[BSS] Baltisaksa sõnastik

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ach Interj
mit Ach und Krach, ach und wie
1. de (bedauernd, klagend); et ah!
Ach! da brach der zarte Alabaster
2. de (staunend); et ohoh!
welches dem Beschauer ein staunendes „Ach!” abnötigte
3. de (wirkliches oder fingiertes Interesse an einer Mitteilung des Gesprächspartners ausdrückend); et ah nii?
„Was Sie sagen!” Ja, ein Graf Groot…”, warf er Gefragte lässig hin. Der Balte sagte nicht als: „Ach?” Vielleicht verschlug Bewunderung ihm die Rede.
4. de (zur Einleitung einer Vergewisserungsfrage); et ah
Ach, die beiden, die immer so fein gekleidet herumliefen, die meinen sie?
Fängt er Fische? Ach nicht?
5. de (zur Einleitung einer Bitte)
Ach, reichen sie mir doch, bitte, die Butter! [Ein alter baltischer Edelmann soll seine Kinder folgendermaßen ermahnt haben: „Kinder, seid freundlich zu den Dienstboten! Sagt nicht: „Bringen Sie…!”, sondern: „Bitte, bringen Sie …!”, und wenn euch das zu schwer wird, dann sagt wenigstens: „Ach, ….!”]
6. de (bei unwilliger Ablehnung einer unberechtigten oder lästigen Zumutung); et ah
Ach, laß mich zufrieden!
7. de (bei der Zurückweisung einer wenig glaubhaften Mitteilung oder wenig plausiblen Erklärung); et ah
„Ach, geh doch,” sagt Carl ungläubig, „wie wird nur der Kater sich auf den Tisch schlafen gelegt haben…”
8. de (in Antworten und Erwiderungen, um eine Angelegenheit als harmlos, bedeutungslos, unkompliziert zu kennzeichnen); et ah
„Ach, Strunt,” entgegnete Nanny
Ach, es ist nichts Besonders. Ich wollte Ihnen nur sagen […]
„Was führt Sei her, womit kann ich …?” „Ach, wissen Sie, eigentlich komme ich so selbstig, wie der Kurländer am liebsten kommt.”
„Seit wann bist du denn zu dieser Überzeugung gekommen?” „Ach, schon immer…”
9. de (im Sinn von beiläufig, übrigens); et ahjaa
Ach, was ich noch sagen wollte
Ach, das hätte ich beinah vergessen
10. de (zum Ausdruck beginnenden Verstehens) (⁓ so)
Ach so, Sie rauchen Zigaretten, meinetwegen…
11. de (zusammenfassend und abschließend, mit dem Nebenton der Resignation) (⁓ ja)
Ach ja, man hat´s nicht leicht
„Ach ja”, sprach sie und starb (eines seligen Todes; ihr letztes Wort war „Schnaps!”).
12. de (in Verbindung mit einer scheltenden Anrede)
„Ach du Grünschnabel”, war die entrüstete Antwort…
13. de (ebenso in Form und Sinn, aber auf eine dritte Person bezogen)
Ach du Schubjack (einer)! 'so ein Schubjack!'
14. de (ebenso, aber ohne Beziehung auf eine Person – eine Art Stoßseufzer oder Verwünschung); et ah sa, oh (sa)
Ach du liebe Zeit!
Ach du meine Güte!
Einmal sprang er auf und sagte: „Ach du Draht!” das wußten wir, daß er etwas vergessen hatte.
Ach du Deiwel!
Ach du Schmerz!
Ach du Gemeinheit!
Ach du Pest!

DAZU:
Ach du lieber Augustchen (-ing) (id) [die Endung des Namens Augustin wird als Diminutivendung aufgefast und iŋ gesprochen oder durch –chen ersetzt]
Ach Gottchen, sprach Lottchen, sieben Kinder und kein Mann (was fang ich Arme an?)! (id)
Ach Gottchen, sprach Lottchen und schwang sich aufs Pottchen (id)
siehe auch Interjektionen

QUELLEN

Masing DBWB, 169ff.
ach, interj. (ax) 1. bedauernd, klagend. Ach! da brach der zarte Alabaster, … Dah. bild. 45.
2. staunende … welches dem Beschauer ein staunendes „Ach!” abnötigte. Dah. bild. 45.
3. wirkliches oder fingiertes Interesse an einer Mitteilung des Gesprächspartners ausdrückend, etwa im Sinn von: „Was Sie sagen!” Ja, ein Graf Groot…”, warf er Gefragte lässig hin. Der Balte sagte nicht als: „Ach?” Vielleicht verschlug Bewunderung ihm die Rede. Holm. M.G.a.V. 10.
4. zur Einleitung einer Vergewisserungsfrage. Ach, die beiden, die immer so fein gekleidet herumliefen, die meinen sie? Rig. Rdsch. 7.IX.1937. Fängt er Fische? Ach nicht? ebda. 6.IV.1935.
5. zur Einleitung einer Bitte. Ach, reichen sie mir doch, bitte, die Butter! Ein alter baltischer Edelmann soll seine Kinder folgendermaßen ermahnt haben: „Kinder, seid freundlich zu den Dienstboten! Sagt nicht: „Bringen Sie…!”, sondern: „Bitte, bringen Sie …!”, und wenn euch das zu schwer wird, dann sagt wenigstens: „Ach, ….!”
6. bei unwilliger Ablehnung einer unberechtigten oder lästigen Zumutung. Ach, laß mich zufrieden! Worms, Th. fr. 111.
7. bei der Zurückweisung einer wenig glaubhaften Mitteilung oder wenig plausiblen Erklärung. „Ach, geh doch,” sagt Carl ungläubig, „wie wird nur der Kater sich auf den Tisch schlafen gelegt haben…” T. Alice, I.M. 92.
8. in Antworten und Erwiderungen, um eine Angelegenheit als harmlos, bedeutungslos, unkompliziert zu kennzeichnen. „Ach, Strunt,” entgegnete Nanny. Dorn, A., 88. Ach, es ist nichts Besonders. Ich wollte Ihnen nur sagen …. Pantenius, I. B. d. V., 233. „Was führt Sei her, womit kann ich …?” „Ach, wissen Sie, eigentlich komme ich so selbstig, wie der Kurländer am liebsten kommt.” Worms, Erdk. 192. „Seit wann bist du denn zu dieser Überzeugung gekommen?” „Ach, schon immer…” Holm, Kerkh. 473.
9. im Sinn von beiläufig, übrigens. Ach, was ich noch sagen wollte. Ach, das hätte ich beinah vergessen.
10. a. (so), zum Ausdruck beginnenden Verstehens. Ach so, Sie rauchen Zigaretten, meinetwegen… Pantenius. IBdV, 48.
11. ach ja, zusammenfassend und abschließend, mit dem Nebenton der Resignation. A. ja, man hat´s nicht leicht. R.a. „Ach ja”, sprach sie und starb (eines seligen Todes; ihr letztes wort war „Schnaps!”).
12. in Verbindung mit einer scheltenden Anrede. „Ach du Grünschnabel”, war die entrüstete Antwort… Pantenius, I.B.d.V., 64.
13. ebenso in Form und Sinn, aber auf eine dritte Person bezogen. Ach du Schubjack (einer)! so ein Sch.!
14. ebenso, aber ohne Beziehung auf eine Person – eine Art Stoßseufzer oder Verwünschung. Ach du liebeZeit! Ach du meine Güte! – Einmal sprang er auf und sagte: „Ach du Draht!” das wußten wir, daß er etwas vergessen hatte. Beibl. z. K.E. 1931, 183. Ach du Deiwel! Ach du Schmerz! Ach du Gemeinheit! Ach du Pest!
15. Mit Ach und Krach, mit genauer Not. Und da kam er auch mit A. u. Kr. Bertram B.Sk. III. 106.
16. ach und wie, „Wenn er nur könnte, so würde er schon”, sagt der eine, und der andere bekräftigt mit: ach und wie! Gtz. N 1886, 22. Ach du lieber Augustchen (-ing): die endung des Namens Augustin wird als Diminutivendung aufgefast und iŋ gesprochen oder durch –chen ersetzt. _ Ach Gottchen, sprach Lottchen, sieben kinder und kein Mann (was fang ich Arme an?)! _ Ach Gottchen, sprach Lottchen und schwang sich aufs Pottchen.

Agh
de Schilfrohr; et pilliroog

QUELLEN

Gutzeit 1886, 26
Agh schoenus mariscus, 170. 401.

ah Interj
‣ Varianten: a
1. de (Ausruf bei Verdrossenheit und Unwillen) (Dieses a oder ah wird unrein, kurz und abgestoßen ausgesprochen, und lautet dadurch ähnlich dem franz. oder russ. a. Als Ausdruck des Erstaunens wird es gedehnt ausgesprochen.)
A, was macht das aus?
A, das erträgt man noch!
A, lass ihn handeln wie er will!
2. de a(h)! (Ausdruck der Überraschung); et ah, ahaa!; lv ā!, o!
Ah, schon zurück von der Reise!
3. de a(h)! (Ausdruck der Bewunderung); et ah!; lv o!, oho!
Ah, großartig!
4. de a(h)! (Ausdruck des wachsenden Verständnisses); et ahaa!, aa!; lv ā!, ahā!
Ah, nu kapier ich endlich!
5. de a(h)! (Ausdruck der Schadenfreude oder der versteckten Drohung); et ah; lv ā!
Ah, wieder mal alles Geld verplempert!
6. de a! (bei Untersuchung des Halses, wobei ein Löffel auf die Zunge gelegt wird.); et aa; lv ā!
Nu, sag mal: a!

DAZU:
siehe auch Interjektionen

QUELLEN

Gutzeit 1859, 1
A od. ah, Ausruf bei Verdrossenheit und Unwillen. A, was macht das aus? A, das erträgt man noch! A, lass ihn handeln wie er will! — Dieses a oder ah wird unrein, kurz und abgestoßen ausgesprochen, und lautet dadurch ähnlich dem franz. oder russ. a. Als Ausdruck des Erstaunens wird es gedehnt gesprochen. —

Masing DBWB, 1
a, ah (ā) Interj. 1. der Überraschung. Ah, schon zurück von der Reise! _ 2. der Bewunderung. Ah, großartig! _ 3. des wachsenden Verständnisses. Ah, nu kapier ich endlich! _ 4. der Schadenfreude oder der versteckten Drohung. _ Ah, wieder mal alles Geld verplempert! _ 5. bei Untersuchung des Halses, wobei ein Löffel auf die Zunge gelegt wird. Nu, sag mal: a!

äh Interj
‣ Varianten: ä
1. de (Ausruf des Unwillens und der Verdrossenheit, viel häufiger aber des Ekels) (Wie a oder ah kurz und abgestoßen gesprochen)
Ä, was soll ich dabei thun?
Ä, das ist doch widerwärtig!
Ä, verdammt, dass ich dabei nichts thun kann!
Ä, Schweinerei!
2. de (des Ärgers)
Ä, verdammte Geschichte!
3. de (Alarmruf kleiner Kinder, die ihre Notdurft verrichten wollen)

DAZU:
KOMM: Ä ist nur in den Empfindungswörtern ä oder äh, äsch oder ätsch, bä, fä und wä rein zu hören.
siehe auch Interjektionen

QUELLEN

Gutzeit 1859, 1
Ä, Ausruf des Unwillens uud der Verdrossenheit, viel häufiger aber des Ekels. Ä, was soll ich dabei thun? Ä, das ist doch widerwärtig! Ä, verdammt, dass ich dabei nichts thun kann! — Nie a oder ah kurz und abgestoßen gesprochen. Ä ist nur in den Empfindungswörtern ä oder äh, äsch oder ätsch, bä, fä und wä rein zu hören.

Masing DBWB, 1
ä, äh (ä̆) Interj. 1. der wegwerfenden Ablehnung. Dank dir, Vater… Ach, keine Ursache….Worms, Th{omas}. fr{iet?}. 9/10. Was du sagst! Ach, junge Leute sind zum Schuldenmachen da. Ebda 14. _ 2. des Ärgers. Ä, verdammte Geschichte! _ 3. des Ekels. Ä, Schweinerei! _ 4. Alarmruf kleiner Kinder, die ihre Notdurft verrichten wollen.

ch

Orchester [χ]
Richard [ríχart]
Mechanik [meχánik]

DAZU:
siehe auch Aussprache

QUELLEN

Krüger 1832, 325
4) Ch zu Anfange, besonders vor r ist wie k und die Mehrheit geltender Stimmen findet hier die Aspiration gesucht, besonders in antiken und fremden Wörtern; denn wir folgen der einmal angenommenen lateinischen Aussprache. Also sollten wir auch hier uns entschließen, Krist, Kaldäa, Kohr, Kurfürst, Kronik auszusprechen. Ueber den Namen Chur in Graubünden mögen die Einwohner selbst entscheiden. Chirurg, Chiron und Charon liest man jedoch auch im Lateinischen aspiriert; Chamäleon aber ist ungewiß.

Gutzeit 1864, 165
Die Aussprache des ch ist wie im hd., hart nach a, au, u und u, weich nach ä, e, i, ö, ü, l und r; schwankend in den Namen Reichard, Richard, Pölchau u. Pillar von Pilchau, in denen meist weiches ch gehört wird. In den Endungen iche, ichen, icher, ichung hört man in gcwönlicher Sprechweise j, u. treffliche, Kraniche, ehelichen, ähnlicher, Verherrlichung lauten daher wie trefflije u. s. w. Ebenso im Scherz, die kursche Sitte nachahmend, in: durcher. Dagegen klingen wiederum ja, Jesus und Jes, letztere beide bei Ausrufen, oft wie chja, Chesus, Ches.
Ein weiches ch schleppt nicht selten dem auslautenden Selbstlauter nach in Empfindungswörtern, wenn Ueberdruss, Ekel, Verwunderung stark betont werden. So: ai—ch, fai—ch, fi—ch, pfui—ch. ui-ch, hui-ch, wai-ch st. ai, fai, fi, pfui, ui, hui, wai; ferner in: a—ch, ä—ch, fa—ch,fä-ch, u—ch, hu-ch st. a (ah), ä, fa, sä, u u. hu. Das ch in der zuletzt angeführten Reihe tönt sehr weich, wie wenn vor demselben ein i verschluckt wäre.
ch st. f in einigen aus dem nd. überkommenen Wörtern: Lucht f. Luft (Fenstern), Schechte f. Schäfte (Stiefeln). Vor Kurzem auch gew. in: Sticht- oder Stichpforte f. Stiftspforte. Die gewälte Sprechart zieht überall f vor.

Gutzeit 1886, 203
ch, als Anlaut in griech. und latein. Wörtern, wurde früher gew. wie reines ch gesprochen, jetzt abwechselnd wie k, od. vorzugsweise und ausschließlich wie k. Daher früher: Charakter, Chaos, Orchester, Chor, Chlor, jetzt gew. Karakter, Kaos, Orkester, Kor, Klor. In Chemie u. mechanisch stets ch, nie k. — In Charsfreitag und Chur(fürst) stets wie k. Auch Chemnitz in Sachsen wird Kemmnitz gesprochen.

H

QUELLEN

Gutzeit 1889b, 465
In Livland ist das Zwischen-h meist stumm, und wir sprechen E-e, Hö-e, ho-e, hö-er, se-en, blü-en, zie-en st. E-he,Hö-he u. s. w. Nur diejenigen, die sich einer gewälteren Aussprache befleißigen, lassen dies Zwischen-h hören. Ob die letztere Aussprache richtiger ist, könnte auf Grund des Grimmschen Wörterbuchs bestritten worden, welches behauptet, dass das h in sehen, blühen, ziehen, höher u. a. stumm sei. Doch kann diese Behauptung durchaus nicht auf allgemeine Gültigkeit Anspruch machen.
Für unedel wird die Sprechweise angesehen, welche das im Allgemeinen stumme h zu einem j übergehen lässt. Man hört dann zie-jen f. ziehen, Rei-jef. Reihe, Mü-je und mü-jen f. Mühe und mühen, sprü-jen f. sprühen, hö-jer und erhö-jen f. höher und erhöhen, blü-jen f. blühen, blü-jende Gewächse, brü-jend heiß, verzei-jen f. verzeihen, Hö-je und Högde f. Höhe, e-jer f. eher, E-je f. Ehe, nä-jen f. nähen. Hiezu gehört auch die Aussprache: es ziecht f. zieht.
Von deutschsprechenden Letten wird, wie oft auch von Franzosen, ein h angebracht, wo es fehlt (Hei st. Ei), und abgestoßen, wo es vorhanden ist (Ei st. Heu). Hieran kann zuweilen die Nationalität erkannt werden, die sich bei gebildeten Letten, welche der deutschen Sprache vollkommen mächtig sind, sonst durch nichts verrät.

Gutzeit 1889b, 465
H, als Zeichen auf Heringstonnen, bezeichnet holländische Heringe, wie N nordische oder Norder, S schwedische und A. Ahlburger. — Bei den Aschwrackern bezeichnet H Hausasche. — Bei Flachsen bezeichnet HD Hofsdreiband, HDW Hofsdreibandwrack. Daher auch HD Marken. Für HD Marken zeigte sich mehr Begehr, rig. Ztg. 1663.

herr′sch Adj
‣ Varianten: herrisch

Kuh die

QUELLEN

Bergmann 1785, 41
die schwarze Kuh drücket sie, sie fühlt das Joch.

Hupel 1795a, 131
Kuh. Die schwarze Kuh drückt ihn, Sprüchw. heißt er fühlt Mangel, Verlegenheit, drückende Sorgen.

Gutzeit 1874, 112
Kuh. Wenn einer Kuhherde eine schwarze Kuh voran geht, so soll das auf nächstkommendes schlechtes Wetter deuten, wenn eine Helle Kuh, auf gutes. Die schwarze Kuh hat ihn gedrückt, cum calamitatibus colluctatus est, Gadebusch (325). Die schwarze Kuh drückt ihn, erfühlt Mangel, ist in drückender Verlegenheit, Hupel. Die schwarze Kuh drückt sie, sie fühlt das Joch, Bergmann, vgl. Grimms Wtb. 6).
Stender hat: keine Kühe, keine Mühe, vgl. in Grimms Wtb. 3. a: wenig Kü wenig Müh, nach Frank. — Eine Kuh sein, von dummen Weibern, vgl. Grimms Wtb. 4. c. nach Mundarten; von starkbusigen Weibern sagt man, sie hätten Euter wie eine Kuh.
Was weiß die Kuh vom Sonntag? Davon soviel verstehen, wie die Kuh vom Sonntag. Gew. vgl. Grimms Wtb. 3. c.: so viel verstehen von etwas wie die Kuh vom Kalender. Aus Tyrol.
Kuh in Verbindung mit anderen Wörtern: Kuhfladen, Kuhdreck, Kuhmädchen, Kuhjunge, Kuhmensch, Kuhmist; niemals: Kühfladen u. s. w. Mit alleiniger Ausnahme des von Gubert gebildeten Kühemisterei und Kühepiss.

Worms 1923, 68
die Rote Kuh. Endlich schloß ich ab in Dorpat mit der Konfirmation, in der Johanniskirche, der „roten Kuh“, wie die Studenten sie nannten.

Kobolt 1990, 165
Kuh f Verkörperung besonderer Dummheit, z.B.: Er versteht davon soviel, wie die Kuh vom Sonntag.
ostpr.: Er weiß davon soviel, wie die Kuh vom Sonntag.

Noh Interj

QUELLEN

Pantenius 1881, 56
Noh Zuruf zum Antreiben der Pferde.
es wird Njoh gesprochen, bzw. gerufen, um das Pferd im Gang zu setzen und anzutreiben, etwa dem Hüh! entsprechend.

och Interj

QUELLEN

Kobolt 1990, 189
och Inter. ach
mnd. och Interj. des Schmerzes, auch der freudigen Erwartung; pomm. och ach, ei; nhd. umgangsspr. och.

päh Interj
‣ Varianten: päch, pfäh, pfäch

vgl Interjektionen

QUELLEN (Informanten)

Lemm, Robert von: Reval, Dorpat
päh! (pfäh! pfäch!) Interjektion des Ekels
auch Bezeichnung für unartig: Du bist ganz päh!

Ph

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 355f.
Ph. Soll ahd. u. mhd. — pf sein, erklärt Grimms Wtb., auch hier u. da nhd. statt pf gebraucht worden sein. Ferner soll es (Grimms Gramm. I. 131) sehr frühe sich in den noch härteren Triphthong pf verwandelt haben. Diese Behauptung gründet sich auf die Schreibung in alten Schriftzeugnissen. Dieselbe ist jedoch zu willkürlich, um irgendwie als Stütze zu dienen; es hat mehr Wahrscheinlichkeit, dass nhd. und mhd. ph entweder für pf oder für f geschrieben wurde. Denn unzweifelhaft ist ph ein ganz undeutscher, im Deutschen wie in jeder anderen Sprache unaussprechbarer Doppelbuchstabe, der durch Einfluss des Lateinischen ins Deutsche geraten, und offenbar nur deswegen in ahd. und mhd. Zeugnissen statt pf od. f benutzt worden ist. In sofern versteht sich die Angabe (Grimms Gramm. 132), dass in manchen Wörtern ph früher wie pf, in anderen wie f gesprochen worden, geradezu von selbst. Nicht aber ist anzunemen, dass ph jemals eine weichere Lautung als pf besessen, dass f eigentlich ph, pf eigentlich pph gewesen, dass der Anlaut ph (Grimms Gr. I. 184) zwischen goth. p und f schwanke und ff als phph anzusesehen sei. Nur in, dem Lateinischen und Französischen entnommenen Wörtern rechtfertigt sich der Gebrauch des ph, und zwar dadurch, weil es in diesen fremden Sprachen Geltung hat; in neuhochdeutschen sollte es ganz aufgegeben worden und ist es z. Th. schon. So in Adolf, Rudolf, Westfalen statt der früheren Adolph, Rudolph und Westphalen. Unrichtig wird dagegen noch Philibert st. Filibert geschrieben. Polen und Russen geben ph mit f wieder: Flegma, — Phlegma (Schleim), filar Pfeiler; фазъ Phase, фантазiя Phantasie, филологъ Philolog. Deutsche Ungestalten sind phau (pa), phu (pu od. fu) und Epheu.

pih Interj

QUELLEN

Gutzeit 1887b, 357
pih, s. pi.

puh Interj

vgl Interjektionen

QUELLEN

???, 719
puh! Die Esthländische Interjection (S. 373) heißt nicht „Puh“ sondern „Uich!“

räh Adj
‣ Varianten: rag, rah, reh

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 22
reh, räh, rah, rag, glidersteif, gliderlam. Übersehen ist in Grimms Wtb. das damit zusammenfallende franz. roide oder raide steif, aus lat. rigidus.

Rah

QUELLEN

Sallmann 1880, 46
Segelstange

Gutzeit 1887a, 4
Ramen, in 149 durchweg st. Raen. s. Rane.

Gutzeit 1887a, 5
Rane, die, Rae oder Ra. Bortillen, Ranen, 172.1768.16.

Gutzeit 1892b, 37
Rahmen, der? Segelstange, Rae. In 149 werden unterschieden: doppelt Rahmen und enkelt Rahmen, russ. двойная райна und одинакая.

Räh die
‣ Varianten: Reh
'Pferdekrankheit' de Hufrehe; et kabjajooksva

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 3f.
Räh, die, oder Reh. Die Räh oder Reh entsteht, wenn ein Pferd nach schwerer Arbeit gleich getränket oder ins Wasser gelassen oder schleunig gefüttert wird. Daher giebts Wind- Wasser- und Futter- Reh, welches alles auch Verfangen genannt wird, 447. 127; zu dieser Krankheit schlüget oft die Reh od. Fettzerschmelzung zu, ebda. 118. vgl. Grimms Wtb.

reh
‣ Varianten: räh

Reh das
‣ Varianten: Räh
'Pferdekrankheit' de Hufrehe; et kabjajooksva

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 3f.
Räh, die, oder Reh. Die Räh oder Reh entsteht, wenn ein Pferd nach schwerer Arbeit gleich getränket oder ins Wasser gelassen oder schleunig gefüttert wird. Daher giebts Wind- Wasser- und Futter- Reh, welches alles auch Verfangen genannt wird, 447. 127; zu dieser Krankheit schlüget oft die Reh od. Fettzerschmelzung zu, ebda. 118. vgl. Grimms Wtb.

Gutzeit 1887a, 22
Reh Grimms Wtb. sagt, dass die Bezüge zu den urverwandten Sprachen felen. Wir finden indessen dasselbe Wort mit vorgesetztem o oder e in anderen Sprachen. vgl. Glenn.

roh Adj

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 57
roh. Einen rohen Hals haben; der Hals ist mir roh. Ebenso: Rohigkeit des Halses, Wundgefül in demselben.

sch

QUELLEN

Gutzeit 1887a, 91
sch. Wenn Namen auf sch ausgehen und zu Beiwörtern benutzt werden, so lässt die Aussprache nur ein einziges sch hören. Gadebuschscher Fleiß, was uns angenehmer klingt als Gadebuschischer Fleiß. Falsch geschrieben und gedeutet kommt vor: Ulpische Tischbutter, d. h. aus Ulpisch; die Windische Bude, st. des Herrn Windisch; die Kausche Möbelhandlung st. des Herrn Kausch.
Als Endung wird s zuweilen vergröbert in sch, zum Teil durch lettischen Einfluß. So in knauksch, kricksch, obgleich mehre solcher Wörter kein gleichlautendes lettisches aufweisen. Diese Vergröberung kann als eine hiesige mundartliche angesehen werden.


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