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Drat der
‣ Varianten: Draht

QUELLEN

Gutzeit 1864, 196
im Sinne von Teufel, gew. Hol ihn der Drat! Hol's der Drat! balt. Skizzen v. Bertram; dér Drat, das habe ich vergessen; zum Drat, das ist verwünscht.

Sallmann 1880, 17
Drat als Bezeichnung des Teufels in den Redensarten Weiß der Drat, hol's der Drat, zum Drat, dér Drat (estn. trat der Heher, der altdeutsche Markwardt, Markolf-Garrulus glandarius -, der, wie schon die Bezeichnung als Markwort lehrt, in alten Zeiten mit göttlichen Eigenschaften ausgestattet, sich später es hat gefallen laßen müssen, unter die dämonischen Wesen versetzt zu werden, ganz so wie in Deutschland sein Leidensgefährte, der Kuckuck.

Gutzeit 1886, 218
Teufel. Sallmann in 390c. 17 sieht das Wort als estnisches an; estn. Trat der Heher, der altdeutsche Markwardt, Markolf, der sich hat gefallen lassen müssen, unter die dämonischen Wesen versetzt zu werden, ganz wir in Deutschland sein Leidensgefährte, der Kuckuck. Diese Angabe scheint mehr als gekünstelt. Denn erstlich kann nicht gesagt werden, dass Drat gerade Teufel bezeichnet, sondern nur in gleicher Bedeutung gebraucht ist, wie Deutscher, Geier, Kuckuck, Henker, Schinder, Drache, Hagel, Donnerwetter u.a. Wie man spricht: hol's der Drat, weiß der Drat u.s.w., so wird ebenso gut gesprochen: hol's der Henker, der Schinder, der Hagel, das Donnerwetter u.s.w., zum Henker, zum Donnerwetter noch 'mal! u.s.w. Zweitens ist der Name des Vogels Trat für Heher in Kur- und Livland ganz unbekannt, beiläufig, in Hupels estn. Wtb. v. 1780 u. 1818 findet sich dies Wort nur in Verb. mit pähkla, d.h. Nuss, pähkla-traat Nußpicker -; der Ausdruck Drat müsste zuerst in Estland entstanden u. von dort nach Lettland gebracht sein, was ganz unwahrscheinlich ist. Es fragt sich selbst, ob der estn. pähkla-traat auch als Beschönigung für Teufel im Gebrauch ist. - Man kann an Drat denken (den Drat pechen, eine Sache bös machen, Unheil stiften), an drat (schnell, rasch, kühn) u. an Dratz, drohende Feindseligkeit. Wahrscheinlich ist aber Drat eine Entstellung aus nd. draaf od. drake Drache (aus Papier), dann: Meteor, welches der Aberglaube für den Teufel gehalten hat u. wol noch hält, welcher den Hexen durch den Schornstein etwas zutrage. vgl. 479.

Seemann von Jesersky 1913, 112
Geld, aber auch Teufel: Hol ihn der Drat!


QUELLEN (Informanten)
Cubé, Leonid von
Drāt - Teufel. Ach du Drāt!


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