

Timpweck ein ....Hefegebäck (Wenden, Lettland)


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