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halbdeutsch Adj

siehe auch Halbdeutsch

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 477
halbdeutsch, zur Hälfte deutsch. Ein halbdeutsches Wort; das sog. Krug- oder Halbdeutsch, rig. Ztg. 1863. In Livland, sagt Gadebusch (325 [Zusätze zu Frisch]), nennt man die estnischen u. lettischen Bauern Undeutsche; wenn sie aber zur Not deutsch reden können, und deutsch gekleidet gehen, jedoch ihre Freiheit nicht haben, Halbdeutsche. Stender dagegen nennt einen Halbdeutschen denjenigen Bauer, der auf deutsch gekleidet geht, puswahzis; Hupel in 444. [estn.-dt.Wb.] J. 1780 u. 1818 gibt das Wort mit estn. Saksik wieder. Jetzt ist halbdeutsch jeder Nichtdeutsche, welcher einen Theil deutscher Sitte u. Sprache angenommen hat.

Halbdeutsch

siehe auch Artikelgebrauch, Aussprache, bleiben, lassen, legen

QUELLEN

Revaler Bote 1919-1930, 1928 Nr. 157
Halbdeutsch ist ein Gemisch: halb Deutsch und halb aus anderem Element, sagen wir Estnisch oder etwas anders. Grasin's [??] Gedichte ... zeigen nur schlechtes, falsches Deutsch. Solch ein Deutsch ist auch Knotendeutsch genannt worden.

Krüger 1832, 335
... 10) ... gar nicht selten in den feineren Circeln; 11) mehr oder weniger ein Prärogativ der gemeineren Cle...n [?]

Riemenschneider 1858a, Sp. 74-75
Es wäre, wenn es darauf ankäme, nicht schwer, das hiesige Deutsch nach verschiedenen Stufen zu charakterisiren, welche durch gewisse stehende Redensarten sich sogleich kenntlich machen. Auf die unterste Stufe, bei welcher man aus einer Reihe verkehrt oder halb ausgesprochener Wörter nur mit Mühe den Sinn des Satzes errathen kann, folgt eine höhere, auf welcher man von Längde und Wärmde reden hört, wo man sich so selbig befindet, noch höher bedauert man das arme Kind, welches sich schon zum dritten Mal beim Fallen den Kopf abgeschlagen, noch höher geht man Licht fragen und legt den Leuchter auf den Tisch oder bleibt in einer Gesellschaft (so lange), bis man sich amüsirt; noch höher macht man das Fenster fest und die Thür los, ja selbst der Mund wird losgemacht und es gilt für eine Unbequemlichkeit, daß die Nase fest ist, noch höher schließt man jeden Satz mit würde und möchte, u.s.w. - Genug, schlechtes Deutsch kann man bei uns überall hören, von dem Undeutsch (oder Gesindedeutsch) und dem Halbdeutsch an bis zum Conversationsdeutsch und Salondeutsch: unten sind die Volkssprachen, oben die modernen Verkehrssprachen sehr bald herauszuhören.

Riemenschneider 1858b, Sp. 75
Gesindedeutsch Genug, schlechtes Deutsch kann man bei uns überall hören, von dem Undeutsch (oder Gesindedeutsch) und dem Halbdeutsch an bis zum Conversationsdeutsch und Salondeutsch.

Pantenius 1872, 29
die Halbdeutsche - Hier nur ein Elternteil deutsch und der andere lettisch

Sallmann 1880, 66f.
Halb- oder Kleindeutsche Esten, die sich eine gewisse deutsche Bildung angeeignet haben und ihrer Berufsstellung nach in den kleineren Mittelstand sich aufgeschwungen haben, keine Bauern mehr sind.

Gutzeit 1889a, 2
Halbdeutsche. Nach Bertram (470. IV. 24 [Gesammelte Schriften]) nennen die Deutschen die Halbdeutschen (heraufgekommene Esten oder heruntergekommene Deutsche) Pafulken.

Kiparsky 1936, 15
Anm. 1: Erster Beleg: Alt-Pernau, 1537; GU II, 432 „de halffwe Dudtschen“ bezeichnet werden kleine Handwerker (im Gegensatz zu den 'undeutschen' Fischern.

Lenz 1941, 35
19. Jh.: FW die Halbdeutschen, d.h. Letten, „die am Deutschtum ein wenig geleckt haben“, kommen neue Bezeichnungen auf. Sie werden Wacholder- oder Strüffeldeutsche genannt; beide Ausdrücke sind Übersetzungen aus dem Lettischen.


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